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Wir sind doch Schwestern

Roman

Anne Gesthuysen

(38)
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Beschreibung

Adele wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: "Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps." Mit ihren Schwestern Katty und Martha lädt sie zum grossen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit den alten Damen durchgeht; schliesslich lauert hier auf dem Tackenhof in jedem Winkel die Erinnerung ...

»Gesthuysens Roman vereint bewundernswerte, amüsante Lebensgeschichten mit dem Weltgeschehen einer anderen Generation.«

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 10.03.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30431-3
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18.5/12/3 cm
Gewicht 294 g
Auflage 33. Auflage
Verkaufsrang 12100

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Eine interessante und rührende Reise in die Vergangenheit
von KerstinTh am 23.12.2016

Bei „Wir sind doch Schwestern“ handelt es sich um das Portrait dreier Frauen. Es ist eine Zeitreise in welcher einige Familiengeheimnisse aufgedeckt werden. Der Leser taucht in berührende Lebensgeschichten ein und lernt den Tellemannshof und vor allem die drei Schwestern von vielen Seiten kennen. Es beginnt mit dem 100. Geburtst... Bei „Wir sind doch Schwestern“ handelt es sich um das Portrait dreier Frauen. Es ist eine Zeitreise in welcher einige Familiengeheimnisse aufgedeckt werden. Der Leser taucht in berührende Lebensgeschichten ein und lernt den Tellemannshof und vor allem die drei Schwestern von vielen Seiten kennen. Es beginnt mit dem 100. Geburtstag von Gertrud. Gertrud möchte diesen mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Paula und dem Nesthäkchen Katty, 84, feiern. Dazu treffen sie sich bei Katty auf dem Tellemannshof. Während die Festlichkeiten vorbreitet werden startet der Leser zu einer Reise in die Vergangenheit. Wobei die Lebensgeschichten der drei Schwestern aufgedeckt werden. Auch die Schwestern lernen noch andere Seiten und kleine beziehungsweise größere Geheimnisse ihrer Schwestern kennen. Nebenbei lernt der Leser auch noch etwas über das Weltgeschehen der einzelnen Epochen. Der Roman ist in verschiedene Kapitel aufgeteilt, welche teilweise in der Vergangenheit und manche in der Gegenwart spielen. So erlebt der Leser die Vergangenheit sozusagen „live“ mit. Ich kann diesen Roman wärmstens empfehlen. Es ist sehr interessant, spannend und auch berührend mit den drei Schwestern durch die letzten 100 Jahre zu wandern!

Wir sind doch Schwestern
von einer Kundin/einem Kunden am 27.05.2015

Drei alte Damen treffen sich zum 100. Geburtstag der ältesten Schwester Gertrud wieder. Hinter ihnen liegen viele Lebensjahre, wobei vieles nie zwischen ihnen besprochen worden ist. Die jüngste Schwester räumt das zukünftige Gästezimmer ihrer Schwester auf und findet alte Prozessunterlagen, die sie sehr bewegen. Damals hat der M... Drei alte Damen treffen sich zum 100. Geburtstag der ältesten Schwester Gertrud wieder. Hinter ihnen liegen viele Lebensjahre, wobei vieles nie zwischen ihnen besprochen worden ist. Die jüngste Schwester räumt das zukünftige Gästezimmer ihrer Schwester auf und findet alte Prozessunterlagen, die sie sehr bewegen. Damals hat der Mann, von dessen Sohn sie Kindermädchen war, der sie liebte und nicht lieben durfte wegen gesellschaflicher Konventionen, eine Scheidung durchgemacht, wobei seine Frau sein Leben als Politiker zerstören wollte. Es wurde ganz viel "schmutzige" Wäsche gewaschen. Jede der drei Schwestern hat ihr eigenes Leben gelebt und doch war ihr Leben immer miteinander verbunden. So hat Heinrich, der Gutshofbesitzer dafür gesorgt, daß Gertrud seinen jüngeren Bruder nicht heiraten konnte, was sie ihm nie verziehen hat. Nun zum 100. Geburtstag von Gertrud wird ein großer Teil vom Leben der Schwestern im Buch aufgerollt und die Geschichte ist faszinierend. Ich habe zum Schluss des Buches heulen müssen, so sehr habe ich mitgelitten und mich jedoch auch teilweise gefreut sowie gelacht. Ich habe die Frauen förmlich vor mir gesehen und die Schriftstellerin hat es auf eine wunderbare Art und Weise mit den vererbten Unterlagen, die jeder, der sie bekam eigentlich ungelesen wegwerfen sollte, geschafft, eine eindringliche, feinfühlige Familiengeschichte auf zu schreiben, über dessen Dasein die Verstorbenen sicherlich froh wären. Ich wäre froh, wenn ich soviel über meine Familie wüßte und mir sie dadurch näher wäre und nicht in Vergessenheit geraten würde. Die Familiengeschichte spiegelt ein Stück Zeitgeschichte! Ein Kompliment an Anne Gesthuysen !

Wir sind doch Schwestern
von raschke64 aus Dresden am 30.09.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Gertrud wird 100. Ihre Schwestern Paula (98) und Katty (84) bereiten diesen Geburtstag auf dem Hof von Katty vor. Doch neben den unterschiedlichen Vorstellungen der Drei gibt es viele unaufgearbeitete Probleme aus der Vergangenheit. Besonders Gertrud und Katty streiten fast ständig über alles. Sie können nicht miteinander, aber ... Gertrud wird 100. Ihre Schwestern Paula (98) und Katty (84) bereiten diesen Geburtstag auf dem Hof von Katty vor. Doch neben den unterschiedlichen Vorstellungen der Drei gibt es viele unaufgearbeitete Probleme aus der Vergangenheit. Besonders Gertrud und Katty streiten fast ständig über alles. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne. Paula ist mehr die lustige Vermittlerin in der Mitte – aber eben nicht nur. Auch sie hat so ihre Geheimnisse. Und so prallen dicht gedrängt unterschiedliche Lebensauffassungen und Erinnerungen aufeinander. In den verschiedenen – auch zeitlichen – Rückblenden erinnern sich die Schwestern an ihr eigenes und ihr gemeinsames Leben, aber auch an Verdrängtes, an Weltgeschichte und Zeitgeschehen. Das Buch ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch eine Geschichte Deutschlands. Dabei gelingt es Anne Gesthuysen, trotz eigentlich kleiner unbedeutender Ereignisse eine unheimliche Spannung zu erzeugen. Man gewinnt alle 3 Schwestern lieb und beginnt gleichzeitig, seinen eigenen Umgang mit „alten Leuten“ zu überdenken, man hat Verständnis für ihre Vorstellungen und Respekt vor ihrer Lebensleistung. Gleichzeitig ist dieses Buch wunderbar warmherzig und unterhaltend. Wirklich rundum gelungen und ich empfehle es jedem zum Lesen.


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  • Der 100. Geburtstag
    Prolog
    Er war dunkelgrau mit hellgrauer Maserung und sah aus wie Wolken an einem dieser undefinierten Sommertage, die man am Niederrhein so oft erlebte.
    Katty beugte sich tiefer ins Innere des alten Schrankes, um den merkwürdigen Pappdeckel herauszuziehen."Au, verflixt!" Sie fluchte und steckte sich wütend den Finger in den Mund, saugte an der kleinen Wunde und schüttelte die Hand. Das alte Holz war porös, jetzt hatte sie einen Splitter in der Haut.
    An der Rückwand war eine Vertiefung eingelassen, eine Art Geheimfach, wie man es früher in den Schränken gehabt hatte. Dieses Fach war ihr nie zuvor aufgefallen. Kein Wunder, dachte Katty, sie hatte sich diesen Schrank auch nie genau angesehen. Sie nestelte weiter an der gemaserten Oberfläche, und als die mit einem kleinen Ruck nachgab, fiel ihr ein alter Aktenordner entgegen.
    Sie nahm ihn, pustete den Staub ab und öffnete den Deckel:
    Im Namen des deutschen Volkes
    Katty wusste sofort, was sie da in den Händen hielt. Sie taumelte rückwärts, fand mit ihrem Po das Bett, setzte sich und las.
    Die Überschrift über dem Urteil war doppelt unterstrichen und mit einem Ausrufezeichen versehen. Katty war verwundert. Sie hatte immer gedacht, der Satz "Im Namen des Volkes" gehe nahtlos über in den Nachsatz "ergeht folgendes Urteil". Sie hatte das schriftliche Urteil nie zu Gesicht bekommen. Den Ordner hielt sie zum ersten Mal in der Hand, und in ihr stritten Neugier und schlechtes Gewissen. Neugier, weil sie sich fragte, ob darin noch Informationen verborgen waren, von denen sie nichts wusste. Und das schlechte Gewissen, weil Heinrich sie auf dem Sterbebett gebeten hatte, den Ordner und alles, was zu dieser Geschichte gehörte, zu verbrennen und zu vergessen.
    Da war er nun, der Aktenordner. Katty hatte ihn nie verbrannt. Sie hatte ihn nur vergessen. Als Heinrich sie gebeten hatte, den Ordner nach seinem Tod zu entsorgen, war sie zu entsetzt von der Vorstellung gewesen, dass er bald sterben könnte, und war deshalb nicht auf die Idee gekommen, zu fragen, wo der Ordner sich denn überhaupt befinde. Hier also. Tief im Schrank. Versteckt hinter alten Tischdecken.
    Katty legte den Ordner neben sich auf das Bett. Ihr Herz klopfte heftig. Sie starrte auf das graue Etwas, nahm es erneut in die Hand und klappte es wieder auf. Mit dem Daumen fuhr sie an dem Papier entlang. Das Rascheln hörte sich alt an. Es ist alt, dachte Katty, mein Gott, das ist fast fünfzig Jahre her. Ich sollte das olle Ding einfach in den Müll schmeissen. Und doch wusste sie, dass sie es nicht tun würde. Auch wenn es alte Wunden aufrisse und die Scham wieder aufflammen liesse, sie würde dem Drang nicht widerstehen können und alles lesen. Aber nicht jetzt. Später, wenn sie etwas Zeit hätte. Nächste Woche vielleicht. Denn bis dahin gab es noch einiges zu tun. Katty war dabei gewesen, ihr Zimmer auf- und sogar auszuräumen. Ihre Schwester Gertrud würde am nächsten Tag zu Besuch kommen und einige Zeit bleiben. Vielleicht für immer, darüber würde zu reden sein. Aber erst einmal würde gefeiert, denn am kommenden Sonntag hatte Gertrud Geburtstag, nicht irgendeinen: den hundertsten Geburtstag.
    Katty wollte ihrer Schwester das Zimmer zur Verfügung stellen, in dem sie selbst normalerweise schlief, da es ebenerdig lag, und sie auf keinen Fall wollte, dass Gertrud jeden Abend die Treppen zu den anderen Schlafräumen hinaufklettern müsste, auch wenn sie dazu körperlich durchaus noch in der Lage gewesen wäre. Gertrud war schlank und drahtig und wenn man es nicht besser gewusst hätte, wäre sie als Achtzigjährige durchgegangen. Ungefähr so alt, wie Katty jetzt war. Und ich, fragte sie sich. Wie alt wirke ich wohl? Sie ging durch die geöffnete Tür ins angrenzende Badezimmer und blickte in den Spiegel. Ihr Haar war honigblond, sie färbte es regelmässig. Sie hatte kaum Falten, das lag allerdings auch daran, dass sie ein bisschen zu mollig war. Aus den Siebzigerjahren hatte sie zud