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Der Wolkenatlas

David Mitchell

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Beschreibung

Ein amerikanischer Forschungsreisender macht Mitte des 19. Jahrhunderts auf einem Schiff im Pazifik die Erfahrung, dass, wer Gleichheit und Brüderlichkeit predigt, leicht gekreuzigt, gevierteilt und verbrannt wird. Einen jungen britischen Musiker verschlägt es 1931 auf der Flucht vor Gläubigern nach Belgien, wo er nicht nur einem berühmten Komponisten beim Verfassen seines Meisterwerks hilft, sondern auch dessen Frau begattet. Ein Atomwissenschaftler in den siebziger Jahren ist auf der Flucht vor seinen Mördern und spielt einer schönen Journalistin Berichte über Sicherheitslücken in einem neuartigen Atommeiler an der amerikanischen Westküste zu. In der Jetztzeit landet ein Londoner Schund-Verleger irrtümlich in einem Irrenhaus. In naher Zukunft wird eine geklonte koreanische "Fabrikantin" wegen des Verbrechens verhört, ein Mensch sein zu wollen. Und im Hawaii einer fernen Zukunft wird ein junger Ziegenhirt Zeuge des endgültigen Falls der Menschheit. Sechs Leben in fast tausend Jahren: und doch ein einziges Abenteuer - denn diese Geschichten sind allesamt miteinander verbunden, bedingen einander, entwickeln sich aus einander. "Der Wolkenatlas" ist ein ebenso raffiniert wie unterhaltsam fabulierter globaler Kontinuum-Roman, der nichts weniger als Gegenwart und Zukunft der westlichen Zivilisation zum Thema hat. Von der naiven Welterkundungssehnsucht des 19. Jahrhunderts über das Geniedenken und das Scheitern des Individuums im 20., die industriellen Allmachtsphantasien im 21. und schliesslich die fällige Zerstörung der Welt in der Zukunft - Mitchell erfindet für all das eine eigene Ausdrucksform, ja eine eigene Sprache und Gattung. Thomas Pynchon klingt hier mit, aber auch William Gibson und Philip K. Dick. Mit einem Wort, ein Meisterwerk, das in seiner bizarren Grandezza selbst schon wieder wirkt wie ein Werk aus vergangenen, grösser denkenden Zeiten und das doch äusserst modern ist - und immer süffig, faszinierend, spannend. Ein Pageturner für Literatursüchtige.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 672 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.11.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783644024212
Verlag Rowohlt Verlag
Originaltitel Cloud Atlas
Dateigröße 2603 KB
Übersetzer Volker Oldenburg
Verkaufsrang 46687

Buchhändler-Empfehlungen

Die Seelen wandern über die Zeit wie die Wolken über den Himmel

Sandra Wittwer, Buchhandlung Thurgau

David Mitchell ist ein britischer Autor, der mit seinen bisher veröffentlichten Roman stets für Furore sorgte. “Der Wolkenatlas” im Original in Englisch unter dem Titel “Cloud Atlas” im Jahre 2004 veröffentlicht, staubte so manche Jahre vor sich hin in meinem Bücherregal. Es war für mich immer eines dieser Bücher, welches ich irgendwann, wenn ich mal Zeit hätte, lesen würde. Zum Glück hat mich der Trailer zur Verfilmung derart begeistert, und ich musste das Buch unbedingt lesen. Der Roman sind mehr Erzählfragmente von einzelnen Handlungspassagen; das Tagebuch eines Notars auf einer Schiffsreise im 19. Jahrhundert, die Briefe eines jungen Komponisten Anfang des 20. Jahrhunderts, ein Krimi in den 1970er Jahren, ein Verleger in unserer Gegenwart, ein Interview mit einem Klon in der Zukunft und die Erzählung eines jungen Mannes in noch ferner Zukunft. Zusammengehalten werden die Erzählstränge durch Verweise untereinander; jede Geschichte greift irgendwo ihre Vorhergegangene auf. Und doch lassen sich die Geschichten auch als solches lesen. Indem Mitchell jeder Geschichte eine eigene Sprache gegeben hat, hat auch jede Geschichte ihren eigenen Raum, ihr eigenes Vakuum erhalten. Die grossen Themen sind Reinkarnation (alle Protagonisten Tragen das Muttermal in Form eines Kometen), Freiheit, Gier und Ausbeutung der Natur. Besonders der Aspekt der Freiheit wird immer wieder aufs Neue aufgegriffen. Als Leser ist es ein Vergnügen zu sehen, was der Autor erschaffen hat, mit welcher Erzählkraft er uns durch fast 500 Jahre Menschheitsgeschichte führt. Für mich ist “der Wolkenatlas” jetzt schon ein moderner Klassiker und eines meiner Lieblingsbücher.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
16
2
1
1
1

von einer Kundin/einem Kunden am 08.02.2021
Bewertet: anderes Format

6 Geschichten, zu 6 verschiedenen Zeiten an 6 verschiedenen Orten, doch alle sind verbunden. Thematiken, wie das Verhältnis von Ausbeuter und Ausgebeutetem, Liebe, Abhängigkeit und dem Wandel der Welt setzten sich fort. Vielschichtig und zum Nachdenken anregend.

von einer Kundin/einem Kunden am 16.08.2020
Bewertet: anderes Format

Vielschichtige und genreübergreifende Weltliteratur die sich lohnt!

Ein Buch das ich nicht missen möchte!!!
von einer Kundin/einem Kunden am 08.05.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Der junge amerikanische Notar Adam Ewing schifft sich 1849 auf einem Dreimaster ein, der ihn zurück nach San Franzisko bringen soll. Als er einen Maori als blinden Passagier entdeckt nimmt er sich dessen an. Aufgewühlt von den Schrecken die er in angeblichen „Zivilisierung“ der Kolonien sehen musste vertraut er seine Erlebisse, ... Der junge amerikanische Notar Adam Ewing schifft sich 1849 auf einem Dreimaster ein, der ihn zurück nach San Franzisko bringen soll. Als er einen Maori als blinden Passagier entdeckt nimmt er sich dessen an. Aufgewühlt von den Schrecken die er in angeblichen „Zivilisierung“ der Kolonien sehen musste vertraut er seine Erlebisse, Gedanken und Gefühle einem Tagebuch an. Dieses Tagebuch bricht mitten im Satz ab, ohne Punkt, ohne Komma. Sogar mitten im Wort. Und plötzlich finden wir uns in einem Briefroman in dem der junge Musiker Robert Forbisher seinem Liebhaber, über sein Leben und die Arbeit bei dem berühmten Komponisten Vyvyan Ayrs schreibt. Forbisher hat die erste Hälfte eines alten Pazifiktagebuches gefunden. "Ich möchte, dass Du eine vollständige Ausgabe für mich ausfindig machst" schreibt dieser. Doch auch hier erfahren wir nur die Hälfte der Geschichte. An das Tagebuch und den Briefroman schließt sich ein packender Siebziger-Jahre-Thriller mit rasanten Verfolgungsjagden an - der "zu Beginn des 21. Jahrhunderts" in Form eines Manuskripts auf dem Schreibtisch eines abgehalfterten Londoner Verlegers landet. Anschließend finden wir uns in einem bedrückenden Science-Fiction-Szenario wieder, in dem eine "Konzernokratie" über ein Heer von geklonten Sklaven herrscht, und in der letzten Episode erfahren wir in einer degenerierten Sprache vom schrecklichen Ende dieser "brave new world", in der "die Alten den Himmel aufrissen un (sic!) die Meere überlaufen ließen, die Erde mit irren Atoms vergifteten un mit faulen Samen rummurksten.“ Mitchell erzählt sechs Geschichten, die jeweils in einer anderen Zeit - insgesamt umspannt das Buch fast 1000 Jahre - handeln und verpasst jeder von ihnen einen anderen Stil. Ja das Buch ist anstrengend zu lesen aber es hat mich von der ersten Seite weg gefesselt. David Mitchell schafft es wirklich sechs separate Romane in einem Buch zu vereinen, mit den unterschiedlichen Stilen zu spielen und jede Geschichte sinnvoll in die nächste zu integrieren. Es ist ein Leseerlebniss das ich so nie wieder hatte und das ich jedem nur wärmstens Empfehlen kann.

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