Letzte Einkehr

Tagebücher 2001 - 2009 (mit einem Prosafragment)

Imre Kertész

(1)
Die Leseprobe wird geladen.
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 35.90
Fr. 35.90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Versandfertig innert 1 - 2 Werktagen Versandkostenfrei
Versandfertig innert 1 - 2 Werktagen
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

Fr. 16.90

Accordion öffnen

gebundene Ausgabe

Fr. 35.90

Accordion öffnen
  • Letzte Einkehr

    Rowohlt

    Versandfertig innert 1 - 2 Werktagen

    Fr. 35.90

    Rowohlt

eBook

ab Fr. 11.00

Accordion öffnen

Beschreibung

Handelte es sich bei Imre Kertész’ berühmtem «Galeerentagebuch» um eine bewusste Komposition seiner jahrzehntelangen Aufzeichnungen, bilden die Tagebücher 2001–2009 ein unbearbeitetes, ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit gedachtes «journal intime» von überraschender, oft verstörender Offenheit. Es umfasst die Jahre seiner «äusseren» Emigration – die Loslösung von Ungarn, dessen postsozialistische Entwicklung ihn immer stärker an präfaschistische Zeiten erinnert, und die Niederlassung in der Wahlheimat Berlin, wo ihn 2002 die «Glückskatastrophe» des Nobelpreises ereilt.

Zwar weiss er das damit verbundene «rare Geschenk guten Lebens» durchaus zu geniessen, doch die Klage über die Anforderungen des Ruhms grundiert von nun an die Aufzeichnungen, verbindet sich mit der Klage über den «Terror des Alters» und das Nachlassen der Schaffenskraft. «Trivialitäten-Tagebuch» nennt er das Diarium schliesslich. Von der gewohnten schärfe seiner zeitdiagnostischen und ästhetischen Reflexionen, der Prägnanz der Momentaufnahmen verliert es freilich nichts.

Leitmotiv bleibt das Schreiben, das Ringen um die Gestaltung der in diesen Jahren entstehenden Prosawerke «Liquidation» und «Dossier K. » sowie des geplanten Sonderberg-Romans. Schreiben ist für Kertész die Legitimation seines Lebens. Als Krankheit und Schmerzen dominieren, macht er sich mit unerhörter Kühnheit zum Chronisten des eigenen Verfalls «im Vorzimmer des Todes».

Eine Wucht von Buch. Ein grosses Testament zu Lebzeiten.

Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 als 14-Jähriger nach Auschwitz und Buchenwald deportiert. In seinem "Roman eines Schicksallosen" hat er diese Erfahrung auf aussergewöhnliche Weise verarbeitet. Das Buch erschien zuerst 1975 in Ungarn, wo er während der sozialistischen Ära jedoch Aussenseiter blieb und vor allem von Übersetzungen lebte (u.a. Nietzsche, Hofmannsthal, Schnitzler, Freud, Joseph Roth, Wittgenstein, Canetti). Erst nach der europäischen Wende gelangte er zu weltweitem Ruhm, 2002 erhielt er den Literaturnobelpreis. Seitdem lebte Imre Kertész überwiegend in Berlin und kehrte erst 2012, schwer erkrankt, nach Budapest zurück. Er starb am 31. März 2016..
Kristin Schwamm, geboren 1953 in Altenburg, 1984-1989 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen, seit 1989 freiberufliche Übersetzerin aus dem Ungarischen (Imre Kertész).

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 464
Erscheinungsdatum 20.09.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-03562-4
Verlag Rowohlt
Maße (L/B/H) 21.3/13.7/3.4 cm
Gewicht 566 g
Originaltitel Mentés másként
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Kristin Schwamm

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertungen
Übersicht
1
0
0
0
0

Wer etwas zu sagen hat
von einer Kundin/einem Kunden am 27.10.2013

Wer etwas zu sagen hat, und Imre Kertesz ist ein solcher, der bringe es zu Papier. Seine Tagebuchnotizen aus dem Jahre 2001 bis 2009 erweisen sich als Hort messerscharfer Beobachtung nicht nur des Alltags, sondern auch der eigenen Befindlichkeit. Mit Humor versehen ("Mein Herz schlägt wild - doch schuld daran ist die Tachykardie... Wer etwas zu sagen hat, und Imre Kertesz ist ein solcher, der bringe es zu Papier. Seine Tagebuchnotizen aus dem Jahre 2001 bis 2009 erweisen sich als Hort messerscharfer Beobachtung nicht nur des Alltags, sondern auch der eigenen Befindlichkeit. Mit Humor versehen ("Mein Herz schlägt wild - doch schuld daran ist die Tachykardie") nimmt man Anteil an Kerteszs Leben, und bedauert, dass dies vermutlich sein letztes Werk sein wird.


  • Artikelbild-0