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Kriegssplitter

Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert

Die beiden Weltkriege haben den politischen Globus geprägt – aber auch das Wesen von Krieg und Gewalt selbst hat sich seither gewandelt. Herfried Münkler zeichnet diese kulturelle wie politische Evolution nach: So begünstigte gerade das Verschwinden von Imperien neue, endlose Kleinkriege – die teilkollabierten Gebiete im Nahen Osten etwa gründen auf dem Machtvakuum, das das untergegangene Osmanische Reich hinterliess. Die Soldaten solcher Konflikte sind heute weniger in Armeen als in kleinen Trupps formiert, deren brutalste Spielart der terroristische Einzelkämpfer ist. Auch die geopolitischen Konfliktlinien verlaufen nur noch selten entlang physischer Grenzen, sondern vielmehr zwischen konkurrierenden Werten, zwischen Demagogie und Aufklärung, Arm und Reich, zwischen Datenschutz und Datenspionage in künftigen Cyberkriegen. Nicht zuletzt aus diesen Gründen plädiert Herfried Münkler, der sich einmal mehr als ein Meister der Zeitdiagnostik erweist, vehement für eine echte geopolitische Strategie des Westens. Ein glänzend geschriebenes Buch, das uns die neuen Formen der Gewalt und die Welt von heute besser begreifen lässt.
Rezension
Die Lektüre ist überaus lohnend, bereichernd und horizonterweiternd. Wieder einmal gilt: Münkler lesen macht klüger. Tages-Anzeiger
Portrait

Herfried Münkler, geboren 1951, ist Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Viele seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa «Die neuen Kriege» (2002), «Imperien» (2005), «Die Deutschen und ihre Mythen» (2009), das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, sowie «Der Grosse Krieg» (2013) und «Die neuen Deutschen» (2016), die beide monatelang auf der «Spiegel»-Bestsellerliste standen. Zuletzt erschien „Die neuen Deutschen. Ein Land vor seiner Zukunft" (2016, zusammen mit Marina Münkler), das ebenfalls ein Bestseller war.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 25.09.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-87134-816-7
Verlag Rowohlt, Berlin
Maße (L/B/H) 22.1/14.4/3.5 cm
Gewicht 593 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 51428
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

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Eine brilliante, politisch-historische Analyse moderner Konflikte
von einer Kundin/einem Kunden am 12.07.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Nichtstaatliche Akteure haben die moderne Kriegführung fundamental verändert. Herfired Münkler bietet einen überzeugenden theoretischen Rahmen für die unterschiedlichen Strategien von Staaten und anderen Gewalt ausübenden politischen Akteuren (wie z. B. Terroristen). Wer verstehen möchte, was die modernen Kriege von den Weltkrie... Nichtstaatliche Akteure haben die moderne Kriegführung fundamental verändert. Herfired Münkler bietet einen überzeugenden theoretischen Rahmen für die unterschiedlichen Strategien von Staaten und anderen Gewalt ausübenden politischen Akteuren (wie z. B. Terroristen). Wer verstehen möchte, was die modernen Kriege von den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts unterscheidet, welche Art von Konflikten vielleicht das 21. Jahrhundert bestimmen werden und welche Lösungsansätze sich Staaten bieten, dem bietet dieser Titel eine in sich stimmige und überzeugende Analyse. Absolut empfehlenswert!

Neue Kriege, alte Muster
von einer Kundin/einem Kunden am 28.10.2015

Herfried Münkler kommt in seiner neuen Publikation „Kriegssplitter“ wiederholt auf die sogenannten „Neuen Kriege“ und der mit denen verbundenen asymmetrischen Kriegsführung zurück. Mittlerweile hat sich der Begriff des asymmetrischen Krieges, der den Diskussionen innerhalb diverser militär- und politikwissenschaftlichen Kreise... Herfried Münkler kommt in seiner neuen Publikation „Kriegssplitter“ wiederholt auf die sogenannten „Neuen Kriege“ und der mit denen verbundenen asymmetrischen Kriegsführung zurück. Mittlerweile hat sich der Begriff des asymmetrischen Krieges, der den Diskussionen innerhalb diverser militär- und politikwissenschaftlichen Kreisen entstammt, sogar in den öffentlichen Medien durchgesetzt. Was früher als ein Partisanen- oder Guerillakrieg (zuweilen auch als militärischer Widerstand, Bürgerkrieg oder Untergrundkampf) bezeichnet wurde, gilt heute als ein asymmetrischer Krieg. Um es deutlich zu sagen: Das sogenannte Phänomen der „Neuen Kriege“ ist kein unbedingt neues Phänomen. Und darum geht es auch Münkler in dem neuen Buch. Einerseits versucht Münkler zu zeigen, dass sich eine gewisse Geschichte der asymmetrischen Kriegsführung schreiben lässt, andererseits möchte er auf neue Phänomene hinweisen, die bei derzeit geführten Kriegen eine Rolle spielen: Internet, Drohnen, Ununterscheidbarkeit von Zivilisten und militärischen Einheiten, mediale Propaganda, Ungleichgewicht der technischen Ausrüstung, zur Schau gestellte Grausamkeiten usw. Für regelmäßige Nachrichtenseherinnen birgt das Buch wirklich nicht viel Neues. Dass die Kriege und bewaffneten Konflikte nicht unbedingt durch gleichwertige, symmetrische Konstellationen entschieden werden, ahnten wir schon immer: Nicht erst durch die Kriegsberichterstattung von den Befreiungskämpfen der ehemaligen europäischen Kolonien, oder aus Vietnam, Afghanistan, Somalia, Ruanda, Irak und jetzt Syrien. Münkler hat sich in den letzten Jahrzehnten mit seinen Publikationen und Expertisen einen Namen gemacht, als Politik- und Militärwissenschaftler. Am Projekt „Review 2014 – Außenpolitik Weiter Denken“ des Auswärtigen Amt der deutschen Regierung nahm er als Experte teil. In den letzten Jahren forderte er dringend eine geopolitische Option der europäischen Militärstrategie. Aufgrund dieser auch umstrittenen Haltung zu militärischen Strategien und Optionen, setzte er sich wiederholt einer heftigen Kritik in öffentlichen Medien und in den Universitäten aus.