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Hupke, K: Naturschutz

Ein kritischer Ansatz

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In Naturschutzgebieten geschieht vieles, das auf den ersten Blick widersprüchlich ist. So werden beim Pflegeeinsatz Blumenwiesen abgemäht, wo doch alle dort wachsenden Pflanzen unter Naturschutz stehen. An anderer Stelle werden im Flachmoor geschützte Schilfbestände abgebrannt oder in einem Dünenschutzgebiet die oberste Bodenschicht mit Planierraupen abgetragen. Wiederum andere Flächen sollen völlig unberührt von menschlichen Eingriffen bleiben.
Der Autor Klaus-Dieter Hupke zeigt die verschiedenen Strategien von Naturschutz auf. Er zeigt auch, dass Naturschutz zumeist gerade das nicht ist, was der Begriff im Kern aussagt: „Schutz der Natur“. In Mitteleuropa handelt es sich bei Naturschutzgebieten im Gegenteil überwiegend um die Relikte alter Agrar- und damit Kulturlandschaften. Oftmals stehen auch ästhetische Aspekte eines Landschaftsausschnitts bei der Ausweisung als Naturdenkmal oder Naturschutzgebiet im Vordergrund. Darüber hinaus läuft der Naturschutz Gefahr, zur Ersatzhandlung und zum Alibi für eine in Mitteleuropa wie global immer noch wachsende Zerstörung traditioneller und naturnaher Landschaftssysteme zu werden.
Portrait
Prof. Dr. Klaus-Dieter  Hupke ist Dozent für Geographie an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.
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  • 1 Was ist für uns „Natur“?.- 2 Warum „Naturschutz“?.- 3 Warum der „Naturschutz“ gegenüber „Umweltschutz“ und „Tierschutz“ die schlechteren Karten hat.- 4 Naturschutz – auf welchen Flächen?.- 5 „Extremstandorte“ – von der Wirtschaft gemieden, vom Naturschutz bevorzugt?.- 6 Verwirrende Vielfalt – Flächenkategorien des Natur- und Landschaftsschutzes: Naturschutzgebiete, Nationalparks, Naturdenkmäler, Landschaftsschutzgebiete, Naturparks.-7 Welche Natur wollen wir wie schützen?.- 8 Die Konstruktion von natürlichen Gleichgewichten – Ideelle Ausgangsbasis der Forderung nach Naturschutz.- 9 Hilfe für bedrohte Arten? Rote Listen und Gefährdungskategorien.- 10 Von Vögeln und Tagfaltern: Wie der Naturschutz seine Sympathien verteilt.- 11 Was gefährdet die Natur?.- 12 „Frevler“ und „Helfer“: Die Akteure im Naturschutz.- 13 Natur, die keinen Schutz verdient: Spontane Vegetation, Ruderalgesellschaften, Neophyten und Neozoen.- 14 Der „Prozessschutz“ als Alternative und als Königsweg?.- 15 Natur, wo sie keiner erwartet: in der Stadt.- 16 Militärisch genutztes Gelände – ein Naturidyll?.- 17 Natur aus zweiter Hand: Renaturierung von Steinbrüchen und Tagebauen.- 18 Ist Natur nur dann intakt, wenn alle Arten gleichmässig zunehmen?.- 19 Naturschutz ist erfolgreich: das Beispiel grosser Tierarten.- 20 Lebensräume für den Flächenschutz in Mitteleuropa.- 21 Kleinbiotope: ihre Bedeutung für Biodiversität und Naturschutz.- 22 Geologische Landschaftsobjekte im Naturschutz.- 23 Flussbegradigung vs. Flussrenaturierung.- 24 Naturschutz im Wald: Naturwald – Dauerwald – Kahlschlag?.- 25 Agrare Begleitprogramme des Naturschutzes in Deutschland.- 26 Auch Europa mischt mit: Bundesnaturschutzgesetz, FFH und Natura 2000.- 27 Zur Rolle von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) im Naturschutz.- 28 Das Tafelsilber der DDR? Naturschutz in den östlichen Bundesländern.- 29 Die Weltmeere und Antarktika: international, daher schutzlos?.- 30 Naturschutz ausserhalb Europas.- 31 Naturschutz in der „Dritten Welt – eine Säule des „Neokolonialismus“?.- 32 Die Natur verschwindet, der Naturschutz kommt? - Zur Alibi-Funktion von Naturschutz und von naturgeschützten Flächen.- 33 Konfliktlinien zwischen Naturschutz und Umweltschutz.- 34 Wanderer, Radfahrer, Autofahrer: Wie Freizeitmodalitäten unseren Blick auf die Natur prägen.- 35 Mensch und Natur – ein konstruierter Gegensatz?.- 36) Ideensuche: Wie kann „Naturschutz“ gesellschaftlich begründet und verankert werden?.- 37 Naturschutz contra Zeitgeist?.- 38 Der Nutzen der Vielfalt: Realität, Poesie oder Esoterik?.- 39 Zur Zukunft des Naturschutzes.- 40 Gibt es alternative Denkmodelle zum Naturschutz?.- 41 Nachklapp: Naturschutzfachlichkeit geht alle an!

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 03.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-662-46903-3
Verlag Springer
Maße (L/B/H) 19.3/12.6/2 cm
Gewicht 365 g
Abbildungen 75 farbige Abbildungen, Bibliographie
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 66650
Buch (Taschenbuch)
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