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Takeshis Haut

Lucy Fricke

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Beschreibung

Frida ist eine der Besten ihres Fachs. Sie kann Horror und Kriege simulieren, sie weiss, dass es zwanzig Arten gibt, eine Zigarette zu rauchen, und dass jede anders klingt. Nur das Hüftknacken, das ihre eigenen Schritte begleitet, müsste einer rausschneiden, findet sie. Da hört man die Jahre vergehen.
Und doch hätte alles so weiterlaufen können, das Leben mit Robert in dem Haus vor der Stadt - wäre nicht plötzlich Jonas aufgetaucht, ein junger Regisseur, mit einem apokalyptischen Film, dessen Tonspur samt Tonmann auf unerklärliche Weise abhandengekommen ist. Die Geräuschemacherin soll nach Japan, genauer: nach Kyoto reisen, um die verlorene Tonspur zu rekonstruieren.
Ein Angebot, das Frida voller Neugier annimmt, nicht ahnend, dass im Land der sprechenden Automaten und Sony-Rekorder mehr als nur technische Prüfungen auf sie warten. Die Begegnung mit dem jungen Takeshi bringt Fridas Welt ins Wanken. Und als sich, am 11. März 2011, ein weiteres schweres Beben ereignet, scheinen sich Ursache und Wirkung, Innen und Aussen vollends zu verkehren.
Ein Roman von der Liebe und ihren Erschütterungen, voller Sinnlichkeit und auch Trost, mit magischen Wendungen und einer Menge punktgenauer Pointen. Ein Buch, das bebt.

An Fridas Seite wandelt der Leser erst durch ein fremdes Land und dann durch ein ihr fremd gewordenes Leben, wobei sich weder in dem einen noch in dem anderen erahnen lässt, wie es hinter der nächsten Ecke weitergeht. So schön, das muss man sagen, hat man sich lange nicht mehr verlaufen.

Lucy Fricke, 1974 in Hamburg geboren, hat am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert, lange Jahre beim Film gearbeitet und in den letzten zehn Jahren vier Romane veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ihr Buch «Töchter» erhielt den Bayerischen Buchpreis 2018. Seit 2010 veranstaltet Lucy Fricke HAM.LIT, das erste Hamburger Festival für junge Literatur und Musik. Sie lebt in Berlin.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 192 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 29.08.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783644040014
Verlag Rowohlt Verlag
Dateigröße 681 KB

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
3
1
0
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 09.01.2021
Bewertet: anderes Format

Eine zarte kleine Geschichte, die berührt und nachklingt.

laut und leise
von einer Kundin/einem Kunden am 07.09.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Fridas Welt wird beherrscht von Tönen. Ob klackernde Schuhe, das Rascheln von Stoff oder der Donnerschlag. Frida hört alles. Muss sie auch. Denn Frida ist hauptberuflich Geräuschemacherin. Schon lange hat sie nichts „Großes“ mehr vertont. Die Schulden werden nicht weniger, sie nicht jünger und ihre Beziehung mit Robert ist gan... Fridas Welt wird beherrscht von Tönen. Ob klackernde Schuhe, das Rascheln von Stoff oder der Donnerschlag. Frida hört alles. Muss sie auch. Denn Frida ist hauptberuflich Geräuschemacherin. Schon lange hat sie nichts „Großes“ mehr vertont. Die Schulden werden nicht weniger, sie nicht jünger und ihre Beziehung mit Robert ist ganz schön … alltäglich. Frida ist gelangweilt vom Leben. Wenn nicht sogar stellenweise enttäuscht. Bis sie nach Japan geschickt wird, um dort die verlorene Tonspur für Jonas‘ Film wiederzufinden. Doch was sie dort findet ist die Apokalypse. Fukushima passiert. Ein Roman, der nicht in Worte gefasst werden kann. Fricke begeistert mit ihrem Schreibstil, der ruhig ist und doch so gewaltig. Die Beklemmung und der Druck in Fridas Brust sind so vehement, dass sie sogar für den Leser spürbar werden. Ein Buch mit Tiefe.

Ein besonderer Schreibstil
von Corinna aus der Nähe von Bremen am 07.10.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Fridas Beruf ist es, Geräusche zu machen und aufzunehmen. Für Film, Fernsehen und Rundfunk ist sie tätig und hat sich bereits einen Namen gemacht. Selbst kleine Nuancen des täglichen Lebens, wie ein Lächeln, oder den Reißverschluss einer Jacke, nimmt sie wahr. Als sie für ein Filmprojekt nach Japan reist, ist sie fasziniert vo... Fridas Beruf ist es, Geräusche zu machen und aufzunehmen. Für Film, Fernsehen und Rundfunk ist sie tätig und hat sich bereits einen Namen gemacht. Selbst kleine Nuancen des täglichen Lebens, wie ein Lächeln, oder den Reißverschluss einer Jacke, nimmt sie wahr. Als sie für ein Filmprojekt nach Japan reist, ist sie fasziniert von dem Land und den Leuten. Und doch... bei ihren Aufnahmen gibt es ein immer stärker werdendes Hintergrundgeräusch, das Frida sich nicht erklären kann. Für niemanden hörbar, fühlt sie sich von ihm verunsichert. Was kurz darauf in Japan passiert, ist für uns alle wohl immer noch unfassbar. Denn Fridas Geschichte spielt im März 2011 und Fukushima ist ab dann ein Gesprächsthema für jeden von uns... „Takeshis Haut“ von Lucy Fricke ist sicherlich kein Buch, das man in jeder Stimmung lesen kann. Trotzdem ist es auch eines, das mir in Erinnerung bleiben wird. Was mir zuerst aufgefallen ist, war der besondere Schreibstil der Autorin. Als Leser wird man z.B. Anführungszeichen vergeblich suchen, dafür aber eine Erzählart erleben, die sehr nahe geht und mit der man sich identifizieren kann. So war ich mit Frida sehr schnell, sehr eng, wie mit kaum einer andere Protagonistin in letzter Zeit. Wir Leser durchleben und durchleiden einen Zeitpunkt in ihrem Leben, in dem sich alles ändert. Wo sie im ersten Augenblick noch voller Tatendrang ist und dem Film mit Originalgeräuschen Leben einhauchen möchte, steht im nächsten Moment alles Kopf. Und allein diese Veränderung ist es, die mich sehr bewegt hat. Denn ihre Art ist für Personen, die in diesem Buch jeden Schritt mit Frida gehen, sehr nachvollziehbar, auch wenn man sich wünscht, dass sie so manches Mal anders reagieren würde. Hinzu kommt, dass es so viele schöne und wertvolle Sätze in diesem Buch gibt, die ich nicht mehr missen möchte. Freunde von Zitaten werden hier eine kleine Fundgrube finden. Und genau dies macht „Takeshis Haut“ so wertvoll. Es gibt aber dennoch einen Punkt, den ich bemängeln muss. Gerade im Mittelteil des 192 Seiten langen Romans, hatte ich ein kleines Leseloch. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Geschichte voran geht und für mein Gefühl blieb sie kurz stehen und es ging nicht weiter. Auch das Unglück in Fukushima empfand ich als sehr greifbar und schockierend. So brachte „Takeshis Haut“ mir auch die Menschen in Japan näher, die von außen betrachtet so stark und gefasst wirken. Eine weltweite Tragödie, von der wir uns leider nicht vollständig erholen werden. Mein Fazit: „Takeshis Haut“ ist ein besonderer Roman, der mit seiner Erzählart überzeugt und ein Thema aufgreift das nicht aktueller sein könnte. Mir wird dieses Buch noch lange in Erinnerung bleiben.

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