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Timmerbergs Reise-ABC

Dieses Buch gehört in jede Reisetasche, und man möchte nicht eher aus dem Flieger steigen, als bis man es durchgelesen hat. Und das ist auch besser so, denn der ein oder andere Tip wird vielleicht noch gebraucht - in der gefährlich-schönen Fremde.



Nach seinem Erfolg "Tiger fressen keine Yogis" gibt es ein neues Buch des in der deutschen Presselandschaft omnipräsenten Reise- & Abenteuerjournalisten Helge Timmerberg. In seinem "Reise-ABC" verrät er in 26 Geschichten von A bis Z auf humorvolle Weise die kleinen aber wirkungsvollen Tricks eines erfahrenen Weltenbummlers im Umgang mit den Widrigkeiten der Fremde, die auch für Pauschalreisende von Interesse sind. In A - wie Anfängerfehler, B - wie billig, E - wie Einheimische oder G - wie Gefahr bis Z - wie Zahnarzt werden dem Leser auf kurzweilige aber durchaus literarische Weise die Besonderheiten, Skurrilitäten und Gefahren auf Reisen mit einem Augenzwinkern nahegebracht.



Timmerberg: "Erfahrungsgemäß liegen die schönsten Geschichten immer hinter der Gefahr. Direkt dahinter. Aber vielleicht irre ich mich da. Vielleicht liegt es auch nur am Überleben, daß man plötzlich wieder so gerne lebt."



Aber Timmerberg vermag es neben kurzweiligen Anekdoten auch immer wieder, innere Erfahrungen von Reisenden anschaulich zu vermitteln.



Zahlreiche Geschichten sind mit Cartoons des schwarzhumorigen und "Besten deutschsprachigen Comic-Künstlers 2002", Peter Puck, illustriert, deren professioneller Strich die Leser zusätzlich zum Schmunzeln animiert.



Rezension
Der Journalist und Weltenbummler Helge Timmerberg, der mit seinem heiteren Unterwegsbuch "Tiger fressen keine Yogis" bereits unter Beweis gestellt hat, wie unterhaltsam seine Reiseepisoden sind, liefert der urlaubsreifen Leserwelt nun ein neues Empfehlungsbüchlein. Das Büchlein, nur kurzweilige 124 Seiten stark, kann auf nahezu jeder Flugreise in Richtung Tunesien, Türkei oder Ägypten mühelos bis zur letzten Seite durchgeschmökert werden. Lustige Cartoons von "Rudi"- Cartoonist Peter Puck steigern den Prä-Urlaubsspaß zusätzlich, so dass sich der Reisende fast freudig der D wie Diarrhö-Diät entgegensehnt, die in so vielen beliebten Urlaubsländern gratis über den Wasserversand bestellt werden kann. Der Fernzielreisende wird gerade noch rechtzeitig auf die Gefahren der K wie Kokosnuss hingewiesen, die auf den Philippinen tatsächlich die Todesursache Nummer eins darstellt, wenn sie aus luftiger Höhe auf die Schädel von Touris und Einheimischen saust. Hat man sich mit einem Sturzhelm unter Palmen abgefunden, so sind zwar noch nicht alle Gefahren gebannt, aber man ist wenigstens zusätzlich gegen die Attacken der Q wie Quadrupede (Vierfüßler) gewappnet, auf denen man an vielen Plätzen der Welt gegen Horrorpreise reiten darf. Herr Timerberg sollte in dieser Saison in keinem Handgepäck fehlen, denn seine Tipps sind lebenserhaltend, wenn man sich nicht gerade über die coolen Pointen totlacht.

Maria Mersch (www.lit4u.de)
Portrait
Helge Timmerberg, geboren 1952 in Dorfitter (Hessen), entschloß sich mit Zwanzig im Himalaja dazu, Journalist zu werden. Seitdem schreibt er Reisereportagen aus allen Teilen der Welt - bisher mit Ausnahme der Fidschis und Australien. Nur Crew-Mitglieder der großen Fluglinien sind möglicherweise mehr unterwegs. Seine Wohnung nennt er Basis-Camp, und alle Ansätze des modernen Nomaden, ernsthaft seßhaft zu werden, schlugen bisher fehl. Er versuchte es in Marrakesch (drei Jahre), in Havanna (zwei Jahre) und Wien. Zur Zeit ist Berlin sein ständiger Abflugsort.
Timmerberg schreibt u. a. für Tempo, Bunte, Süddeutsche Zeitung Magazin, Stern, Der Spiegel, Die Zeit, Bild, BZ, Elle, Playboy, Penthouse, Lui, Merian, Pur, Wiener, Wienerin, Allegra.
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  • K - wie Kokosnuß



    Kürzlich auf Ko Samui (Thailand) machte es beim Frühstück plötzlich rumms (oder bumms). Ein Geräusch, als wenn ein Meteorit im Sand einschlägt. Ein dumpfer, satter Sound, im Grunde oft gehört, aber nie wirklich registriert. Was war passiert? Neben mir lag eine Kokosnuß, die vorher da nicht gelegen hatte. Weil ich nichts besseres zu tun hatte, zählte ich dann die Kokosnußpalmen in meiner Bungalowanlage. Ergebnis: 40 Bungalows, 70 Palmen, rund 14 Nüsse pro Baum. Insgesamt waren das also knapp 1.000 Nüsse, die da über unseren Köpfen hingen. In etwa 20 Meter Höhe und jede gut und gerne zwei Kilo schwer. Zwei Kilo aus 20 Metern Höhe und eine sehr harte Schale. Mit einer Gehirnerschütterung ist das nicht vom Tisch. Das geht in Richtung Schädelbasisbruch, wenn so was nicht daneben fällt. Paranoid? Ich würde sagen, das Schicksal einer Kokosnuß ist der Fall zu Boden. Keine bleibt oben. Ich fragte deshalb die Chefin der Bungalowanlage, wieviele Touristen jährlich auf der Insel von den Nüssen erschlagen würden. Die Frau antwortete zunächst, als hätte ich sie was anderes gefragt. Die Kokosnuß sei ein Geschenk des Himmels, sagte sie, für alle, die nicht säen und nicht ernten und nicht frieren. Das Multitalent unter den Tropenfrüchten habe nicht nur jede Menge Nährstoffe und Vitamine, nein, in Verbindung mit Sahne, Ananassaft und weißem Rum würde sogar Pina Colada daraus. Ich wiederholte also meine Frage. Oh, sagte die Chinesin, außerdem mache man aus dem Fruchtfleisch Pralinen und "Bounty", und was würde aus der Touristenhaut ohne Körpermilch und Sonnenöl? Auch da sei Kokosnuß drin, wie übrigens auch in dem Kokosnußjoghurt und dem Kokosnußeis. Und aus den Schalen mache man schöne Aschenbecher oder Behältnisse für den Reis. Ich wiederholte meine Frage ein drittes Mal. Die Frau gab auf. "Ein Prozent", sagte sie. Erstaunlich. Ko Samui ist groß, und ich schätze, es sind eine runde Million Kokosnußpalmen vor Ort. Und nur einem Prozent aller Touristen wird von heruntersausenden Nüssen der Kopf gespalten? Glaube ich nicht. Oder doch? Ich war eine Woche am Strand, und jeden Tag knallte irgendwo neben mir eine Nuß in den Sand. Jeden Tag! Aber keine hat mich je getroffen. Man gewöhnt sich regelrecht daran, daß sie links und rechts wie Bomben runtergehen und nichts passiert. Als wäre es ein Film. Ein Traum. Ein virtuelles Urlaubsparadies: Trotzdem würde ich jedem raten, sich nicht in Hängematten zu legen, die zwischen Kokosnußpalmen aufgehängt sind. Wer darauf nicht verzichten kann, sollte zumindest nicht schaukeln. Auch beim Sonnenbaden empfiehlt sich ein Sicherheitsabstand. Denn merke: Solange der Schatten eines Palmenblatts auf den Gesichtern liegt, ist man noch im Kokosnuß-Einzugsgebiet. Die Thailänder sagen übrigens, nur bösen Menschen fallen Kokosnüsse auf den Kopf. Das macht die Sache natürlich überschaubarer. Man geht einfach nur mit sich selbst ins Gericht ("Was bin ich?") und wenn die Antwort "böse" ist, sollte man an den palmengesäumten Stränden dieser Welt grundsätzlich einen Bauhelm tragen. Abschließend noch ein Fakt: Auf den Philippinen sind herunterfallende Kokosnüsse die häufigste Todesursache überhaupt.



    G - wie Gefahr



    Es geschah an einem Strand auf Bali. Sie hatten mich vor den Strömungen gewarnt, aber damit hatte ich trotzdem nicht gerechnet. Ich stand bis zu den Knien im Wasser, nicht tiefer, und plötzlich zog ein Riese an meinen Füßen, so scheiß groß wie der Ozean. Und ich kam nicht dagegen an, ich kam nicht raus, ich kam nicht mal nicht von der Stelle, ich kam ins Meer. Was soll ich sagen, volle Pulle Kraulen in Richtung Strand, in Richtung Mädels, in Richtung Leben ganz allgemein. Ich habe die Minuten nicht gezählt, vielleicht eine, vielleicht zwei, die es brauchte, und schon war ich 500 Meter von all diesen Begehrlichkeiten entfernt. Dann 1.000.



    Die Probleme:

    1.Es wird nicht lange dauern und dann sind es 2.000.

    2.Es wird ebenfalls nicht lange dauern und ich kann nicht mehr.

    3.Was für Fische gibt es eigentlich hier?



    Der Tip eines Surfers rettete mir das Leben. Ich gebe ihn hiermit weiter. Die Strömungen sind zwar mörderstark und gehen weit hinaus, aber sie sind nicht sehr breit. Falsch ist: gegen Strömungen anschwimmen. Richtig: immer seitlich raus.

    Hunde sind hier und da auch eine Gefahr. Der Hund der dritten Welt ist in der Regel nicht sonderlich groß und kräftig, aber zäh und häßlich und tritt gern in Rudeln auf. Vor allem nachts, vor allem an Stränden. Und dann steht man da vielleicht mit seiner Braut und macht auf Romantik und erst sind es zwei, drei, vier, dann fünf, dann zwanzig. Das wird nicht nur laut, das wird ungemütlich. O.k., man kann mit Steinen werfen, aber nehmen wir mal an, es handelt sich um einen paradiesischen Sandstrand, auf dem wir stehen. Sand wie Samt und Seide bedeutet keine Steine. Was dann? Ich weiß nicht, ob es weltweit so gehandhabt wird, aber die Inder machen es so: Sie gehen nachts nie ohne Spazierstock aus. Einen richtigen Spazierstock mit einem gebogenen Knauf. Greift sie ein Rudel Hunde an, halten sie den Knauf knapp über dem Boden und drehen sich im Kreis. Das bricht den Hunden die Beine. Nicht übertrieben tierlieb, gewiß, aber einer muß immer sterben, hat Hemingway gesagt.



    Was mir in Harlem zu einer Zeit passierte, als New York noch gefährlich war, kann heute in jeder anderen amerikanischen Großstadt geschehen, im Grunde in jeder Metropole der Welt. Es reicht, die falsche Highway-Ausfahrt zu nehmen, oder, noch gemeiner, man hat sich im Streckenplan der Subway vertan und spaziert zu Fuß ins Ghetto. Ich war glücklicherweise nicht allein unterwegs. Und auch nicht zufällig. Ein schwarzer ehemaliger Undercover-Polizist begleitete mich durch das nächtliche Harlem der frühen 80er Jahre, und da war diese Kreuzung, so fünfzig Meter vor uns, und so an die 20 junge Schwarze standen da. Es war in der Zeit, in der man noch "black is beautiful" sagte. Sie standen an der linken Seite der Kreuzung, wir gingen auf der rechten Straßenseite. "Hast du mal Feuer?", fragte mein Begleiter und blieb stehen.



    Das ist eine Drogengang, sagte er, während wir uns Zigaretten anzündeten. Die haben Baseballschläger, Messer und Pistolen. Und die haben schlechte Laune. Wenn wir umdrehen und zurückgehen, kommen sie hinterher. Wenn wir an der Kreuzung nach rechts abbiegen, kommen sie hinterher. Wenn wir auf unserer Straßenseite geradeaus weitergehen, kommen sich auch hinterher. Es gibt nur einen Weg. Wir werden jetzt auf ihre Straßenseite wechseln und direkt auf sie zu gehen. Und direkt durch sie hindurch. Geh nicht zu langsam und nicht zu schnell. Sieh ihnen nicht in die Augen. Antworte ihnen nicht. O.k.?



    Es ging o.k. Der Gang kam der Jagdinstinkt abhanden. Die paar Momente ihrer Konzeptlosigkeit reichten, und wir waren durch und um die nächste Ecke und damit nicht nur außer Gefahr, sondern auch in angenehmer Um­gebung. Mein Begleiter brachte mich zu einem Freund, der hier wohnte. Es war ein wundervoller, alter, schwarzer Mann, und er erzählte mir den Rest der Nacht Geschichten von der Art, die man weitererzählen kann. Ich hörte ihm zu und trank sein Bier. Was ich damit sagen will? Erfahrungsgemäß liegen die schönsten Geschichten immer hinter der Gefahr. Direkt dahinter. Aber vielleicht irre ich mich da. Vielleicht liegt es auch nur am Überleben, daß man plötzlich wieder so gerne lebt.



    • A - wie Anfängerfehler

    • B - wie billig

    • C - wie Caritas (Mitleid unterwegs)

    • D - wie Diarrhö-Diät

    • E - wie Einheimische

    • F - wie feiern

    • G - wie Gefahr

    • H - wie Heißgetränke

    • I - wie irre unter Palmen

    • J - wie Jungle Fever

    • K - wie Kokosnuß

    • L - wie Liebe

    • M - wie Moskitos klatschen

    • N - wie no smoking

    • O - wie ohne Worte

    • P - wie peinliche Garderobe

    • Q - wie Quadrupede (Vierfüßler)

    • R - wie Räuber

    • S - wie Shave

    • T - wie Trinkgeld

    • U - wie umschalten

    • V - wie Verbote

    • W - wie Weihnachten unterwegs

    • X - wie XXL-Probleme

    • Y - wie Yoga

    • Z - wie Zahnarzt

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 01.02.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-932927-20-1
Verlag Solibro Verlag
Maße (L/B/H) 18.8/11.8/1.5 cm
Gewicht 161 g
Auflage 8. Auflage
Illustrator Peter Puck
Buch (Taschenbuch)
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