Büssing auf ganzer Linie

Die Linienbusse Senator, Präfekt und Präsident

Stadtverkehr-Bildarchiv Band 3

Peter F. Linhart

Heinrich Büssing (1843-1929) war einer, der den Begriff „Deutsche Wertarbeit“ ganz entscheidend mitgeprägt hat. Er erlernte sein Handwerk in der kleinen Schmiede seines Vaters und baute aus kleinsten Anfängen eine der ersten Adressen für Nutzfahrzeuge, die weltweit höchste Anerkennung fand. Ursprünglich begann Büssing 1871 mit der Herstellung von Sicherheitseinrichtungen für die Eisenbahn, was aber seiner eigentlichen Leidenschaft für Nutzfahrzeuge nicht unbedingt gerecht wurde. Sein beispielhafter Erfindergeist bescherte ihm grossen Zuspruch, weshalb er der Branche fast 30 Jahre treu blieb und währenddessen über 90 Patente für seine Konstruktionen anmelden konnte. Um die Jahrhundertwende entschliesst sich Heinrich Büssing, sich endlich der Automobilbranche zu widmen, was eigentlich schon immer sein Traum war. Im Alter von 60 Jahren meldet er seine neue Firma zur „Fabrikation von Verbrennungsmotoren und Kraftwagen“ an. Damit war der Grundstein für das Büssing-Nutzfahrzeug-Imperium gelegt.
Der erste Büssing-Omnibus wurde 1904 vorgestellt. Ein Fahrzeug für zwölf Personen, ausgerüstet mit einem 20-PS- Vierzylinder-Motor, für dessen Betrieb eigens die „Automobil-Omnibus-Betriebs-Gesellschaft Braunschweig“ gegründet wurde. Damit war auch gleichzeitig die erste offizielle Omnibuslinie eröffnet, welche von Wendeburg nach Braunschweig führte. Der überaus grosse Zuspruch im Personentransportgewerbe führte dazu, dass Büssing neben der eigentlichen Herstellung von Lkw und Bussen auch sein Omnibusbetriebsnetz ständig erweiterte, was neben dem Linienverkehr auch dem Tourismusgeschäft im Harz zugute kam.
Trotz schwieriger Zeiten konnte Büssing den Nutzfahrzeugbau mit immer neuen Innovationen bereichern. Besonders hervorzuheben war natürlich die Entwicklung des Unterflurmotors, der 1935 offiziell als Patent angemeldet wurde. Heute ist er – besonders im Omnibusbau – nicht mehr wegzudenken. 135 PS leistete der U9-Motor im Typ 5000 TU, mit dem 1949 die Serienproduktion von Trambussen mit Unterflurmotor begann. Das Konzept bewährte sich prächtig. Der extrem flache Motor in Fahrzeugmitte unter dem Wagenboden bot dem Fahrgast nun einen ebenen Durchgang durch den ganzen Wagen. Ein in das Fahrzeug ragender Motor, Gestank von Öl und Abgasen und natürlich der extreme Lärm waren Vergangenheit. Ausserdem verbesserten sich durch den niedrigeren und dadurch günstigeren Gewichtsschwerpunkt die Fahreigenschaften merklich.
1953 kam der erste Omnibus vom Typ 4000 T mit 100 PS in Verbundbauweise auf den Markt. Damals bezeichnete man die Fahrzeuge ganz nüchtern nach ihrer Gewichtsklasse. Zu dem 4000 T gesellten sich bald die Typen 4500 T, 5000 T, 6500 T usw. mit jeweils entsprechend höherer Nutzlast. Sie ersetzten langsam aber sicher die noch zahlreich im Einsatz befindlichen Haubenbusse.
Lkw und Omnibusse mit dem Löwen und der sogenannten„Büssing-Spinne“ fanden im In- und Ausland grösstes Interesse. Anfang der fünfziger Jahre gingen knapp 30 % der Produktion in den Export. Zeitweise waren über 5.000 Mitarbeiter bei Büssing beschäftigt.
Geniessen Sie im vorliegenden Band 3 der „Stadtverkehr-Bildarchiv“-Reihe zahlreiche, teils bisher unveröffentlichte Fotos mit den verschiedenen Variationen der Senator-, Präfekt- und Präsident-Omnibusse sowie Detailfotos und Bilder aus der Fabrikation. Viele Verkehrsbetriebe hatten diese Busse im Einsatz und waren begeistert von ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrem angenehmen Fahrverhalten. Viele Busfahrer fragten sich damals wer denn die schöneren Rundungen besass – die Frau zuhause oder ihr Bus? Die Antworten darauf sind leider nicht überliefert. Glücklicherweise sind aber einige Exemplare in Museen oder bei Sammlern bis heute erhalten geblieben. Teilweise werden diese auch für Sonderfahrten eingesetzt und wurden in diesem Buch berücksichtigt. Viel Spass mit den Bildern und vielleicht auch bei einer Fahrt in einem erhalten gebliebenen Senator, Präfekt oder Präsident wünschen
Peter F. Linhart und der EK-Verlag, im Mai 2013
Buch (Kunststoff-Einband)
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Beschreibung

Büssing war dafür bekannt, neben schweren und stabilen Lkw auch hochwertige und zuverlässige Omnibusse zu bauen. Zahllose Omnibustypen und -Varianten verliessen die Braunschweiger Werkshallen. Mit Erfolg, denn in den sechziger Jahren stand Büssing mit seinen Baureihen Senator, Präfekt und Präsident an der Spitze der deutschen Linienbuszulassungen. „Ein formschönes kompaktes Fahrzeug mit den Fahreigenschaften eines Pkw“ schrieb damals die Fachpresse.
Mit dem vorliegenden Buch soll noch einmal an die Legenden im Omnibusbau "Senator", "Präfekt" und "Präsident" erinnert werden, die einen Meilenstein in der Omnibusgeschichte darstellen und auch heute noch unvergessen sind. Sehen Sie seltenes Bildmaterial der zahlreichen verschiedenen Versionen, den Einsatz in belebten Innenstädten und den Aussenbezirken und viele andere interessante Details. Abbildungen von Verkaufsprospekten und technische Informationen runden den umfangreichen Bildteil ab.

Produktdetails

Einband Kunststoff-Einband
Erscheinungsdatum 27.06.2013
Verlag Ek-Vlg
Seitenzahl 96
Maße (L/B/H) 23.6/16.9/1.2 cm
Gewicht 452 g
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8446-6750-9

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