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Die Logik des Misslingens

Strategisches Denken in komplexen Situationen

Dietrich Dörner

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Beschreibung

«Komplexität erzeugt Unsicherheit. Unsicherheit erzeugt Angst. Vor dieser Angst wollen wir uns schützen. Darum blendet unser Gehirn all das Komplizierte, Undurchschaubare, Unberechenbare aus. Übrig bleibt ein Ausschnitt - das, was wir schon kennen. Weil dieser Ausschnitt aber mit dem Ganzen, das wir nicht sehen wollen, verknüpft ist, unterlaufen uns viele Fehler - der Misserfolg wird logisch programmiert.» (Rheinischer Merkur)
Seit Erscheinen der ersten Ausgabe 1989 hat sich «Die Logik des Misslingens» zum «Standardwerk des Querdenkens» für Psychologen, Kognitionswissenschaftler, Risikoforscher und Motivationstrainer entwickelt. Dass komplexe Systeme nicht nur individuelle Entscheidungen, sondern auch Dynamik und erfolgreiches Handeln in Gruppen massgeblich beeinflussen, ist neu in dieser erweiterten Ausgabe.

Dietrich Dörner, geboren 1938 in Berlin, war Professor für Psychologie mit den Forschungsschwerpunkten Kognitive Psychologie, Denken und Handlungstheorie. Langjähriger Direktor des Instituts für Theoretische Psychologie der Universität Bamberg. Emeritiert im Jahre 2006. Er lebt mit seiner Familie in Bamberg.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 352 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.07.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783644011618
Verlag Rowohlt Verlag
Dateigröße 3628 KB

Kundenbewertungen

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Hurra, wir sind die Guten, aber leider völlig ahnungslos!
von Dr. M. am 22.10.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Erstaunlich an diesem Buch ist nicht nur sein über Jahrzehnte andauernder Verkaufserfolg, sondern auch sein widersprüchlicher Inhalt. Nachdem man das Buch durchgelesen hat, kann man sich zunächst einmal fragen, worin nun eigentlich die Logik des Misslingens besteht. Dörner zählt schon am Anfang Beispiele dafür auf, warum viele M... Erstaunlich an diesem Buch ist nicht nur sein über Jahrzehnte andauernder Verkaufserfolg, sondern auch sein widersprüchlicher Inhalt. Nachdem man das Buch durchgelesen hat, kann man sich zunächst einmal fragen, worin nun eigentlich die Logik des Misslingens besteht. Dörner zählt schon am Anfang Beispiele dafür auf, warum viele Menschen scheitern, wenn sie in komplexe Systeme eingreifen, die sie nicht annähernd verstanden haben und möglicherweise auch gar nicht verstehen können, weil ihre intellektuelle Kapazität dafür nicht ausreicht. Oder schlimmer noch, weil sie obendrein auch keinerlei Respekt oder Demut vor solchen Systemen besitzen und in ihrem naiven Übermut oder aus einer ins Religiöse gehenden Überzeugung heraus Prozesse freilassen, die sie in ihren Konsequenzen gar nicht zu überblicken in der Lage sind. Mit Logik hat das alles rein gar nichts zu tun, sondern eher etwas mit Dummheit, Ahnungslosigkeit und moralischem oder intellektuellem Größenwahn. Auch ohne besondere Kenntnisse der Neurowissenschaften kann man allein durch eine gut ausgeprägte Beobachtungsgabe leicht feststellen, dass Menschen schon mit der Steuerung von Prozessen überfordert sind, bei denen sie mehr als drei oder vier Parameter im Auge behalten müssen. So etwas gelingt nur nach einer langen Übungsphase. Wer das nicht glaubt, sollte sich mal als Anfänger auf ein Surfbrett stellen. Komplexe Systeme lassen sich gewöhnlich in verschiedene Untersysteme aufdröseln, die schon selbst schwierig zu beherrschen sind und die dann auch noch miteinander in Wechselwirkung treten. Was findet man nun in diesem Buch? Zunächst stellt der Autor Ergebnisse von Computersimulationen vor, bei denen komplexe gesellschaftliche Systeme modelliert wurden, in die man eingreifen konnte. Die meisten Probanden scheiterten kläglich, weil sie einfach nicht verstanden, dass eine gute Absicht noch lange nicht zu guten Ergebnissen führen muss, sondern gelegentlich auch Katastrophen erzeugen kann. Leider sind Vorsicht und Vernunft inzwischen zu unmodernen Tugenden geworden. Es reicht die geradezu religiöse Überzeugung, etwas Gutes zu tun, wobei man "gut" dann auch noch selbst definiert. Wenn man schon die Naturgesetze nicht ernst nimmt, dann scheitert man erst recht am menschlichen Verhalten, denn das ist gewöhnlich nicht so, wie Leute mit guten Absichten es unterstellen. Dörner konstruiert in einem Fall ein Modell eines afrikanischen Stammes, der ums Überleben kämpft. In den meisten Fällen führten die eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen zwar zu temporären Erfolgen, die dann aber mittel- und langfristig in eine Katastrophe mündeten, weil sie Konsequenzen besaßen, die die Systemmanager zunächst nicht begreifen konnten. Und diese Konsequenzen folgen in solchen Systemen aus einfachem menschlichen Verhalten. Wenn man die Zusammenhänge abstrahiert, dann lässt sich Folgendes feststellen: Menschen streben niemals eine Optimierung gesamtgesellschaftlicher Verhältnisse an, sondern stets die Optimierung ihrer persönlichen Gegebenheiten. Deshalb funktioniert der Kapitalismus, während sozialistische Experimente letztlich immer im Elend und in Gewalt enden. Nachdem Dörner seine Simulationen vorgestellt hat und das Scheitern der Probanden ausreichend beschrieben hat, kommt er allen Ernstes auf die Idee, das Problem des strategischen Denkens lösen und seinen Lesern vermitteln zu wollen. Darauf zu hoffen, dass man das mittels eines Buches bewerkstelligen zu können, ist mindestens genauso naiv, wie die Herangehensweise der meisten seiner Probanden. Dazu kommt noch, dass er diese Erläuterungen nicht wirklich leserfreundlich gestaltet. Sie sind langatmig, zum Teil schwer verständlich (weil sie etwas höhere Mathematik benötigen) und viel zu sehr in die Länge gezogen. Wer mit komplexen Systemen zu tun hat, muss erst einmal lernen, Respekt vor einer solchen Aufgabe zu haben und nicht in den Größenwahn von "Wir schaffen das" zu geraten. Übrigens kommt der Autor zu der nicht überraschenden Erkenntnis, dass erfahrene Manager viel besser mit seinen Simulationen zurechtkamen als Studenten. Manager sind einfach trainierter im Umgang mit komplexen Systemen und kennen ihre Tücken viel besser. Das Beste an diesem Buch sind die zahlreichen Beispiele, die immer wieder deutlich machen, wie schnell man aus Selbstüberschätzung scheitern kann, wenn man außer einer guten Absicht keine wirkliche Ahnung von Zusammenhängen besitzt, die sich nicht sofort für jeden naiven Laien zeigen. Leser, die mit Dörners zum Teil nicht ganz einfachen Erläuterungen nicht zurechtkommen, werden ihm eine schlechte Bewertung geben, was jedoch nicht ganz fair ist, denn immerhin schildert dieses Buch ein Grundproblem der Politik sehr treffend und einsichtig, solange man bei den Beispielen bleibt. Der restliche Text ist etwas schwierig und wird aus meiner Sicht von einem nicht wirklich gerechtfertigten Optimismus getragen.

Alles ist möglich, aber nichts ist einfach
von Thomas Meyer aus Worms am 30.06.2005
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein verständlich geschriebener, durch viele Beispiele anschaulicher und dadurch fesselnder Überblick über den Umgang mit komplexen Systemen und Interaktionen. Und was dabei alles schief geht, warum es schief geht und warum es so schwer ist, es besser zu machen. Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen.


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