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Woolf, V: Orlando

Eine Biographie. Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon

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Vierhundert Jahre im Leben Orlandos: Im 16. Jahrhundert ist er ein hübscher Page mit literarischen Ambitionen am englischen Hof, als Gesandter in Konstantinopel wird er eine Frau, lebt bei einem Zigeunerstamm, kehrt als grosse Dame der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts nach England zurück, sucht, als Mann verkleidet, verbotene Abenteuer, verliebt sich und ist, in der Gegenwart angekommen, eine erfolgreiche Schriftstellerin. Diese einzigartige, virtuose Romanbiographie gehört zu den unvergänglichen Werken der Weltliteratur.

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Portrait
Woolf, Virginia
Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 als Tochter des Biographen und Literaten Sir Leslie Stephen in London geboren. Zusammen mit ihrem Mann, dem Kritiker Leonard Woolf, gründete sie 1917 den Verlag The Hogarth Press. Ihre Romane stellen sie als Schriftstellerin neben James Joyce und Marcel Proust.Zugleich war sie eine der lebendigsten Essayistinnen ihrer Zeit und hinterliess ein umfangreiches Tagebuch- und Briefwerk. Virginia Woolf nahm sich am 28. März 1941 in dem Fluss Ouse bei Lewes (Sussex) das Leben.

Reichert, Klaus
Klaus Reichert, 1938 geboren, ist Literaturwissenschaftler, Autor, Übersetzer und Herausgeber. Von 1964 bis 1968 war er Lektor in den Verlagen Insel und Suhrkamp, von 1975 bis 2003 war er Professor für Anglistik und Amerikanistik an der Frankfurter Goethe-Universität, 1993 gründete er dort das »Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit«. Von 2002 bis 2011 war er Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Bei S. Fischer erschien zuletzt »Türkische Tagebücher. Reisen in ein unentdecktes Land« (2011) und »Wolkendienst. Figuren des Flüchtigen« (2016).
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Klaus Reichert
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 09.12.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-90375-7
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 18.8/12.4/2 cm
Gewicht 295 g
Originaltitel Orlando. A Biography
Abbildungen schwarzweisse Fotos, Abbildungen
Auflage 1
Übersetzer Brigitte Walitzek
Buch (Taschenbuch)
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Fr. 13.90
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Orlando - Magischer Realismus meets Feminismus und Homosexualität
von einer Kundin/einem Kunden am 01.07.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Orlando, ein junger gebildeter Adeliger, steht bei der Königin Elisabeth der 1. hoch im Ansehen. Von ihr erhält er einen großen Landsitz. Als während der kleinen Eiszeit, die Themse immer wieder zufriert, werden auf ihr Jahrmärkte veranstaltet. Hier lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin Sasha kennen und obwohl er je... Orlando, ein junger gebildeter Adeliger, steht bei der Königin Elisabeth der 1. hoch im Ansehen. Von ihr erhält er einen großen Landsitz. Als während der kleinen Eiszeit, die Themse immer wieder zufriert, werden auf ihr Jahrmärkte veranstaltet. Hier lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin Sasha kennen und obwohl er jemand anderen versprochen ist, beginnt er eine leidenschaftliche Affäre mit ihr. Wenn großartige Schriftsteller wie H. G. Wells und Jules Verne als Väter der modernen Sciencefiction Romane gelten und auch noch in der Gegenwart ihren Reiz ausüben, man bedenke die deren zahlreichen Verfilmungen, dann wage ich zu behaupten, dass Virginia Woolf, im speziellen ihr Roman Orlando, so etwas wie die Mutter des magischen Realismus ist, und auch heute noch viele Schriftsteller bewusst oder unbewusst beeinflusst. Orlando gehört zu Virginia Woolfs erfolgreichsten Romanen, zumindest während ihrer Lebzeit, ihr bekanntestes Buch ist wohl Mrs. Dalloway. Letzterer war mein erster Roman, den ich von der meisterlichen Schriftstellerin gelesen habe. Nachdem ich einen lieben Kollegen davon erzählt habe, hat er mich gedrängt, auch Orlando zu lesen. Die verschiedenen Interpretationen zur Erzählung und zum Text, und vor allem seine Sicht auf den Roman haben mich eben dann dazu verleitet Orlando zu lesen. Wer sich mit den Werken von Virginia Woolf auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich mit Orlando zu beginnen. Es ist weitgehend kürzer als Mrs. Dalloway, wenngleich die knapp 240 Seiten sich zwar nicht lang anhören, aber man den Text mit einem respektablen Maß an Konzentration lesen sollte. Ich bin wohl mehr Leser als Schauer, deswegen geht so manche literarische Verfilmung an mir vorüber. Es gibt allerdings, was ich erst vor kurzem entdeckt habe, eine wunderbaren Film mit Tilda Swinton als Orlando. Sie ist eine meiner liebsten Actris, und hat, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, mit ihrer androgynen Figur einen wunderbaren Orlando abgegeben. "Diesen Roman zu schreiben, war wie auf Urlaub zu sein." hat Woolf über das Schreiben an Orlando anscheinend gesagt. Und zeitgleich gilt er als ein feministischer Roman, mit Bezügen zu ihrer eigenen homosexuellen Beziehung mit Vita Sackville-West. Wie stark, nun diese Beziehung zu ihrer Freundin tatsächlich ausgeprägt war, darüber lässt sich viel spekulieren. Mir hat dieses literarische Kleinod sehr gut gefallen und ihr literarisches Können ist unbestreitbar. Deshalb gibt es von mir eine klare Lese-Empfehlung!