SuperTex

detebe Band 22872

Leon de Winter

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Beschreibung

"Was macht ein Jude am Schabbesmorgen in einem Porsche!" - das bekommt Max Breslauer zu hören, als er mit knapp hundert Sachen durch die Amsterdamer Innenstadt gerast ist und einen chassidischen Jungen auf dem Weg zur Synagoge angefahren hat. Eine Frage, die andere Fragen auslöst: "Was bin ich eigentlich? Ein Jude? Ein Goj? Worum dreht sich mein Leben?" Max, 36 Jahre alt und 90 Kilo schwer, Erbe eines Textilimperiums namens SuperTex, landet auf der Couch einer Analytikerin, der er sein Leben erzählt. Da ist vor allem seine Auseinandersetzung mit dem Vater, der das KZ überlebte, aber in seinem Mercedes ertrank. Simon Breslauer, ein wandelndes Archiv von jiddischen Redensarten, hatte nach dem Krieg die Kette mit Billig-Textilien aufgebaut, die Max nun erbt - ob er will oder nicht. Ein weiteres Trauma des assimilierten Juden aus dem Yuppie-Milieu: Fassungslos muss Max mitansehen, wie er seine grosse Liebe Esther, eine sephardische Jüdin aus altem Amsterdamer Adel, plötzlich an den orthodoxen Glauben verliert. Schliesslich wirft noch sein Bruder Boy, der in Casablanca eigentlich nur einen Vertrag für SuperTex verlängern soll, seine Vergangenheit über Bord und verliebt sich in eine marokkanische Jüdin, deren Familie arm, aber gross und gläubig ist. So scheint Max der Einzige, der nicht in den Schoss der Tradition zurückfindet. SuperTex‹ ist die farbige Geschichte eines Generationenkonflikts, ein Feuerwerk des Humors. Leon de Winter: SuperTex. Aus dem Niederländischen von Sibylle Mulot © 1994 Diogenes Verlag AG, Zürich

Produktdetails

Abo-Fähigkeit Ja
Family Sharing Ja i
Medium MP3
Sprecher Wolfgang Hinze
Spieldauer 382 Minuten
Altersempfehlung ab 12 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 15.08.2014
Verlag SWR Mediaservices GmbH
Format & Qualität MP3, 381 Minuten
Fassung gekürzt
Hörtyp Lesung
Übersetzer Sibylle Mulot
Sprache Deutsch
EAN 4056198244203

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Leon De Winter – SuperTex
von Miss.mesmerized am 22.04.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Weil seine unfähige Sekretärin eine Akte vertauscht hat, kann Max Breslauer jetzt den wichtigen Anruf nicht tätigen und muss am Samstagmorgen ins Büro. In seinem Porsche rast er mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch Amsterdam und fährt prompt einen chassidischen Jungen an. Wie kann er als Jude überhaupt zu dieser Zeit in einem... Weil seine unfähige Sekretärin eine Akte vertauscht hat, kann Max Breslauer jetzt den wichtigen Anruf nicht tätigen und muss am Samstagmorgen ins Büro. In seinem Porsche rast er mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch Amsterdam und fährt prompt einen chassidischen Jungen an. Wie kann er als Jude überhaupt zu dieser Zeit in einem Auto sitzen, noch dazu in einem Porsche? Plötzlich bricht alles über ihn herein und er ruft Dr. Jansen an, eine Psychologin, bei der er schon einmal in Behandlung war. Er drängt sie, den ganzen Tag für ihn zu reservieren und auf der Couch kommt er tatsächlich nicht nur ins Reden, sondern muss sich seinem ganzen Leben stellen: der komplizierten Beziehung zu seinem Vater, der das SuperText Imperium aufgebaut hatte, das er jetzt leitet; seine gescheiterte Beziehung zu Esther und das Verhältnis zu seinem jüngeren Bruder Boy. Was steckt hinter der Fassade Max Breslauer, dem erfolgreichen Unternehmer? Leon de Winters Roman erschien bereits Anfang der 1990er Jahre auf Niederländisch, doch der Text hat nichts von seiner Aussagekraft verloren. Ganz im Gegenteil, für mich zeigt sich gerade in diesem Buch de Winters die besondere Stäke des Welt-Literatur- und Buber-Rosenzweig-Medaillen-Preisträgers: er lässt die großen Fragen des Lebens in einem einzigen Augenblick kulminieren und führt vor allem die Spannung zwischen weltlichem und religiösem Leben und der Bedeutung der Wurzeln zu einem grandiosen Höhepunkt. Interessant, wenn auch unbeantwortet, bleibt dabei die Frage, wie viel von de Winter selbst in seinem Protagonisten steckt. Ganz sicher jedoch steckt in dem Roman sehr viel jüdischer Humor und Ironie, die hervorragend mit der Melodramatik der Handlung austariert sind. Max Breslauer ist – genau wie sein Vater – fast schon eine Karikatur des wohlhabenden Juden: wirtschaftlich erfolgreich, selbstherrlich; arrogant und jähzornig gegenüber anderen und rücksichtslos, wenn es ums Geschäft geht. Doppelmoral wird von beiden entspannt gelebt: geheiratet wird nur ein jüdisches Mädchen, mit wem man daneben noch das Bett teilt, ist weniger relevant; Regeln des Kashrut werden eher nach Bedarf ausgelegt denn befolgt; wenn es der Sache jedoch dient, kann man sich auch zügig wieder seiner jüdischen Herkunft besinnen und die Erlebnisse des Holocaust als Argumentationsschleuder verwenden. Dies entlässt Max jedoch nicht aus dem schwierigen Verhältnis zu dem Familienoberhaupt, das einst als einziger das Konzentrationslager überlebt hat. Sind es zunächst typisch pubertäre Streitigkeiten, führen die Auseinandersetzungen jedoch schließlich so weit, dass der Sohn beinahe zum Vatermörder wird. Über den Bruder erfährt man zunächst nur, dass dieser in Casablanca sitzt, die ehemalige Partnerin ist nach Israel geflohen. Es scheint als wenn Max ein Händchen für komplizierte Beziehungen hätte, die sich vor allem dadurch lösen lassen, dass die anderen davonlaufen. Doch der Tag der Läuterung ist bereits angebrochen und auch wenn weitere Rückschläge noch an selbigem drohen, ist der Wandlungsprozess nicht mehr aufzuhalten. Ganz herrliche Szenen hat de Winter in seinem Roman geschaffen - allein das Essen beim ersten Besuch der Freundin erinnert fast einen Sketsch aus Loriots Hand – auch die Erkenntnis des Protagonisten führt über eine gehörige Portion Selbstironie. So wird das analytische Gespräch zu einer unterhaltsamen Angelegenheit und bleibt trotz der Tragik leicht im Ton.

von einer Kundin/einem Kunden aus Hagen am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Max ist Erbe eines Imperiums, fährt einen Jungen an, landet auf der Couch einer Analytikerin. Zynisch und doch augenzwinkernd geschrieben mit einer gut lesbaren Leichtigkeit.

Super Tex begeistert
von Switlana aus Stuttgart am 28.11.2005
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sie werden die Zeit vergessen, wenn sie Super Tex aufschlagen!!! Außerdem werden Sie dieses Buch jedem weiter empfehlen. Und mit Sicherheit werden Sie die wundervollen jiddischen Zitate rausschreiben. " Das leben is nit mehr wie a golem, ober weck mich nit oif" Das Leben ist wie ein Traum, aber weck mich nicht auf"

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