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Ewigkeitsfjord

Roman


Ein Missionar in Grönland. Ein historischer Roman aus dem ewigen Eis.

Ende des 18. Jahrhunderts geht Morten Falck als Missionar nach Grönland. Mit Rousseaus Satz »Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten« auf den Lippen und mit einer Kuh im Schlepptau trifft er nach wochenlanger Seefahrt in der dänischen Kolonie ein. Hier prallen die Lebensweise der Eingeborenen und der Kolonisatoren in Eis und Finsternis gewaltsam aufeinander. Die zehn Gebote, die er predigt, wird Morten bald in vielfacher Hinsicht übertreten. Aber er gewinnt auch die Liebe einer Eskimofrau und findet völlig unerwartet eine abtrünnige Siedlergemeinschaft, die tatsächlich nach aufklärerischen Idealen lebt. Kim Leines meisterhafter Roman macht das Leben in Grönland zur damaligen Zeit mit allen Sinnen erfahrbar und erzählt zugleich eine ganz moderne Geschichte.

Portrait
Leine, Kim
Kim Leine, 1961 als Kind dänischer Eltern in Norwegen geboren, ist einer der wichtigsten dänischen Autoren der Gegenwart. Seine Romane wurden von der Kritik gefeiert und in mehrere Sprachen übersetzt. Ewigkeitsfjord wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Preis des dänischen Buchhandels, De Gyldne Laurbær, dem Politikens Litteraturpris und dem Preis des Nordischen Rats 2013. Kim Leine lebt in Kopenhagen.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 640
Erscheinungsdatum 08.09.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74895-2
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18.6/11.8/4 cm
Gewicht 431 g
Originaltitel Profeterne i Evighedsfjorden
Übersetzer Ursel Allenstein
Verkaufsrang 19390
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
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Sehr spannend!
von einer Kundin/einem Kunden aus Meilen am 19.12.2018

Das Buch lässt den Leser eintauchen in die arktische Welt.

die unerbittliche Natur setzt Grenzen.
von einer Kundin/einem Kunden am 18.01.2018

Grenzen im Geist, der Überzeugung und der Lebensweise. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bricht der Protagonist nach Grönland auf um in dieser feindlichen Umgebung seine Vorstellungen einer guten Lebensführung zu verwirklichen. Doch stößt er schon bald an seine Grenzen, konfrontiert mit der Lebensweise der Einheimischen, die so ga... Grenzen im Geist, der Überzeugung und der Lebensweise. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bricht der Protagonist nach Grönland auf um in dieser feindlichen Umgebung seine Vorstellungen einer guten Lebensführung zu verwirklichen. Doch stößt er schon bald an seine Grenzen, konfrontiert mit der Lebensweise der Einheimischen, die so ganz andere Vorstellungen davon hat. Spannend, atmosphärisch, düster und packend. Man taucht frierend in diese andere Welt und Zeit ein und freut sich beim Lesen über eine wärmende Tasse Tee.

Anspruchsvoller Lesegenuss
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 31.12.2015

Der hierzulande kaum bekannte dänische Autor hat einen historischen Roman geschrieben, der die üblichen Regeln dieses Genres komplett ignoriert und stattdessen als anspruchsvolle Belletristik gelten kann. Hauptprotagonist des Romans ist der Pfarrer Morton Falck, Sohn eines Lehrers der im Jahr 1787 beschließt, als Missionar in... Der hierzulande kaum bekannte dänische Autor hat einen historischen Roman geschrieben, der die üblichen Regeln dieses Genres komplett ignoriert und stattdessen als anspruchsvolle Belletristik gelten kann. Hauptprotagonist des Romans ist der Pfarrer Morton Falck, Sohn eines Lehrers der im Jahr 1787 beschließt, als Missionar in die dänische Kolonie Grönland zu gehen um die einheimischen Inuit zum Christentum zu bekehren. Abenteuerlust und eine übereilte Verlobung mit der Tochter seines Vermieters treiben ihn aus Dänemark fort. Was ihn dort erwartet, kann man durchaus als das Herz der Finsternis bezeichnen. Ein selbstherrlicher Kaufmann fungiert als Kolonieverwalter, für den die dänischen Gesetze nicht zu gelten scheinen. Ehebruch mit Inuit Frauen ist an der Tagesordnung, ebenso Vergewaltigung und Betrug. Zunächst gibt Falck sein Bestes aber nach und nach erliegt auch er seinen eigenen dunklen Gefühlen und beginnt eine verhängnisvolle Liaison mit einer Grönländerin. Viel Düsternis bestimmt den Text. Die Menschen werden in ihrer Einsamkeit, ihrer Grausamkeit und existenziellen Nöten schonungslos beschrieben. Die indigenen Inuit sind keineswegs die besseren Menschen, archaische Reste eines Naturvolkes prägen manche Verhaltensweise dieser weitgehend christianisierten Menschen. So kommt es manchmal zu Kindstötungen bei großer materieller Not. Und immer wieder taucht ein Satz von Rosseau auf, der sich als Leitmotiv durch das Buch zieht: Der Mensch ist frei geboren und liegt sein ganzes Leben in Ketten. 1793 verlässt Falck Grönland und kehrt nach Kopenhagen zurück, wo er den verheerenden Stadtbrand erlebt. Der Roman ist hochrealistisch in seiner Beschreibung menschlicher Schwächen und verzichtet auf jede Idealisierung. Ein sehr spannender Lesegenuss, der teilweise unter die Haut geht. Sprachlich kann der Roman ebenfalls überzeugen. Das historische Literatur nicht dem Kitschfaktor erliegen muss, wird mit diesem Buch eindrucksvoll bewiesen.