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Die falsche Fährte

Roman

Sommer 1994, der wärmste Sommer seit Jahren. Die Schweden sitzen vor dem Fernseher, um die Fussball-WM zu verfolgen, und Kommissar Wallander in Ystad macht Ferienpläne. Da ruft ihn ein verstörter Bauer um Hilfe, dem auf einem seiner Felder das merkwürdige Verhalten eines jungen Mädchens aufgefallen ist. Als Wallander eintrifft, legt das Mädchen Feuer an sich und verbrennt sich vor seinen Augen. Kurz darauf schlägt ein Serienkiller mit einer Reihe brutaler Morde zu. Wallander steht vor seinen kompliziertesten Ermittlungen. "Die falsche Fährte" ist ein unerhört spannender Roman voll emotionaler Kraft, eine literarische Ermittlung, die mitten ins Herz unserer Gesellschaft zielt.
Portrait
Henning Mankell (1948 – 2015) lebte als Schriftsteller und Theaterregisseur in Schweden und Maputo (Mosambik). Seine Romane um Kommissar Wallander sind internationale Bestseller. Zuletzt erschienen bei Zsolnay Treibsand (Was es heisst, ein Mensch zu sein, 2015), die Neuausgabe von Die italienischen Schuhe (Roman, 2016), Die schwedischen Gummistiefel (Roman, 2016) und die frühen Romane Der Sandmaler (2017) und Der Sprengmeister (2018).
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  • PROLOG
    Kurz vor der Morgendämmerung erwachte Pedro Santana davon, dass diePetroleumlampe angefangen hatte zu blaken.

    ... Als er die Augen aufschlug, wusste er zuerst nicht, wo er war. Er war aus einem Traum gerissen worden, den er nicht verlieren wollte. Er hatte sich durch eine sonderbare Felslandschaft bewegt, wo die Luft sehr dünn war und er das Gefühl hatte, dass alle Erinnerungen im Begriff waren, ihn zu verlassen. Die blakende Petroleumlampe war als der entfernte Geruch vonvulkanischer Asche in sein Bewusstsein gedrungen. Aber plötzlich war auch noch etwas anderes da: ein Laut von einem gepeinigten, keuchenden Menschen. Da war der Traum geborsten, und er musste wieder in den dunklen Raum zurückkehren, in dem er jetzt schon sechs Tage und Nächte verbracht hatte, ohne mehr als dann und wann ein paar Minuten zu schlafen.

    ... Die Petroleumlampe war erloschen. Um ihn her war nichts als Dunkelheit. Er sass vollkommen reglos. Die Nacht war sehr warm. Das Hemd klebte an seinem verschwitzten Körper. Er merkte, dass er roch. Es war lange her, dass er die Energie aufgebracht hatte, sich zu waschen.

    ... Dann hörte er das Keuchen wieder. Er erhob sich vorsichtig vom Erdboden und tastete mit den Händen nach dem Plastikkanister mit Petroleum, der an der Tür stehen musste. Es hatte geregnet, während er schlief, dachte er, als er sich im Dunkeln vortastete. Der Boden unter seinen Füssen war feucht. Von weitem hörte er einen Hahn krähen. Er wusste, dass es der Hahn von Ramirez war. Er war immer der erste Hahn im Dorf, der vor der Morgendämmerungkrähte. Der Hahn war wie ein ungeduldiger Mensch. Ein Mensch wie die, die in der Stadt lebten, die ständig so viel zu tun zu haben glaubten, dass sie nie für etwas anderes Zeit hatten als für die Pflege ihrer eigenen Eile.
    Es war nicht wie hier im Dorf, wo alles so langsam ging, wie das Leben eigentlich war. Warum sollten die Menschen laufen, wenn die Pflanzen, von denen sie lebten, so langsam wuchsen?

    ... Seine Hand stiess an den Petroleumkanister. Er zog den Stofflappen heraus, der in der Öffnung steckte, und wandte sich um. Das Keuchen, das ihn in der Dunkelheit umgab, wurde immer unregelmässiger. Er fand die Lampe, zog den Korken heraus und füllte vorsichtig Petroleum ein. Zugleich versuchte er sich zu erinnern, wo er die Streichhölzer hingelegt hatte. Die Schachtel warfast leer, fiel ihm ein. Aber es müssten noch zwei oder drei Streichhölzer dasein. Er stellte den Plastikkanister ab und tastete mit den Händen über den Fussboden. Fast sofort stieg er gegen die Streichholzschachtel. Er riss ein Streichholz an, zog den Glaszylinder hoch und sah, wie der Docht zu brennen begann.

    ... Dann drehte er sich um. Er tat es voller Furcht, weil er das, was ihn erwartete, nicht sehen wollte.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 496
Erscheinungsdatum 17.05.1999
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-552-04928-4
Reihe Kurt Wallander
Verlag Zsolnay, Paul
Maße (L/B/H) 22.1/14/4.1 cm
Gewicht 651 g
Originaltitel Villospar
Auflage 10. Auflage
Übersetzer Wolfgang Butt
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 15.10.2019
Bewertet: anderes Format

Brutal, erschreckend, politisch. Die Ystader Polizeit, rund um Kurt Wallander muss einem grausamen Mörder das Handwerk legen, bevor er wieder zuschlägt. Doch wie einem skrupellosen einsamen Krieger auf die Schliche kommen?

Hochspannung
von Margrit Dietiker aus Rüfenach am 07.05.2014
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Hochspannung bis zum Schluss, obwohl bald klar wird, wer der Mörder ist und welches Ziel er verfolgt.

Ein spitzen Wallander-Krimi
von Annika am 18.09.2007

Mankell hat mich wieder in seinen Bann gezogen. „Die falsche Fährte“ war wieder ein echter Lesespaß, auch diesen Wallander-Krimi hätte ich lieben gerne in einem Zug ausgelesen was leider nicht möglich war!! Eine sehr gut aufgebaute Story mit durchgehender Spannung!! Kann ich schlicht und einfach nur weiterempfehlen!!