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Dialektik der Aufklärung

Philosophische Fragmente

Max Horkheimer, Theodor W. Adorno

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Beschreibung

Noch während des Zweiten Weltkriegs in den Vereinigten Staaten entstanden, 1947 als Buch erschienen, mit der Neuausgabe von 1969 endgültig zum einflussreichsten Werk der »Frankfurter Schule« geworden: eine Sonderausgabe zum hundertsten Geburtstag Theodor W. Adornos am 11. September 2003.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 01.05.1988
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-27404-8
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19.2/12.6/2 cm
Gewicht 217 g
Auflage 24. Auflage
Verkaufsrang 29891

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Welch bitt'rer Kulturpessimismus!
von Zitronenblau am 17.05.2012

Horkheimers und Adornos "Dialektik der Aufklärung" ist eines der Hauptwerke der Kritischen Theorie von 1944. Sie ist gewissermaßen eklektizistisches Erbe Hegelscher, Marxscher wie Freudscher Implikationen. Und im Wesentlichen ist sie: Kritik an der Aufklärung als Bewegung hin zur Freiheit, denn liegt ihr je schon ihre eigene des... Horkheimers und Adornos "Dialektik der Aufklärung" ist eines der Hauptwerke der Kritischen Theorie von 1944. Sie ist gewissermaßen eklektizistisches Erbe Hegelscher, Marxscher wie Freudscher Implikationen. Und im Wesentlichen ist sie: Kritik an der Aufklärung als Bewegung hin zur Freiheit, denn liegt ihr je schon ihre eigene destruktive Kraft inne, "daß [nämlich] der Begriff dieses [aufklärenden] Denkens, nicht weniger als die konkreten historischen Formen, die Institutionen der Gesellschaft, in die es verflochten ist, schon den Keim zu jenem Rückschritt enthalten, der heute überall sich ereignet." (Mit Verlaub, die Syntax dieses Zitates ist auch im Buche so unverständlich in der Beugung des Verbes "enthalten".) Kernthesen der beiden Philosophen sind: dass schon der Mythos Aufklärung sei, und: Aufklärung in Mythologie zurückschlage. Wie ist das gemeint? Nun, die Autoren versuchen darzulegen, dass Aufklärung ursprünglich schon eine Befreiung vom mythischen (im Grunde eben auch mystischen) Denken darstelle, mit der Antike der Logos und damit Aufklärung begann, dass aber im Laufe der Geschichte nicht etwa die Logik per se obsiegt vermittels derer Erkenntnis infolge eines (neuzeitlich-positivistischen) "Tatsachensinns" ("die Zahl wurde zum Kanon der Aufklärung") gewonnen wird, sondern dass "Macht und Erkenntnis [...] synonym [sind]". Oder: "Die Aufklärung verhält sich zu den Dingen wie der Diktator zu den Menschen." Statt eines mythischen Mit in der Natur kam es zu einem Für-mich oder Für-uns aus dem Mythos zum Zwecke. Verfügung aber, d.h. Herrschaft über die Dinge führe - und damit würde die zweite These zu untermauern sein - zur Herrschaft durch Strukturen, spätestens im Kapitalismus, die den Menschen wieder dahinein zurückwirft, woraus er sich selbst durch Ratio zu erheben suchte: in ein mythisches Dasein, das niemals aufgeklärt war, sondern nur Aufklärung begrifflich sinnentfremdet NUTZTE, um die Interessen der bloß INSTRUMENTELLEN Rationalität zu erfüllen (man lese Habermas "Erkenntnis und Interesse"). Schließlich hat sich mit der Aufklärung als Betrug der Massen (besser: an die) zwar ein Wissen entfaltet, dass zumindest einen technischen Fortschritt im Einzelnen ermöglichte, zugleich aber den ureigentümlichen Anspruch auf "Freiheit" nicht gerecht wird. Die beiden Autoren reihen zur Zementierung ihrer Thesen eine Reihe von Aufsätzen ein: "Odysseus und der Mythos und Aufklärung", "Juliette oder Aufklärung und Moral", "Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug", "Elemente des Antisemitismus. Grenzen der Aufklärung." Natürlich wissen wir, dass die Kritik, die dem Abgesang auf die Aufklärung innewohnt im Wesentlichen nachvollziehbar ist. Für mich jedoch wirkt die Kritik zugleich aber auch engstirnig. Z.T. sind die Behauptungen und Urteile barsch und an den Haaren herbeigezogen, ich denke an die Stelle, bei der betriebswirtschaftlicher Wettbewerb als Schein deklariert wird - Blödsinn. Kritische Theorie ist Philosophie und vermag en detail zu spekulativen bis hin zu einfach vollkommen falschen Aussagen führen. Da sie entgegen der positivistischen Methode normativen Anspruch erheben will, solle sie versuchen, im Gegensatz zu den in praxi umgesetzten (wenn auch zweckrationalen) Erkenntnissen aus der Wissenschaft, ihre eigenen Erkenntnisse in praxi umzusetzen, um nicht eben nur Kritik, sondern Wirkung zu zeugen und zu zeigen - nämlich den Menschen einen "richtigen" Begriff von Aufklärung zu vermitteln, oder - sogar - einen Weg aus der instrumentellen Vernunft zu finden!


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