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Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes

Clemens J. Setz

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Beschreibung

Der junge österreichische Autor Clemens J. Setz geht mit Sprache um wie ein Chirurg mit dem Seziermesser.

Clemens J. Setz ist ein scharfer Beobachter, der hinter die Fassaden gepflegter Reihenhaussiedlungen schaut und menschliche Eigenarten und Abgründe mit gnadenlos präziser Genauigkeit schildert. Aber sein Blick kann auch zärtlich und liebevoll sein, was den Geschichten in seinem Band "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" einen faszinierenden Facettenreichtum verleiht. Diese Stories, manche voll grotesker Ideen, können durch subtilen Horror und gewalttätige Ausbrüche unter die Haut gehen. Doch sie verzaubern den Hörer auch durch die Ambivalenz zärtlicher Momente und Blicke.

Matthias Brandt, geboren 1961 in West-Berlin, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Ab 1985 hatte Brandt Engagements an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen, darunter am Nationaltheater Mannheim, dem Schauspielhaus Zürich und dem Schauspielhaus Bochum. Für seine darstellerische Leistung wurde er zuletzt mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Matthias Brandt tritt auch als Sprecher von Hörbüchern in Erscheinung.

Produktdetails

Abo-Fähigkeit Ja
Family Sharing Ja i
Medium MP3
Sprecher Matthias Brandt
Spieldauer 249 Minuten
Erscheinungsdatum 25.06.2015
Verlag Griot Hörbuch Verlag GmbH
Format & Qualität MP3, 248 Minuten
Fassung gekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783941234925

Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Unangenehm
von einer Kundin/einem Kunden am 02.10.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Häufig wirkt es, als ob zeitgenössische deutschsprachige Literatur humorlos und vermeintlich tabubrechend sein müsste, um Preise zu gewinnen. Das beste Beispiel dafür in dieser Sammlung ist "Die Blitzableiterin oder Éducation Sentimentale", eine Erzählung, die sich erfolgreich bemüht, so abstoßend wie möglich zu sein. Ebenfalls ... Häufig wirkt es, als ob zeitgenössische deutschsprachige Literatur humorlos und vermeintlich tabubrechend sein müsste, um Preise zu gewinnen. Das beste Beispiel dafür in dieser Sammlung ist "Die Blitzableiterin oder Éducation Sentimentale", eine Erzählung, die sich erfolgreich bemüht, so abstoßend wie möglich zu sein. Ebenfalls anführbar: "Das Gespräch der Eltern in Hänsel und Gretel" - mehr oder weniger postmoderne Neuinterpretationen klassischer Texte bieten sehr viel Raum für Spielerei - Setz hingegen wählt den Weg von Sex und Herzlosigkeit. Im Grunde ist das schade, denn viele der Geschichten sind prinzipiell erst mal interesant, verlieren sich aber an dem, was wahrscheinlich die Ambition der Geschichten ist - "Das Herzstück der Sammlung" oder die recht kafkaesken Texte "Die Visitenkarten" und "Die Leiche" haben Potenzial, und möglicherweise hätte ich auch "Eine sehr kurze Geschichte" mehr gemocht, wenn es von einem anderen Autoren gewesen wäre, weil mir zu dem Zeitpunkt die Objektivität verloren gegangen war. Zwei Geschichten stechen positiv heraus: "Mütter" erzählt originell von einer Form von Prostitution, während "Das Riesenrad" den titelgebenden Ort als Wohnhaus konstruiert. Trotzdem ist das Buch nichts für Zartbesaitete, sodass es mir unmöglich ist, das Buch uneingeschränkt weiterzuempfehlen.

fesselnd
von einer Kundin/einem Kunden am 19.11.2013
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Nach "Söhne und Planeten" und "Frequenzen" nun Kurzgeschichten von Clemens J.Setz. 18 Erzählungen und jede einzelne davon geht unter die Haut. Fesselnd

Top!
von Anne Baldauf aus Leipzig am 20.06.2013
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Im vergangenen Herbst hat der Grazer Autor Clemens Setz, Jahrgang 1982, mit seinem wunderschön aufgemachten Roman „Indigo“ Furore gemacht. Der Titel landete auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, erhielt allerorten gute Besprechungen, und auch der im deutschen Feuilleton so beliebte „Wunderkind-Verdacht“ wurde in den letzt... Im vergangenen Herbst hat der Grazer Autor Clemens Setz, Jahrgang 1982, mit seinem wunderschön aufgemachten Roman „Indigo“ Furore gemacht. Der Titel landete auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, erhielt allerorten gute Besprechungen, und auch der im deutschen Feuilleton so beliebte „Wunderkind-Verdacht“ wurde in den letzten Jahren schon das ein oder andere Mal auf den kauzigen, fast ‚typisch‘ österreichischen Autor angewandt. Und ein Blick in die Vorgängertexte lohnt sich in der Tat. Wer vor dem fast 500 Seiten starken „Indigo“ zurückschreckt, kann sich wohl am besten mit dem 2011 erschienenen Erzählungsband „Die Liebe zu Zeiten des Mahlstädter Kindes“ einen Eindruck von Setz‘ Erzählkunst verschaffen. Geschichten von einer emotionalen Belanglosigkeit, wie sie viele junge Autoren in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten produzierten, findet man hier nirgends. In den 18 Erzählungen überwiegt das Skurrile, das Urkomische, nicht selten das Abgründige – und durchweg das Originelle. So rekonstruiert der Autor auf vier Seiten „Das Gespräch der Eltern in Hänsel und Gretel“ in der Nacht, bevor sie im Märchen ihre Kinder im Wald aussetzen, er berichtet in einer anderen Erzählung in nahezu wissenschaftlicher Form, inklusive fingierter Fußnoten, aus dem unglaublichen Leben eines mysteriumgebliebenen Computerspielentwicklers. Die vielleicht stärkste Erzählung heißt passenderweise „Das Herzstück der Sammlung“. Sie zeigt am konkretesten, was eine Setz-Geschichte ausmacht. An der grundlegenden Situation – eine Frau besichtigt das Werkarchiv eines Schriftstellers – scheint alles unauffällig. Der junge Mann, dem das Archiv untersteht, verhält sich allerdings merkwürdig, bis die Besucherin ihn darauf hinweist, dass er ihr „nicht alles“ gezeigt habe. Daraufhin begeben sich beide zu einer verschlossenen Tür, hinter der eine grunzende Gestalt mit greisenhafter Stimme in einem Gitterbett liegt. „Herr Setz“, sagt der Archivar zu der Gestalt, „Ich wollte ihnen nur sagen, dass wir dann abschließen.“ Wer Geschichten mit einer guten Prise Absurdität und Phantastik mag, ist bei Clemens Setz und seinem Erzählband „Die Liebe zu Zeiten des Mahlstädter Kindes“ genau richtig aufgehoben.

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