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Der Vorleser

Ausgezeichnet mit dem Evangelischen Buchpreis, Kategorie Roman, 2000 und dem WELT-Literaturpreis 1999. Roman

detebe Band 22953

Bernhard Schlink

(72)
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Beschreibung

Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er … und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.

"Bernhard Schlinks Vorleser ist neben der Blechtrommel von Günter Grass wahrscheinlich der international erfolgreichste Roman eines lebenden deutschen Schriftstellers. Eine unaufdringliche Metapher für deutsche Verstrickungen, wie überhaupt Schlink esmeisterhaft versteht, das bewusstlose Schweigen der Deutschen in den fünfziger und sechziger Jahren durch seine atmosphärisch dichte Prosa zum Reden zu bringen. Das Buch ist gescheit, geschickt gebaut und sensibel für unausgesprochene Gefühle: eine im Deutschen seltene Verbindung." (Der Tagesspiegel) "Dieser Höhenflug ist einzigartig: Hanna Schmitz und Michael Berg - wer hätte gedacht, dass die beiden einmal zu den berühmten Liebespaaren der Weltliteratur zählen würden? Bernhard Schlinks Der Vorlesermarkiert für die deutsche Literatur eine Zäsur. Erstmals seit der Blechtrommel und Siegfried Lenz' Deutschstunde gibt es wieder einen Weltbestseller made in Germany, ein Buch also, aus dem Amerikaner und Japaner, Franzosen und Inder ihr Deut schlandbild beziehen." (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt)

Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, ist Jurist und lebt in Berlin und New York. Zu seinen Veröffentlichungen zählen der 1995 erschienene und in über 50 Sprachen übersetzte Roman ›Der Vorleser‹ und zuletzt die Sammlung von Geschichten ›Abschiedsfarben‹.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 20.01.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-22953-0
Verlag Diogenes
Maße (L/B/H) 18/11.4/1.7 cm
Gewicht 189 g
Auflage 87. Auflage

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
72 Bewertungen
Übersicht
36
17
14
1
4

Eine verbotene Beziehung und viele Fragen für Gewissen und Moral
von Julian E. am 25.10.2020
Bewertet: Einband: Geheftet

Der junge Michael fühlt sich zur 21 Jahre älteren Hanna sehr hingezogen und kann sich dies zunächst selbst nicht erklären. Über die Zeit entwickelt sich im jungen Nachkriegsdeutschland eine ganz und gar verbotene Beziehung. Für sie ist Michael nur das „Jungchen“, für ihn ist Hanna ein ganz wesentlicher und fester Baustein in der... Der junge Michael fühlt sich zur 21 Jahre älteren Hanna sehr hingezogen und kann sich dies zunächst selbst nicht erklären. Über die Zeit entwickelt sich im jungen Nachkriegsdeutschland eine ganz und gar verbotene Beziehung. Für sie ist Michael nur das „Jungchen“, für ihn ist Hanna ein ganz wesentlicher und fester Baustein in der Phase der persönlichen Unsicherheit. Durch die Beziehung mit Hanna fühlt Teenager Michael sich charakterlich stark und fest im Leben stehend. Mädchen aus seiner Schulklasse finden das wiederum anziehend - doch Michael hat sein Herz bereits verschenkt. Dieses wunderbare Buch ist in drei Teile aufgeteilt und behandelt im ersten Teil die sich entwickelnde Beziehung zwischen Michael und Hanna. Im zweiten Teil geht es - relativ abrupt - um die Zeit von Michaels Studium. Wie der Autor Bernhard Schlink auch, studiert Michael Rechtswissenschaften. Dabei interessiert ihn ein aktueller Strafprozess vor dem Schwurgericht seiner Stadt ganz besonders stark... Der dritte Teil des Buches spielt wiederum einige Jahre später und ist der traurigste Teil. Die Geschichte des Vorlesers ist gefüllt mit zahlreichen, moralischen Fragen. Dies beginnt schon mit der verbotenen Beziehung der beiden Menschen und spitzt sich im zweiten Teil auf einen Höhepunkt zu. Als Leser wird man oft an die Grenzen des eigenen Gewissens geführt und oft sogar deutlich darüber hinaus. Was ist Schuld, was Verantwortung? Inwieweit darf man in ein anderes Leben eingreifen und was meint das vermeintlich Beste? Ich kann dieses Meisterwerk jedem nur empfehlen und bin sehr froh, es (in wenigen Stunden) gelesen zu haben.

Moralisch kontrovers, philosophisch geschmückt und außergewöhnlich besonders
von einer Kundin/einem Kunden aus Leer am 24.10.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Vermutlich hätte ich dieses Buch niemals in die Hände genommen, wenn unsere Deutschlehrerin uns nicht dazu verdonnert hätte. Vielleicht hätte ich irgendwann einmal den Film geschaut, aber auch das nur, wenn ich durch Zufall darauf gestoßen wäre. Doch unsere Deutschlehrerin hat uns den Auftrag gegeben das Buch zu lesen - zum... Vermutlich hätte ich dieses Buch niemals in die Hände genommen, wenn unsere Deutschlehrerin uns nicht dazu verdonnert hätte. Vielleicht hätte ich irgendwann einmal den Film geschaut, aber auch das nur, wenn ich durch Zufall darauf gestoßen wäre. Doch unsere Deutschlehrerin hat uns den Auftrag gegeben das Buch zu lesen - zumindest den ersten Teil - und so habe ich innerhalb von ein paar Tagen das Buch beendet. Vielleicht hätte ich auch schneller lesen können, doch zugegeben waren manche Passagen nur schwer zu verstehen und der 1. Teil hat es mir auch nicht immer leicht gemacht, das Buch weiterzulesen. Dazu aber gleich mehr. Ich wusste im Vorhinein ein wenig worum es geht, auch da ich mir den Trailer zum Film angeschaut habe und war so erstmal wenig überrascht vom Inhalt. Allerdings von Bernhard Schlinks teils wirklich philosophischen Einwürfen, über die ich mehr als einmal nachdenken musste. Der erste Teil hat mir nicht sonderlich gut gefallen, er war gut geschrieben, bestand jedoch vor allem aus Sex - und auch wenn mir solche Szenen in gewissen Maßen nichts ausmachen, so waren es doch beachtlich viele. Und zu wissen, dass es ein 15-jähriger mit einer Mitte 30-Jährigen tut macht das ganze nicht viel besser. Dementsprechend hat dieser Teil mir einiges abverlangt und ich habe kaum erwartet, dass es besser wird... Doch das wurde es. Ab dem 2. Teil habe ich angefangen das Buch zu genießen, mit all seinen komplexen Fragen, den moralischen Zwiespalten, zwischen denen der Protagonist steht und dem so ungewöhnlichen Schreibstil. Es ist eine besondere und doch so lehrreiche Aufarbeitung der NS-Zeit und zeigt Facetten, die man so z.B nicht im Geschichtsunterricht behandelt, und gerade für meine, noch so junge Generation, unheimlich viel Wert hat. Ja, es war teilweise schwer verständlich, manche Zeilen mussten mehrmals gelesen werden, und doch fiel es mir irgendwie leicht. Ich möchte weiterhin nicht zu viel verraten, doch ich kann eines Sagen: Am Ende habe ich geweint. Und dann habe ich mich gefragt, ob ich das überhaupt darf, oder ob das Weinen nicht auch moralisch verwerflich ist...

von einer Kundin/einem Kunden am 14.09.2020
Bewertet: anderes Format

Ein Jugenlicher und eine erwachsene Frau lernen sich durch Zufall kennen und verieben sich ineinander. Alles scheint auf einem guten Weg, da sie sich wirklich um die Beziehung bemühen. Doch sie hat ein tiefes dunkels Geheimnis, das nicht nur ihre Liebe bedroht. Eindrucksvoll.


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