Wir lassen sie verhungern -

Die Massenvernichtung in der Dritten Welt

Jean Ziegler

(4)
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Beschreibung

Provokant, kritisch, kämpferisch

Der jährliche Hungertod von mehreren zehn Millionen Menschen ist der Skandal unseres Jahrhunderts. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Und das auf einem Planeten, der grenzenlosen Überfluss produziert. Dieser Massenvernichtung von menschlichem Leben begegnet die öffentliche Meinung mit eisiger Gleichgültigkeit - solange die alltäglichen Katastrophen nicht allzu aufdringlich »sichtbar« werden, wie etwa die Hungersnot, die seit Sommer 2011 in fünf Ländern am Horn von Afrika eine tödliche Bedrohung darstellt.

Jean Ziegler verbindet seine Erfahrungen aus acht Jahren als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung mit seinem unermüdlichen Kampf für eine friedliche, gerechte Welt. Er erinnert an die dramatische ungleiche Verteilung von Reichtum, an die strukturelle Gewalt unserer Weltordnung, an Milliardenzocker, die Nahrungsmittel monströs verteuern, und er zeichnet das brutale Bild des Hungers.

"Ein grosses Buch, hervorragend recherchiert."

"So umstritten Jean Zieglers Argumente bisweilen sein mögen, seine Empörung über die Hungersnot in der Welt hinterlässt einen glaubwürdigen Eindruck."

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 320 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.09.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783641079574
Verlag Random House ebook
Originaltitel Destruction Massive
Dateigröße 3900 KB
Übersetzer Hainer Kober
Verkaufsrang 11061

Kundenbewertungen

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von einer Kundin/einem Kunden am 24.12.2017
Bewertet: anderes Format

Einer der Gerechten unserer Welt versucht uns immer wieder aufzurütteln. Überfluss auf der einen, Hunger auf der anderen Seite der Welt. Geld wäre da, das zu ändern. Es wird Zeit!

Wir lassen sie verhungern - erschreckend, ehrlich aber auch ein wenig einseitig
von einer Kundin/einem Kunden am 06.05.2015
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ziegler geht der »Massenvernichtung in der Dritten Welt« nach und analysiert, durch eigene Erfahrungen, die er als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung sammeln konnte, durch Bücher, Studien und Analysen die heutigen Missstände in der Welt. In einer Welt, in der laut FAO 12 Milliarden Menschen ohne Probleme zu ernä... Ziegler geht der »Massenvernichtung in der Dritten Welt« nach und analysiert, durch eigene Erfahrungen, die er als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung sammeln konnte, durch Bücher, Studien und Analysen die heutigen Missstände in der Welt. In einer Welt, in der laut FAO 12 Milliarden Menschen ohne Probleme zu ernähren wären, ist ein Kind, das an Hunger stirbt, Mord - so Zieglers Hauptthese. Und so vereinfachend sie auf den ersten Blick erscheint, so wahr ist sie doch in ihrem Kern. So viel Fortschritt, so viel Technologie konnte die Menschheit bereits erringen - wieso sterben noch immer täglich zehntausende von Kindern, Frauen, Männern? Wieso schaffen wir es nicht, diese ungeheure Ungerechtigkeit zu besiegen? »Ich vermag nicht zu sagen, wie oft ich in Diskussionen im Anschluss an meine Vorträge in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien Einwände hörte wie etwa: »Würden die Afrikaner nicht so hemmungslos Kinder in die Welt setzen, hätten sie auch weniger Hunger!« Die Ideen von Thomas Malthus sterben eben nicht aus. Und was ist von den Verantwortlichen zu halten? Den Herren der Nahrungsmittelkonzerne, den gewichtigen Führern der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen Währungsfonds (IWF), den westlichen Diplomaten, den Spekulationshaien und den Geiern des »grünen Goldes«, die behaupten, der Hunger sei ein natürliches Phänomen, das nur von einem total liberalisierten und privatisierten Weltmarkt besiegt werden könne? Der schaffe zwangsläufig Reichtümer, in deren Genuss dann ganz von alleine auch die vielen Millionen Hungernden kämen . . . ( . . . ) Die Ideologien verschleiern die Wirklichkeit. Und das Verbrechen breitet sich im Schutz dieser Tarnung aus. ( . . . ) Die deutschen Marxisten der Frankfurter Schule ( . . . ) haben beschrieben, wie sich die herrschende kapitalistische Ideologie auswirkt, das heisst, wie sie den Menschen von Kindheit an dazu bringt, sein Leben freiwillig ihm weit entrückten Zwecken - insbesondere der Warenproduktion - unterzuordnen, und ihm auf diese Weise die Möglichkeit persönlicher Autonomie nimmt, durch die sich Freiheit manifestiert.« (S. 19) Diese Ideen grenzen an Sozialdarwinismus - geschickt verschleiert unter der Ideologie des Neoliberalismus. Schlussendlich, so die Vorstellungen, gibt es kein Recht auf Nahrung, da man sich alles »verdienen« muss. Menschenverachtender und triefend vor Zynismus kann eine Ideologie wohl nicht sein. Bereits im Nationalsozialismus argumentierte man mit erschreckend ähnlichen Argumenten. »Eine der gegenwärtig schlimmsten »langwierigen Krisen« findet in der Tabelle der FAO keine Berücksichtigung. Sie ist eine unmittelbare Folge der Gaza-Blockade. ( . . . ) Heute leben auf den 365 Quadratkilometern des Gazastreifens dicht gedrängt 1,5 Millionen Palästinenser, in ihrer grossen Mehrheit Flüchtlinge oder Nachkommen der Flüchtlinge der Kriege von 1947, 1967 und 1973. Im Februar 2005 beschloss die Regierung Sharon den Rückzug aus dem Gazastreifen. Im Inneren sollten die palästinensischen Behörden fortan alle Verwaltungsaufgaben übernehmen. Doch nach internationalem Recht bleibt Israel Besatzungsmacht: Luftraum, Hoheitsgewässer und Landesgrenzen stehen unter seiner Kontrolle. So konnte Israel an seiner Flanke um das gesamte Gazagebiet einen Elektrozaun errichten und ihn zu beiden Seiten noch durch einen verminten Todesstreifen ergänzen. Und Gaza wurde das grösste »Freiluftgefängnis« auf unserem Planeten. Als Besatzungsmacht hätte Israel die Pflicht, das humanitäre Völkerrecht zu achten und insbesondere auf den Einsatz der »Hungerwaffe« gegen die Zivilbevölkerung zu verzichten.« (S. 63) Die Realität sieht leider anders aus. Viele Kinder zeigen Anzeichen von Mangelernährung. Durch die Blockade haben sich die Einkünfte pro Einwohner seit 2006 halbiert. Die grosse Mehrheit der Gaza-Bewohner sind unter die Schwelle der extremen Armut gefallen: 34% der Einwohner litten unter schwerer Unterernährung. Kein Geld heisst nicht nur kein Essen, es bedeutet auch keine Medikamente - beides zusammen ist wohl etwas vom Schlimmsten, was man sich vorstellen kann. Für Malthus war Armut, Hunger, genauso wie Epidemien Naturgesetze, die durch »Sozialgesetze« nicht geändert werden sollten. »Malthus schrieb: »Der Pfarrer muss den Verlobten mitteilen: wenn ihr heiratet, wenn ihr Kinder zeugt, werden diese von der Gesellschaft keine Hilfe zu erwarten haben«, dann heisst es: »Epidemien sind notwendig.« Für Malthus wir der Arme im Fortgang seines Buches zu seinem ärgsten Feind: »Sozialgesetze sind schädlich . . . Sie ermöglichen den Armen, Kinder in die Welt zu setzen . . . Die von der Natur verhängte Strafe: die Not . . . Er (der Arme) muss wissen, dass die Naturgesetze, die Gottes Gesetze sind, ihn und seine Familie zum Leiden verurteilen.« Und schliesslich: »Die Kirchensteuer sind (für die Armen) erdrückend? Um so besser.« Eine solche Theorie konnte nicht ohne rassischen Differentialismus auskommen. Tatsächlich lässt Malthus in seinem Buch die Völker der Welt Revue passieren. Von den Indianern Nordamerikas schreibt er beispielsweise: »Diese Jägervölker sind wie die Raubtiere, denen sie ähneln.« (S. 100 & 101) Die Oberschichten Europas, die Bourgeoisie, waren von Malthus begeistert und empfahlen seine Lektüre. Matlhus’ Thesen fanden so breite Zustimmung bei den Aristokraten, da sie diese »moralisch entschuldigten«. Fortan mussten sie kein schlechten Gewissen mehr haben, wenn sie weiterhin Reichtümer anhäuften und sich auf Kosten der Armen und Unterdrückten ihren Wohlstand mehrten. Zieglers Buch ist erschreckend, erhellend - man möchte am liebsten weinen vor der Ungerechtigkeit auf dieser Erde. Doch es ist auch ein wenig einseitig. Vereinzelt geht er zwar auch auf die korrupten Eliten in den jeweiligen Dritt-Welt-Ländern ein, doch als Hauptschuldige des »täglichen Massakers des Hungers« sieht Ziegler westliche Regierungen, Multinationale Konzerne und Organisationen wie den IWF - das stimmt sicher, da möchte ich mich nicht anmassen, einem solch erfahrenen UN-Mitarbeiter zu widersprechen, doch leider spielen die korrupten Eliten in den jeweiligen Ländern auch eine nicht unwichtige Rolle in diesem traurigen Spiel. Nichtsdestotrotz ist dies ein sehr intelligentes und aufschlussreiches Buch!

..wer sonst als Jean Ziegler....
von einer Kundin/einem Kunden am 08.01.2013
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

...in der Sache treffsicher analysiert, belegt mit Fakten - teilweise zu viel -, Qualität mit Zeigefinger, dies es kann nur Jean Ziegler. Wie alle Bücher von ihm, muss zumindest auch dieses Buch gelesen und am besten auch im Bücherregal stehen haben, quasi ein Muss!!1 Warum er immer noch weniger oder weniger ein Alleinkämpfe... ...in der Sache treffsicher analysiert, belegt mit Fakten - teilweise zu viel -, Qualität mit Zeigefinger, dies es kann nur Jean Ziegler. Wie alle Bücher von ihm, muss zumindest auch dieses Buch gelesen und am besten auch im Bücherregal stehen haben, quasi ein Muss!!1 Warum er immer noch weniger oder weniger ein Alleinkämpfer ist, ist und bleibt ein Rätsel. Alle machen die Augen zu, keiner will es wissen, das hatten wir doch schon mal vor zig Jahrzehnten.


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