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Accabadora

E-Book-Edition ITALIEN

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Eine Geschichte über Mutter und Tochter, wie sie noch nie erzählt worden ist. Ein Roman, in dem das archaische und das moderne Italien aufeinandertreffen.

Wie Mutter und Tochter leben Bonaria Urrai und die sechsjährige Maria zusammen. Die Bewohner des sardischen Dorfes sehen den beiden verwundert nach und tuscheln, wenn sie die Strasse hinunterlaufen. Dabei ist alles ganz einfach: Die alte Schneiderin hat das Mädchen zu sich genommen und zieht es gross, dafür wird Maria sich später um sie kümmern.

Als vierte Tochter einer bitterarmen Witwe war Maria daran gewöhnt, »die Letzte« und eine zu viel zu sein. Nun hat sie ein eigenes Zimmer in dem grossen reinlichen Haus Bonarias, wo alle Türen offen stehen und sie jeden Raum betreten darf. Doch ein Geheimnis umweht die stets schwarz gekleidete, wortkarge Frau, die mitunter nachts, wenn Maria schlafen soll, Besuch erhält und dann das Haus verlässt. Es scheint, als würde Bonaria in zwei Welten leben. Das Mädchen spürt, dass sie nicht danach fragen darf. Erst sehr spät entdeckt sie die ganze Wahrheit.

Michela Murgia erzählt in einer schnörkellosen, poetischen Sprache aus einer scheinbar fernen, doch kaum vergangenen Welt. Von zwei Generationen, zwei Frauenleben, von einem alten, lange verschwiegenen Beruf. Dieser Roman ist sinnlich, radikal und verblüffend gegenwärtig.
Portrait
Michela Murgia, geboren 1972 in Cabras (Oristano), studierte Theologie und unterrichtete Religion. 2006 arbeitete sie einige Zeit in einem Callcenter. Nach mehreren Jahren in Mailand lebt sie nun wieder in Sardinien. 2010 erhielt sie den Premio Campiello fu¿r ihren Roman Accabadora, der im gleichen Jahr bei Wagenbach auf Deutsch erschien.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 176 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.08.2014
Sprache Deutsch, Italienisch
EAN 9783803141682
Verlag Verlag Klaus Wagenbach
Dateigröße 1246099 KB
Übersetzer Julika Brandestini
Verkaufsrang 1616
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Kundenbewertungen

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24 Bewertungen
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Ich kann diesen Debütroman von Michela Murgia sehr empfehlen – das Buch wird Sie nicht loslassen!
von einer Kundin/einem Kunden am 20.09.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Es ist gut, dass es immer wieder Bücher gibt, die den Leser im guten Sinn aus der Fassung bringen können. Dies ist ein solches Buch, dem ich viele „fassungslose“ Leser wünsche. Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf in Sardinien in den 50er Jahren. Die nicht mehr ganz junge, kinderlose und lebenskluge Schneiderin Bonaria Ur... Es ist gut, dass es immer wieder Bücher gibt, die den Leser im guten Sinn aus der Fassung bringen können. Dies ist ein solches Buch, dem ich viele „fassungslose“ Leser wünsche. Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf in Sardinien in den 50er Jahren. Die nicht mehr ganz junge, kinderlose und lebenskluge Schneiderin Bonaria Urrai nimmt dem alten Brauch der „fill`e anima“ gemäß die sechsjährige Maria als Adoptivtochter auf. Maria, die vierte Tochter einer armen Witwe, entwickelt eine enge Beziehung zu ihrer Tzia Bonaria. Darüber wird im Dorf immer wieder getuschelt ebenso wie darüber, dass die Schneiderin ein altes Gewerbe ausübt, über das aber niemand spricht. Sie ist eine „Accabadora“, gerufen von Angehörigen, um Sterbenden zu helfen, die Schwelle zu übertreten, jenes Zwischenreich, in dem die Grenzen verschwimmen. Die Figur der „Accabadora“ spielt eine zentrale Rolle in sardischen Legenden und Sagen. Die letzte Sterbehelferin soll noch 1952 gewirkt haben, historisch ist ihre Existenz aber nicht bewiesen. So lässt uns die Autorin teilhaben an uraltem Wissen, an Traditionen und Überlieferungen. Sie lässt uns in die Seele der Menschen blicken und uns auch etwas von der Würde des Todes ahnen. Dies alles weiß natürlich die kleine Maria nicht, sie wächst in der Dorfgemeinschaft zu einer jungen Frau heran. Allerdings ahnt sie, dass etwas Seltsames vor sich geht, denn im Laufe der Jahre verschwindet Bonaria nachts immer wieder und kehrt verschlossen und ich sich gekehrt zurück. Als eines Morgens im Dorf ein junger Mann tot aufgefunden wird, versteht Maria, dass ihre Ziehmutter eine „Accabadora“ ist. Entsetzt verlässt Maria das Haus, flüchtet aufs Festland nach Turin und wird Kindermädchen bei der gutbürgerlichen und reichen Familie Gentili. Sie möchte ein neues Leben anfangen, die Nabelschnur durchschneiden, doch immer wieder steigen Erinnerungen in ihr hoch. Als sie in einem Brief ihrer Schwester vom Schlaganfall der Bonaria Urrai erfährt, kehrt sie umgehend zurück, um diese hingebungsvoll zu pflegen. Sie erkennt die wahre Bedeutung des Satzes „Sag nicht niemals“, den Bonaria zu ihr sagte, als sie sich entsetzt von ihr abwandte und kann endlich ihren Frieden mit ihr machen. Die Autorin erzählt sehr eindrucksvoll eine ungewöhnliche Mutter-Tochter-Geschichte, erzählt von zwei Generationen, von zwei unterschiedlichen Frauenleben, miteinander verwoben durch Archaisches und Modernes, Mythologie und Realität. Ich kann diesen Debütroman von Michela Murgia sehr empfehlen – das Buch wird Sie nicht loslassen!

Ein kleines Juwel
von einer Kundin/einem Kunden am 08.06.2017
Bewertet: Taschenbuch

Eine sardische Familien- und Dorfgeschichte, basierend auf tatsächlichen Traditionen und archaisch anmutenden Bräuchen. Atmosphärisch dicht und farbig erzählt Murgia vom ländlichen Sardinien der 50er Jahre. Ein Muss für jeden Sardinien-Reisenden.

Empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Niederneisen am 24.04.2017
Bewertet: Taschenbuch

Auf dieses Buch wurde ich durch Zufall aufmerksam. In einem Vorabendkrimi war die Rede von einer Accabadora. Neugierig geworden habe ich es mir gekauft und auch mit großem Interesse gelesen. Es ist leicht verständlich und einfach geschrieben, trotzdem nicht langweilig. Empfehlenswert für alle, die aus der Vergangenheit anderer L... Auf dieses Buch wurde ich durch Zufall aufmerksam. In einem Vorabendkrimi war die Rede von einer Accabadora. Neugierig geworden habe ich es mir gekauft und auch mit großem Interesse gelesen. Es ist leicht verständlich und einfach geschrieben, trotzdem nicht langweilig. Empfehlenswert für alle, die aus der Vergangenheit anderer Länder mehr erfahren möchten