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The Rest is Noise

Das 20. Jahrhundert hören. Ausgezeichnet mit dem National Book Critics Circle Award und Guardian First Book Award 2008

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Taschenbuch
Eine glänzende Erzählung lässt uns die Geschichte des 20. Jahrhunderts über seine Musik neu erleben. Alex Ross, Kritiker des New Yorker, bringt uns aus dem Wien und Graz am Vorabend des Ersten Weltkriegs ins Paris und Berlin der Goldenen Zwanziger Jahre, aus Hitler-Deutschland über Russland ins Amerika der Sechziger und Siebziger Jahre. Er führt uns durch ein labyrinthisches Reich, von Sibelius bis Lou Reed, von Mahler bis Björk. Und wir folgen dem Aufstieg der Massenkultur wie der Politik der Massen, den dramatischen Veränderungen durch neue Technologien genauso wie den Kriegen, Experimenten, Revolutionen und Aufständen der zurückliegenden hundert Jahre.
Rezension
"In seinem Streifzug durch die Neue Musik schildert er Stockhausen, Glass, Cage & Co. als in ihrer Zeit verwurzelte Künstler so anschaulich und spannend, dass sogar Skeptiker Lust bekommen, sich diesen ungewöhnlichen Hörerfahrungen auszusetzen.", SonntagsZeitung (CH), 17.01.2010
Portrait
Ross, Alex
Alex Ross, geboren 1968, ist seit 1996 Musikkritiker des New Yorker. »The Rest is Noise«, sein erstes Buch, wurde ein ungeheurer Erfolg: ein von der Kritik mit Lob und Preis gefeierter Bestseller, der in 15 Ländern erscheinen wird. Ross ist »MacArthur Fellow« und lebt in New York.

Herzke, Ingo
Ingo Herzke, geboren 1966, lebt in Hamburg und arbeitet als Literaturübersetzer u.a. von Alan Bennett, A.L. Kennedy, Gary Shteyngart und Nick Hornby.
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  • VORWORT
    Im Frühjahr 1928 bereiste George Gershwin, der Schöpfer der Rhapsody in Blue, Europa und lernte die führenden Komponisten seiner Zeit kennen. In Wien besuchte er Alban Berg, dessen blutgetränkte, dissonante, dunkel-erhabene Oper Wozzeck drei Jahre zuvor in Berlin uraufgeführt worden war. Zur k Begrüssung seines amerikanischen Gastes liess Berg ein Streichquartett seine Lyrische Suite spielen, worin der Wiener Lyrismus so auf die Spitze getrieben e wird, dass er wie ein gefährliches Narkotikum wirkt.
    Danach schritt Gershwin zum Klavier, um einige seiner Lieder zu spielen. Er zögerte. Bergs Werk hatte ihn mit Ehrfurcht erfüllt. Konnten seine eigenen Stücke in dieser düster-sinnlichen Umgebung bestehen? Berg sah ihn streng an und sagte: "Mr. Gershwin, Musik ist Musik."
    Wenn es nur so einfach wäre. Letztlich wirkt jede Musik auf ihr Publikum nach denselben physikalisch-akustischen Gesetzen, sie bewegt die Luft und erzeugt so eigenartige Empfindungen. Doch im fi 20. Jahrhundert ist das musikalische Leben in eine brodelnde Masse verschiedenster Kulturen und Subkulturen zerfallen, die alle ihren eigenen Kanon, ihre eigene Sprache entwickelt haben. Manche Genres sind populärer geworden als andere ; keines hat echte Massenwirkung. Was eine Gruppe von Hörern erfreut, verursacht einer anderen Kopfschmerzen. Hip-Hop-Tracks begeistern Teenager und schockieren ihre Eltern. Beliebte Schlager, die einer älteren Generation das Herz brechen, sind in den Ohren ihrer Enkel süsslicher Kitsch. Bergs Wozzeck ist für manche eine der fesselndsten Opern, die je geschrieben wurden ; Gershwin fand das jedenfalls und ahmte sie in Porgy and Bess nach, nicht zuletzt in den verwehten Akkorden, die "Summertime" umspielen. Für andere ist Wozzeck bloss ein Wust von Missklängen. Solche Diskussionen werden schnell hitzig; wir reagieren unduldsam auf den Geschmack anderer, bisweilen gar gewaltsam. Andererseits kann uns Schönheit an unerwarteten Orten begegnen. "Wo wir auch sind", schrieb John Cage in seinem Buch Silence, " wir hören meistens Lärm. Ignorieren wir ihn, stört er uns. Lauschen wir ihm, finden wir ihn faszinierend." fi
    Klassische Komposition des 20. Jahrhunderts, das Thema dieses Buches, klingt für viele wie Lärm. Sie ist eine weitgehend ungezähmte Kunst, eine noch nicht assimilierte Untergrundszene. Mögen die abstrakten Spritzer eines Jackson Pollock auf dem Kunstmarkt 100 Millionen Dollar und mehr einbringen, mögen die experimentellen Arbeiten eines Matthew Barney oder David Lynch in Studentencafés in aller Welt analysiert werden, ihre musikalische Entsprechung erzeugt immer noch leichte Schauder des Unwohlseins in den Konzertsälen und so gut wie keine Wirkung ausserhalb derselben. Klassische Musik erfüllt das Klischee einer Kunst der Toten, deren Repertoire bei Bach beginnt und bei Mahler und Puccini endet. Manche Menschen sind ernsthaft überrascht, wenn sie hören, dass es immer noch Komponisten gibt, die Musik schreiben.
    Dabei sind deren Klänge gar nicht so fremdartig. Atonale Akkorde tauchen im Jazz auf; avantgardistische Klänge hört man in Filmmusiken aus Hollywood; der Minimalismus hat die Rock-, Pop- und Klubmusik seit den Velvet Underground beeinflusst. Manchmal klingt diese Musik wie Lärm, weil sie fl Lärm ist, oder jedenfalls beinahe, und das mit Absicht. Manchmal vermischt sie, wie in Bergs Wozzeck, Bekanntes und Fremdes, Wohlklang und Missklang. Manchmal ist sie von so einzigartiger Schönheit, dass man verblüfft nach Luft schnappt, wenn man sie hört. Bei einer Aufführung von Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du temps fi mit seinen grossartig singenden Melodielinien und sanft tönenden Harmonien bleibt jedes Mal die Zeit stehen.
    Weil Komponisten in jeden Bereich des modernen Lebens vorgedrungen sind, lässt sich ihre Arbeit nur auf der allergrössten Leinwand darstellen. The Rest is Noise zeigt nicht nur die Künstler selbst, sondern auch die Politiker, Diktatoren, millionensc
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 703
Erscheinungsdatum 15.01.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30189-3
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18.8/12.1/5 cm
Gewicht 495 g
Originaltitel The Rest Is Noise: Listening to the Twentieth Century
Abbildungen mit 21 Abbildungen, mit 21 Abbildungen
Übersetzer Ingo Herzke
Verkaufsrang 33379
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Einfach toll
von einer Kundin/einem Kunden aus Lenzburg am 27.08.2014

Das Buch ist sehr interessant, liefert tausenderlei Informationen über Komponisten und Musiker, ihre Beziehungen untereinander, Anektoten, Querbezüge zur Literatur etc. Und das alles spannend erzählt, eingebettet in die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Für alle, die etwas an Musik oder generell kulturell interessiert sind ein Muss!

Ein profunder Einblick in eine doch ganz eigene Welt
von Michael Lehmann-Pape am 05.02.2013

Vorweg gesagt, ein „einfaches“ Buch liegt hier wahrlich nicht vor, was nicht zu letzt auch dem gewählten Thema an sich geschuldet ist. Eng gedruckt führt Alex Cross den Leser ausführlich durch die eher „E“ Musik des 20. Jahrhunderts (auch wenn Cross selbst die leidige Unterscheidung zwischen „E“ und „U“ Musik relativiert und ... Vorweg gesagt, ein „einfaches“ Buch liegt hier wahrlich nicht vor, was nicht zu letzt auch dem gewählten Thema an sich geschuldet ist. Eng gedruckt führt Alex Cross den Leser ausführlich durch die eher „E“ Musik des 20. Jahrhunderts (auch wenn Cross selbst die leidige Unterscheidung zwischen „E“ und „U“ Musik relativiert und auch „Grenzgänger“ in seine Darstellung mit einbezieht, auf Jazz und Rock´n Roll mitverweist). Von Strauß und Mahler in der „neuen Welt“ über Sibelius, von Ravel über Strawinsky und der sowjetischen Musik der stalinistischen Ära, von Copland über Cage, Schostakowitsch bis zur Avantgarde der 60er und 70er Jahre, vielfachen Spuren geht Cross nachher und ordnet diese in seine chronologische Abfolge ein. Von 1900 bis 1933 (das goldene Zeitalter, Falk, Jazz, Berlin in den Zwanzigern u.a.), von 1933 bis 9145 (Radiomusik Amerikas, Hollywood, ebenso der Blick auf Russland mit u.a. Prokofjew) und die Zeitspanne von 1945 – 2000 sind die drei großen Epochen, die Cross zugrunde legt. Künstler und konkrete Werke sind es dabei, die Cross nicht nur im Buch „zum klingen“ bringt, sondern, dankenswerter Weise, auch als Hörerlebnisse auf einer Internet Page dem Buch entsprechend zur Verfügung stellt. Eine große Hilfestellung, keine Frage, alleine schon, wenn man sich die intensive Auseinadersetzung mit „Daphne“ aus dem Spätwerk Richard Strauss zu Gemüte führt. Da ist es hier und da fast zwingend notwendig, die interpretatorischen Ausführungen im Buch zugleich nachhören zu können. So erschließt sich Seite für Seite an der kundigen Hand des Autors die vielschichtige und umfassende Entwicklung, die „Welt der Musik“ des 20. Jahrhunderts. Wobei nicht nur für das Thema und die vorliegende Breite eine hohe Komplexität vorliegt, sondern auch in Stil und Sprache ein sehr konzentriertes Lesen erforderlich ist. Cross schreibt nicht locker und populär vor sich hin, sondern teilt tatsächlich sein profundes Wissen auch auf hohem sprachlichen Niveau mit. Selbst da, wo die Beatles in den Fokus rücken und von Cross durchaus mit dem „Darmstadt-Sound“ und den progressiven Experimenten der Darmstädter Komponisten jener Zeit in Verbindung gesetzt werden, muss man schon genau und konzentriert lesen, um die Zusammenhänge dann im Gesamten zu erfassen. Eine im Übrigen an sich spannende Phase im Buch, die zeigt, wie musikalische Avantgarde und neues erproben von Komponisten hier und da in der Populärmusik Widerhall und Weiterentwicklung fand (Riley, Rech und Glass mit ihrem Minimalismus der klaren Tonalität später dann bei Velvet Underground und anderen). Alex Cross legt eine umfassende Betrachtung der jüngeren Musikgeschichte auf hohem Niveau vor, in der er dem interessierten Leser Musiker, Komponisten, Zeitströmungen, Werkgeschichte, gegenseitige Beeinflussungen, aber auch Abkoppelungen von allgemeinen musikalischen Entwicklungen durch ein ganze Jahrhundert lang fundiert und profund vorlegt. Thema und Darreichungsform erfordern allerdings ein konzentriertes Lesen und die Bereitschaft, Cross tatsächlich tief in die Materie hinein zu folgen.

Kenntnisreich, spannend und wohlklingend: Musikkritiker Alex Ross erzählt das 20. Jahrhundert aus musikalischer Perspektive
von Mag. Valentin Robert Lorenzi aus Tulln am 07.02.2011
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dieses Buch ist ein tatsächlich seltenes und rares Geschenk, wofür es eine Vielzahl von Gründen gibt: Ross (Musikkritiker des "New Yorker") schildert anhand einer großen Phrase die lange und dicht gedrängte Geschichte des 20. Jahrhunderts. Und dies vollbringt er anhand wichtiger Angelpunkte aus der Musikgeschichte, beginnend im ... Dieses Buch ist ein tatsächlich seltenes und rares Geschenk, wofür es eine Vielzahl von Gründen gibt: Ross (Musikkritiker des "New Yorker") schildert anhand einer großen Phrase die lange und dicht gedrängte Geschichte des 20. Jahrhunderts. Und dies vollbringt er anhand wichtiger Angelpunkte aus der Musikgeschichte, beginnend im Fin de Siecle und (vorläufig) endend im Umfeld von Boulez an den Rändern des letzten Jahrhunderts. Ein weiterer Grund für meine Empfehlung muss natürlich sein, dass sich Ross stets über Stil- und Genregrenzen hinwegsetzt und nicht starr in den (ohnehin zumeist hinfälligen) Unterscheidungen zwischen E- und U-Musik-Kategorien denkt bzw. argumentiert. Eine der zentralen Leistungen von Ross ist aber ganz sicherlich, eine monumentale Fülle an Daten und musikhistorischen Hotspots, die eine unglaubliche zeitliche Distanz überspannen, in eine spannende und konsistente Erzählung zu packen. Zeugnisse hierfür sind etwa das Aufeinandertreffen der Musikstars Richard Strauss und Gustav Mahler bei der österreichischen Uraufführung der "Salome" in Graz (1906), das zu einem riesigen Medienerignis hochstilisiert wurde, oder auch der nicht minder bedeutende Komponist György Ligeti, der im Jahr 1967 den Klängen von "A Day in the Life" aus "Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band" der Beatles seine Aufmerksamkeit schenkt. Ganz nebenbei darf man noch erwähnen, dass in diesem Band alles in feinster Weise kommentiert ist, der Umgang mit Quellenmaterial lässt eigentlich nichts zu wünschen übrig. Als tolle und sinnvolle Ergänzung gibt uns Ross die Möglichkeit, wichtige, zentrale Musik des frisch vergangenen Jahrhunderts zu er-hören: auf einer von Ross betriebenen Homepage finden sich Musik- und Notenbeispiele, zudem eine (besonders praktisch!) iTunes-Playlist. Zusammenfassend will ich Ihnen dieses farbenreiche Buch-Ereignis ans Herz legen, an dem für einen echten Musikfan und Auskenner schlichtweg kein Weg vorbeiführt. Tauchen Sie ein in die Klänge der wohl ersten Epoche der Menschheit, der man akustisch auf Speichermedien nachspüren kann.