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Machine Gun Preacher

Verfilmung von Sam Childers Biographie, der in familiär schwierigen Verhältnissen aufwuchs und zunächst ein drogensüchtiger und dealender Harley Davidson Biker war. Heute arbeitet er in den gefährlichsten Gebieten Sudans und Ugandas, um dort jungen Kriegsopfern, Waisen und Kindersoldaten zu helfen und ein Heim zu bieten. Sein Ziel ist es, die Kinder zu retten und ihnen eine Chance zu geben, egal zu welchem Preis.
RezensionBild
Der Film wurde zum grossen Teil auf 16mm-Material gedreht, ergänzt durch Aufnahmen in 35mm. Das ist auch der Hauptgrund für den zum Teil rauen, körnigen und damit etwas weicheren Look. Das Bild (2,35:1; 1080p) kommt ein wenig detailärmer daher und sieht daher nicht so knackig und reichhaltig aus wie ein normaler 35mm-Film. Dennoch ist das Ergebnis ausgesprochen gut. Der Kontrast ist ausgewogen und sorgt für eine gute Durchzeichnung. Der Schwarzwert könnte allerdings noch ein bisschen satter sein. Die Farben sind etwas gedämpft und werden, gerade in Afrika, von warmen Tönen dominiert. Die Kompression arbeitet makellos.
RezensionBonus
Die Extras sind nicht gerade zahlreich, bieten aber zumindest einen kleinen Einblick in die Entstehung des Filmes. Das Bonusmaterial besteht aus den beiden Featurettes MACHINE GUN PREACHER - A Discussion with Marc Forster (ca. 19 min, HD), in der Regisseur Forster seine Sicht der Dinge erzählt und Anmerkungen zum echten Sam Childers macht, und Making the Music for MACHINE GUN PREACHER (ca. 14 min, HD), in der das Komponisten-Team ihren Ansatz zur Musik erläutert, dem Musikvideo von Chris Cornell: \"The Keeper\" (ca. 4 min, HD), einer B-Roll (ca. 4 min) mit unkommentierten Bildern von den Dreharbeiten und Aufnahmen vom echten Sam Childers sowie einem deutscher Trailer.

Die Extras liegen alle in Englisch mit optionalen Untertiteln vor.
RezensionTon
Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1

Es gibt optionale deutsche Untertitel.

Der Film teilt sich in zwei Hälften. Eine ist ein dialogorientiertes Drama, das naturgemäss von der Front dominiert wird und die Rears entsprechend vernachlässigt. Nur etwas gelegentliche Musikuntermalung verschafft auch den hinteren Boxen mehr Einsatz und erschafft einen angenehme räumliche Kulisse. Die \"Actionszenen\" bringen dagegen mehr Leben in die Lautsprecher, da man hier die Kugeln durch alle Boxen sirren, satte Explosionen, die auch den Subwoofer fordern und Einschläge in Metall, Glas, Holz oder Körper hört. Allerdings darf man dies nicht mit der krawalligen Abmischung eines richtigen Actionfilmes vergleichen, die oft viel aggressiver daherkommen. Die Dialoge gehen deshalb auch nie unter und bleiben stets verständlich.
Zitat
MACHINE GUN PREACHER (USA; 2011) ist trotz seines martialischen Titels kein Actionfilm, sondern ein Drama über den Wandel und Werdegang eines amerikanischen Junkies und Kriminellen, der sich in Afrika engagiert und dem dortigen Genozid entgegenstellt.

Der Film basiert auf der (wahren?) Geschichte des Sam Childers, einem ehemaligen gewalttätigen Biker, Drogenhändler und -konsumenten sowie Ex-Knacki mit diversen Vorstrafen. Nach einem blutigen Vorfall wandelt er sich, wird religiös und hat nach einem Vortrag eines Pfarrers, der in Afrika hilft, die Idee sich selbst zu engagieren. Sein Plan, ein Waisenhaus im Sudan zu bauen, wird zunächst belächelt, doch dann setzt Childers es tatsächlich um. Und das gegen jeden Widerstand, denn Rebellen der LRA, geführt vom berüchtigten Massenmörder Joseph Kony, legen zu Beginn alles in Schutt und Asche, so dass man wieder von vorne beginnen muss. Doch das Vorhaben wird weiterhin täglich durch die attackierenden Rebellen bedroht, denen eine Hilfseinrichtung auf ihrem Territorium gar nicht behagt. Childers baut also nicht nur sein Heim wieder auf, sondern er beginnt mit Gewalt zurückzuschlagen und selbst zu kämpfen, um das Haus zu schützen, die Rebellen zu töten und so abzuschrecken. Childers Wunsch zu helfen wird sukzessiv zu einer Obsession. Und zwar so sehr, dass er sogar seine eigene Familie und seine Freunde dafür vernachlässigt. Er will immer mehr und mehr machen, denn er will allen helfen und kann es doch einfach nicht. Dieser Umstand macht ihn vor allem wütend und diese Wut entlädt sich zum Teil in den brutalen Kämpfen gegen die Rebellen.

Der Film wechselt episodenhaft zwischen den USA mit Childers Familie und dem Sudan mit dem Waisenhaus hin und her, behält aber relativ gut eine Balance. Beide Erzählstränge stehen auch nicht für sich, sondern bedingen sich und haben wechselseitige Auswirkungen.

Unter der Regie von Marc Forster (QUANTUM OF SOLACE, STAY, MONSTER\'S BALL) entstand ein BioPic, das schmeichelhafter für Childers ausfällt als die Wirklichkeit, schliesslich ist Childers in Wahrheit etwas weniger sympathisch als er zunächst erscheinen mag. Immerhin ist der Mann ein Waffennarr und christlicher Fundamentalist. Der Film simplifiziert letztendlich die Figur des Childers, macht sie sauberer und liebevoller. Und der Film bleibt seiner Hauptfigur gegenüber unkritisch. Kein Wort davon, dass es sich um einen narzisstischen, religiös motivierten Söldner auf einem Ego-Trip handelt, der dazu in grossem Umfang mit Waffen handelt, über viele Details seiner Aktionen gelogen hat und sogar Fotos gestellt haben soll, um mehr Spenden zu generieren. Dazu soll der Zustand seines Waisenhauses und der Kinder schlechter sein, als er selbst sagt und der Film suggerieren will.

Dennoch ist die Frage interessant: Wie bekämpft man Banden, die durch das Land ziehen, foltern, vergewaltigen, Kinder entführen, brandschatzen und töten? Sicher nicht allein durch Reden und endlose, geschwätzige Friedensverhandlungen, die zu oft zu gar nichts führen, während das Morden einfach weitergeht. Das ambivalente Thema wird allerdings einseitig zu einer Lösung gebracht.

Manchmal gibt sich der Film plakativ, wenn die Verschwendungssucht, die Lust am westlichen Luxus und die albernen Alltagsprobleme von Amerikanern, den wirklichen Problemen aus Afrika, dem täglichen Kampf um Leben und Tod, gegenüber gestellt werden, was natürlich zunächst ausdrucksstark ist, aber auch überspitzt und letztendlich ein wenig billig. Eine Kritik an der Ignoranz des Westens gegenüber dem alltäglichen Genozid in Afrika (und anderswo) ist wünschenswert, aber dann bitte nicht so platt. Und das nächste Mal sollte man auch die stilisierten und deshalb unrealistischen Schiessereien und Gefechte im Hollywood-Stil sein lassen, wenn man schon einen ernsthaften, semi-dokumentarischen Film macht. Selbst dem echten Childers war das zu viel des Guten.

Gerard Butler, Michael Shannon und Michelle Monaghan spielen die Hauptrollen in diesem Werk, aber gerade Butler liefert eine eindrucksvolle One-Man-Show ab. Er hat eine tolle Präsenz, weshalb aber alle anderen Figuren und Schauspieler auch zurückstecken müssen und so etwas untergehen.

MACHINE GUN PREACHER ist ein ambitionierter, wenngleich über weite Teile gescheiterter Film, der einen moralisch fragwürdigen Menschen in den Mittelpunkt rückt, der eine ehrenwerte Absicht hegt, aber dessen Methoden und Motivation zweifelhaft erscheinen und der aber dennoch mehr in Afrika leistet als Dutzende dauerempörte Gutmenschen zusammen, die vom Sofa aus ihre Anteilnahme heucheln. Wenn nur nicht der schale Geschmack zurückbliebe, den jemand wie Childers hinterlässt.
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  • - Interview mit Cast & Crew

    - Making the Music

    - Musikvideo

    - Trailer

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Beschreibung

Produktdetails

Medium Blu-ray
Anzahl 1
FSK Freigegeben ab 16 Jahren
Erscheinungsdatum 24.08.2012
Regisseur Marc Forster
Sprache Deutsch, Englisch (Untertitel: Deutsch)
EAN 0887254126294
Genre Action
Studio Universum Film
Spieldauer 129 Minuten
Bildformat HD (1080p), Widescreen (2,35:1)
Tonformat Deutsch: DTS HD 5.1, Englisch: DTS HD 5.1
Verpackung Blu-ray Softbox Standard
Film (Blu-ray)
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