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Tauben fliegen auf

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2010 und Schweizer Buchpreis 2010

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Taschenbuch
gebundene Ausgabe

Über den Verlust der Heimat

»Wir haben hier noch kein menschliches Schicksal, wir müssen es uns erst noch erarbeiten«, sagt Ildikos Mutter. Längst ist die Familie eingebürgert und betreibt ein Café in bester Seelage. Doch angekommen sind sie nicht, die beiden Töchter Ildiko und Nomi wachsen zwischen zwei Welten auf, sind hin- und hergerissen zwischen der verlorenen Heimat in der Vojvodina und dem Wunsch, Teil der Schweizer Gesellschaft zu sein. Es dauert lange, bis Ildiko erkennt, dass hinter dem Schweizer Idyll knallharte Fremdenfeindlichkeit lauert. Ein höchst zeitgemässer Text über Emigration und den Preis der Assimilation.

Portrait
Nadj Abonji, Melinda
Melinda Nadj Abonji, geboren 1968 in Becsej, Serbien, zog 1973 mit ihrer Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien in die Schweiz. Sie studierte an der Züricher Universität und ist seit vielen Jahren als Schriftstellerin und Musikerin tätig. Ihr 2010 erschienener Roman 'Tauben fliegen auf' wurde sowohl mit dem Deutschen als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. Melinda Nadj Abonji lebt in Zürich.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 01.02.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14078-2
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12/2.7 cm
Gewicht 341 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 3701
Buch (Taschenbuch)
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Von der Suche nach Identität
von einer Kundin/einem Kunden aus Göppingen (BaWü) am 22.11.2014

Ildikos Kindheitserinnerungen entfalten zunächst leichte Prosa von sommerlichen Fahrten in die alte Heimat. Vom Besuch bei der Großmutter, den Tanten, Onkeln, Cousins. Denn Ildikos Eltern aus dem Grenzgebiet zwischen Jugoslawien und Ungarn stammend, sind irgendwann in den Siebzigern ausgewandert in die Schweiz. Zwischendurch keh... Ildikos Kindheitserinnerungen entfalten zunächst leichte Prosa von sommerlichen Fahrten in die alte Heimat. Vom Besuch bei der Großmutter, den Tanten, Onkeln, Cousins. Denn Ildikos Eltern aus dem Grenzgebiet zwischen Jugoslawien und Ungarn stammend, sind irgendwann in den Siebzigern ausgewandert in die Schweiz. Zwischendurch kehrt sie immer wieder zurück ins Mondial, dem familienbetriebenen Cafe-Restaurant in der Schweiz. Wie ein Pendel schwingt die Erzählerin zwischen den Ländern und in den Jahrzehnten vor und zurück und nimmt den Leser sicher an die Hand. Die Jahre vergehen. Während die Familie sich in der Schweiz langsam verwurzelt, die Töchter Ildiko und Nomi erwachsen werden, bricht in der alten Heimat der Krieg aus. Im Ton nun merklich ernster lässt die Autorin die Idylle langsam bröckeln. Und am Schluss fügt sie die vielen einzelnen Fragmente zu einem Bild zusammen. Da ich selbst ein Kind von Emigranten bin, habe ich mich in dem Roman vom ersten Moment an wiedererkannt. Es mag nicht einfach sein, dem sprunghaften und fragmentarischen Erzählstil der Autorin zu folgen, dazu kommen noch ihre ellenlange Satzgebilde, aber die Art und Weise wie sie die Themen Familie, Entwurzelung, Identität, Heimat und Krieg miteinander verknüpft, grenzt schon an Genialität.

Literarisch umwerfend
von Yvonne Schüpbach aus Niederhünigen am 19.08.2014

Melinda Nadj Abonji erzählt in einer umwerfenden, literarisch ausgearbeiteten Sprache eine sehr vielschichtige Geschichte,die so echt und packend ist, dass sie jedermann/frau zum Denken anregt. Dabei fasziniert das neue Herangehen an das Thema Migration und Integration. Das beste Buch seit langem!

Vielschichtig!
von K. Bauschke aus Hamburg im Phoenix-Center am 09.04.2012

Prägnant, mit großer Wärme und einer zwar eigenwilligen, aber melodischen Sprache erzählt der Roman die berührende, niemals sentimentale Geschichte einer Familie zwischen den Welten, vom Verlust der alten Heimat und dem noch nicht Dazugehören in der neuen Heimat. Der Vater wandert in den 70iger Jahren aus Titos Jugoslawien in ... Prägnant, mit großer Wärme und einer zwar eigenwilligen, aber melodischen Sprache erzählt der Roman die berührende, niemals sentimentale Geschichte einer Familie zwischen den Welten, vom Verlust der alten Heimat und dem noch nicht Dazugehören in der neuen Heimat. Der Vater wandert in den 70iger Jahren aus Titos Jugoslawien in die Schweiz aus und holt ein paar Jahre später seine Frau und seine zwei Töchter nach. Ildikó, die ältere der beiden, erzählt in "Tauben fliegen auf" vom Heranwachsen in der Fremde und der Sehnsucht nach dem, was sich bei jedem Besuch im vertrauten Herkunftsland als unwiderruflich vergangen erweist. Durch den verbissenen Arbeitswillen der Eltern gelingt der Familie zwar der soziale Aufstieg in der Schweiz, aber in der Familiengeschichte steckt zu viel Politik und das Zerbrechen des ehemaligen Jugoslawien sowie der schreckliche Balkankrieg der 90er Jahre führt auch in der neuen Heimat Schweiz zu Zerwürfnissen innerhalb der Familie. Ildikó bietet einen realistischen Einblick in die Welt einer Immigrantenfamilie aus Sicht der zweiten Generation. Die Motivation und Gefühlslagen der Protagonisten sind vielschichtig und nachvollziehbar beschrieben. Dieses Buch gibt zahlreiche Denkanstöße für den Leser, denn das Schicksal der Familie Koscis steht exemplarisch für viele Einwanderer innerhalb Europas.