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Kongo

König Leopold II. initiiert 1884 in Berlin die Kongokonferenz. Jahrzehnte, nachdem das europäische Ringen um Rohstoffe und Land entschieden scheint, fordert der König des Kleinstaats seinen Teil des Kuchens. Er rafft gigantische Teile zentralafrikanischen Regenwalds im heutigen Kongo in seinen Privatbesitz, eine Fläche achtmal so gross wie Belgien. Improvisierend und spärlich besetzt beginnt eine Kolonialherrschaft von ungekannter Brutalität, die das Land bis in die Gegenwart hinein zeichnet. Éric Vuillard macht die Monstrosität der Geschichte Belgisch-Kongos in seinem virtuosen Text spürbar. Er zeigt kleine Brüsseler Beamte, aufgeschwungen zu Dschungelherrschern, die zu Vollstreckern der europäischen Rohstoffgier werden, und er verleiht ihren zahl- und namenlosen Opfern eine Stimme. Mitreissende Erzählung eines der bizarrsten Kapitel der Kolonialgeschichte und rhapsodischer Essay über die Allgegenwart der Gier, ist "Kongo" ein erschreckend lebendiges Zeugnis banaler Grausamkeit und des beginnenden Weltkapitalismus.
Portrait
Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, ist Schriftsteller und Regisseur. Für seine Bücher, in denen er grosse Momente der Geschichte neu erzählt und damit ein eigenes Genre begründet, wurde er u. a. mit dem Prix de l'Inaperçu und dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2017 bekam er für Die Tagesordnung den renommierten Prix Goncourt.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 108 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 23.02.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783957572202
Verlag Matthes & Seitz Berlin Verlag
Dateigröße 806 KB
Übersetzer Nicola Denis
Verkaufsrang 25.431
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Kundenbewertungen

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Die Aufteilung Afrikas
von einer Kundin/einem Kunden am 11.10.2018
Bewertet: Einband: Paperback

Stark im Stil seines Meisterwerke "Die Tagesordnung " geschriebenes Buch über die Aufteilung Afrikas im 19Jahrhunderts durch die europäischen Mächte. Alles unter der Prämisse, dass sich der Handel doch bitteschön frei entfalten muss. Mit bitterer Polemik zeigt Vuillard auf, wer davon profitierte,aber auch dass philanthropische Organisationen, ... Stark im Stil seines Meisterwerke "Die Tagesordnung " geschriebenes Buch über die Aufteilung Afrikas im 19Jahrhunderts durch die europäischen Mächte. Alles unter der Prämisse, dass sich der Handel doch bitteschön frei entfalten muss. Mit bitterer Polemik zeigt Vuillard auf, wer davon profitierte,aber auch dass philanthropische Organisationen, Missionare, geographische Gesellschaften bei der "Erschließung " Afrikas Steigbügelhalter waren. Im zweiten Teil des Buches steht der Kongo stellvertretend für die Umsetzung der ausgehandelten Vereinbarungen. Das ist dann das Grauen pur. Für meinen Geschmack hätte Vuillard in diesem Buch die Polemik ein wenig zurückschrauben können, besonders im ersten Teil. Trotzdem ein beeindruckendes Buch.