Träumereien eines einsamen Spaziergängers

Neuübersetzung

Reclams Universal-Bibliothek Band 18244

Jean Jaques Rousseau

(2)
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Beschreibung

Rousseau ist 64 Jahre alt, als er mit der Niederschrift der ›Rêveries du promeneur solitaire‹ beginnt. Auf langen Spaziergängen in der Umgebung von Paris will er sich seiner selbst vergewissern und versucht dabei, allein der Natur, dem Gefühl, der unmittelbaren Sinneswahrnehmung zu folgen.
Die ›Träumereien‹ (heute würde man vielleicht »Meditationen« sagen) sind Rousseaus letztes Werk: Aus ihnen sprechen seine Desillusionierung und Verbitterung, jedoch ebenso sein Verfolgungswahn. Sie sind zugleich ein Zeugnis der wiedergefundenen Gemütsruhe, ja des Glücksgefühls, das die »rêverie« zu geben vermag.

"Als Reclam-Bändchen Nr.18244 sind Rousseaus ′Träumereien eines einsamen Spaziergängers′ in der neuen, äusserst geglückten Übersetzung von Ulrich Bossier mit einem wunderbar einfühlsamen Nachwort von Jürgen von Stackelberg neu herausgekommen. Und wer immer sich in die Texte, die Rousseau auf die Rückseite von Spielkarten schrieb und die er als eine (noch persönlichere, aber auch mildere) Fortsetzung der ′Confessiones′ ansah, vertieft, wird erkennen, wie aktuell diese ebenso klugen wie melancholischen Überlegungen über den Sinn des Lebens, Fühlens und Denkens noch immer oder gerade heute wieder sind."
-- Der Bund, Bern

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 215
Erscheinungsdatum 01.12.2003
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-018244-4
Verlag Reclam, Philipp
Maße (L/B/H) 14.7/9.7/1.5 cm
Gewicht 110 g
Originaltitel Les rêveries du promeneur solitaire
Übersetzer Ulrich Bossier
Verkaufsrang 36223

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Denn nur in mir finde ich Trost
von Jérôme aus Bad Eilsen am 10.09.2015

Sein Leben rekapitulierend, lesen wir einen demütig gewordenen Rousseau, dessen Geisteskräfte sich noch ein letztes Mal künstlerisch hervorbringen konnten, ehe seine langsam versiegene Phantasie vollständig erlosch. Gänzlich auf sich bezogen, strebt er nun nicht mehr nach neuen Erkenntnissen, sondern beabsichtigt sein Leben ruhi... Sein Leben rekapitulierend, lesen wir einen demütig gewordenen Rousseau, dessen Geisteskräfte sich noch ein letztes Mal künstlerisch hervorbringen konnten, ehe seine langsam versiegene Phantasie vollständig erlosch. Gänzlich auf sich bezogen, strebt er nun nicht mehr nach neuen Erkenntnissen, sondern beabsichtigt sein Leben ruhig zu beenden. Er schreibt an sein zukünftiges Ich, um sich später noch einmal in jüngere Manifestationen seiner selbst zurückzuversetzen und sich an den Erinnerungen zu erfreuen. " Ich schreibe meine Träumereien nur für mich ", schreibt er zu Anfang. In Reminiszenzen schwelgend, vergegenwärtigt er sich auf seinen Spaziergängen prägende Erlebnisse aus seiner Vergangenheit und vermittelt uns seine humanistischen Lebenseinstellungen, die ihn von einer äußerst liebenswürdigen Seite erscheinen lassen. So spricht er von seiner Großzügigkeit gegenüber Bedürftigen, seiner Kinderliebe, seiner Naturverbundenheit und dennoch fühlte er sich zeitlebens unheimisch auf der Erde und sah in sich die einzige Zufluchtsmöglichkeit. " Denn nur in mir finde ich trost ", heißt es im ersten Spaziergang und verdeutlicht, dass er aus seiner eigenen Existenz, als reichste Quelle, zeitlebens sein eigentliches Lebenselixier zu ziehen vermochte. Den Bezug zur Gesellschaft verloren, schreibt er über die " Vita contemplativa ", als Lebensmaxime, nach der er speziell während seiner idyllischen Erfahrungen, bei einem Aufenthalt am Bieler See, emphatisch zu leben verstand. In dieser kurzen Phase, wechselten sich die erhabensten Exstasen ab, die ihn manchmal auf dem Wasser träumend treiben ließen und ihn dabei von jeglichem Zeitgefühl entbehrten. Es sind nicht die flüchtigen, süßen Momente, der kurz aufkeimenden Leidenschaft, die zuweilen das Leben zu entflammen vermögen, schreibt Rousseau , sondern vielmehr sieht er das höchste Lebensglück während eines anhaltenden Zustandes, der das Jetzt gänzlich auszufüllen und das Gefühl der eigenen Existenz spüren zu lassen vermag. Einzig das eigene Dasein genießend, fand er dann höchste Seligkeit und konnte über seinen begehrenden Willen ein schwärmendes Schauen legen. Genau diese Anwandlungen verzauberten ihn auf jener Insel und ließen ihn sein restliches Leben, melancholisch auf diese Zeit zurückblicken, wie er im fünften Spaziergang schreibt. Sich mit 40 Jahren neu orientierend, wurde aus einem Aufklärer ein Romantiker, der auf sein Herz und nicht mehr auf den Verstand hören wollte. Er unterzog sich einem moralischen Umdenken, kündigte seinen Posten, veränderte sein Äußeres, fand in die Einsamkeit, zum Müßiggang und widmete sich fortan den Idealen der Tugendhaftigkeit, wie er uns rückblickend berichtet. " Zum Leben war ich geboren und ich sterbe ohne gelebt zu haben " waren Worte von Rousseau, obwohl die während der Spaziergänge vermittelten Eindrücke, von einer gewissen Ankunft, einer Genügsamkeit, aber auch von einem wiedergefundenen Frieden, der ihn mit der Welt wieder aussöhnen ließ, handeln. Seine Weltflucht begründet sich nicht auf einer verbitterten Misanthropie, im Gegenteil, er wollte die Menschen immer zufrieden wissen und wünschte sich eine " allgemeine Glückseligkeit ". Um das Gefühl der Unverstandenheit seiner Person , nicht in Empörung gegen sie zu verwandeln, versuchte er sie zu vergessen, um keinen Hass zu entwickeln. All das lässt er während seiner Spaziergänge Revue passieren und es scheint, als würde er seine Rechtfertigungen doch an ein späteres Publikum schreiben, in der Hoffnung posthum einmal verstanden zu werden. Es ist ein großer Genuss, Rousseau bei seinen Spaziergängen zu folgen und sich von seinen wunderschönen Naturerlebnissen und entzückenden Anekdoten verzaubern zu lassen. Auch wenn es um ihn geht, scheint er doch einen allgemeinen Weg für das Leben aller, von gesellschaftlicher Hektik über die Natur, hin zum eigenen Ich beschrieben zu haben. Eine inspirierende Leseerfahrung.

Träumereien eines einsamen Spaziergängers
von Zitronenblau am 08.01.2009

So lautet der Titel des letzten Werkes eines alternden Rousseaus. Der Lesende erinnert sich an die Essais eines Montaigne und erfährt vom großen Schriftsteller über die Einsamkeit, über paranoide Konspirationsgedanken, über die Moral, die Künste und Wissenschaften, Idyllen der Kindheit oder auch das Botanisieren. Wahrlich unterh... So lautet der Titel des letzten Werkes eines alternden Rousseaus. Der Lesende erinnert sich an die Essais eines Montaigne und erfährt vom großen Schriftsteller über die Einsamkeit, über paranoide Konspirationsgedanken, über die Moral, die Künste und Wissenschaften, Idyllen der Kindheit oder auch das Botanisieren. Wahrlich unterhaltsam war es, die Meditationen lesen zu dürfen, um auf die Spuren eines großen Denkers zu kommen. Wie schade, dass die Niederschrift mit ihren zweckfreien Träumereien bei vielen Menschen auf taube Ohren stieß, wie beispielsweise bei Voltaire. Absolut lesenswert!


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