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Hochdeutschland

Roman

(11)
Victor kann sein albernes Siegerdasein als erfolgreicher Investmentbanker schon lange nicht mehr ernst nehmen. Alle Versuche, sich zu verlieben, scheinen ebenso zum Scheitern verdammt zu sein, wie es seine Ehe war. Er ist ein Produkt der marktorientierten deutschen Gesellschaft und dieselben Fähigkeiten, auf denen sein Erfolg in diesem System basiert, weisen ihm jetzt den Ausweg – eine Revolution.

Er bewohnt eine gläserne Villa im Taunus, hat bei Bedarf Sex im Spa-Bereich des Hotel Adlon und schafft es, die Work-Life-Balance der Mitarbeiter seiner Bank in einem rentablen Ungleichgewicht zu halten. Doch all das führt zu nichts. Zum Glück lernt er den italophilen Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland kennen, dessen Lebenstraum es ist, nach seiner politischen Laufbahn als steinreicher Investmentbanker mit dem Ferrari durch Mailand zu gleiten. Dafür braucht er Victors Hilfe und unterstützt ihn im Gegenzug dabei, eine populistische Bewegung zu gründen, deren rohe Lebendigkeit Victor erlösen wird. In seinem Roman wirft Alexander Schimmelbusch ein grelles Licht auf die deutsche Volksseele und stellt die zentralen Fragen unserer Zeit: Ist unser System kaputt? Was ist Elite? Können wir überhaupt noch kommunizieren? Haben wir Prinzipien? Welchen Preis zahlt man dafür, nach seinen eigenen Regeln zu leben? Ist es Zeit für einen radikalen Neuanfang? Für eine Stunde null, wie nach einem Krieg?  
Portrait
Alexander Schimmelbusch, geboren 1975 in Frankfurt am Main, wuchs in New York auf, studierte an der Georgetown University in Washington und arbeitete dann fünf Jahre lang als Investmentbanker in London. Sein Debüt »Blut im Wasser« gewann den Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage. »Hochdeutschland« ist sein vierter Roman.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 214
Erscheinungsdatum 12.08.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-50380-7
Verlag Tropen
Maße (L/B/H) 21,6/15,2/2,2 cm
Gewicht 390 g
Auflage 7. Druckaufl.
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 29.90
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
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Intelligentes Gedankenspiel
von einer Kundin/einem Kunden am 26.06.2018

Tolle irrwitzige Idee für einen Roman: Ausgerechnet der beruflich erfolgreiche Investmentbanker Victor entwirft ein politisches Manifest, das sicher Karl Marx gefallen hätte. Seine Thesen ermuntern kurzerhand seinen Freund Ali Osman zur Gründung einer politischen Partei. Der Erfolg stellt sich bald ein, der Ausgang der vergangenen Bundestagswahl wird ganz anders... Tolle irrwitzige Idee für einen Roman: Ausgerechnet der beruflich erfolgreiche Investmentbanker Victor entwirft ein politisches Manifest, das sicher Karl Marx gefallen hätte. Seine Thesen ermuntern kurzerhand seinen Freund Ali Osman zur Gründung einer politischen Partei. Der Erfolg stellt sich bald ein, der Ausgang der vergangenen Bundestagswahl wird ganz anders darstellt. Dass Alexander Schimmelbusch vom Fach ist und weiß wovon er schreibt, beweist er mit detailiertem Hintergrundwissen, was den Spannungsbogen leider ein wenig hemmt. Politisch Interessierte erwartet dennoch ein zynisches sowie satirisches Szenario unserer Gesellschaft. Das Suchen nach möglichen Parallelen ist also erlaubt.

Ein hochinteressanter Roman über Politik, Hochfinanz und die feinen Verflechtungen dazwischen.
von einer Kundin/einem Kunden am 12.06.2018

Victor ist Ende 30, erfolgreicher Investmentbanker, Mitinhaber einer eigenen Bank - und so gelangweilt vom Leben, seinem eigenen Reichtum und dem bedeutungslosen Sex mit wechselnden Frauen, wie man es nur sein kann. Quasi nebenbei pitcht er eine Idee, wie ein modernes Deutschland aus seiner Sicht aussehen könnte, und bringt... Victor ist Ende 30, erfolgreicher Investmentbanker, Mitinhaber einer eigenen Bank - und so gelangweilt vom Leben, seinem eigenen Reichtum und dem bedeutungslosen Sex mit wechselnden Frauen, wie man es nur sein kann. Quasi nebenbei pitcht er eine Idee, wie ein modernes Deutschland aus seiner Sicht aussehen könnte, und bringt versehentlich eine Bewegung ins Rollen, die er so gar nicht angedacht hatte. Hochinteressant, zum Nachdenken anregend, und dabei relativ leicht zugänglich: "Hochdeutschland" ist vielleicht kein Lese-MUSS, aber eine lohnende Lektüre. Einziger Kritikpunkt: gegen Ende wirkt der Roman überhastet abgeschlossen. Ich hätte mir gewünscht, noch einmal 100 Seiten erleben zu können, wo Viktors Ideen letztlich hinführen.

Am Ende leider verunglückt
von einer Kundin/einem Kunden aus Viersen am 05.06.2018

Victor ist saturierter Investmentbanker, der vor lauter Langeweile über die klaffende Teilung der Gesellschaft durch unangemessene Verteilung des Reichtums sinniert. Er hat sich mit Mergers & Acquisitions dumm und schuppig verdient. Der Protagonist, 39 Jahre alt, inzwischen Anteilseigner der Birken Bank zählt sich zur Elite der Gesellschaft [Memo an... Victor ist saturierter Investmentbanker, der vor lauter Langeweile über die klaffende Teilung der Gesellschaft durch unangemessene Verteilung des Reichtums sinniert. Er hat sich mit Mergers & Acquisitions dumm und schuppig verdient. Der Protagonist, 39 Jahre alt, inzwischen Anteilseigner der Birken Bank zählt sich zur Elite der Gesellschaft [Memo an mich selbst: Diskurs über Definition von Elite anstoßen]. Er hat eine - der vorherrschenden Meinung nach - hochkarätige Ausbildung zu einem effizienten, vor allem amoralischen Funktionierer in seinem Fachbereich genossen. Das stellt er selbst zynisch fest. Er lebt das Leben der Happy Few, ohne happy zu sein, fährt einen Porsche mit allen technischen Schikanen, hat ein stylisches Haus, auch ausgestattet mit dem neuesten heißen Scheiß. Sex hat er nach Bedarf mit der Frau seines Nachbarn oder er lässt sich im Spa des Adlon gegen Geld verwöhnen. Das einzige Wesen, dem Victor augenscheinlich zugetan ist, ist seine Tochter aus einer gescheiterten Beziehung. Auf dem Gipfel, nein, richtiger formuliert: vom Gipfel seines Erfolges sieht er hinab in die Niederungen, herab auch auf die Niederen und ist schockiert vom Zustand der Gesellschaft, ja sogar ganz Deutschlands. Dabei entpuppt Victor sich als arroganter Klischeewiederkäuer der übelsten Sorte: "[...] die Gehäuse der Mehrheit enthielten keine digitalisierten Bibliotheken, keine Reflexionstreiber, keine analytischen Prozessoren, keine hochentwickelten Melancholiemodule sowie nur rudimentäre Texterfassungssysteme. All diese Menschen, war ihm klar geworden, obwohl sie dieselbe Luft wie er atmeten, existierten auf einer völlig anderen Wahrnehmungsebene." Für dieses Pauschalurteil reicht dem smarten Victor ein Einkauf beim Elektro-Discounter. Sogleich stilisiert er diese Beobachtung ? eine Momentaufnahme ? zum Ergebnis einer fundierten Analyse, die eher von seinem Ekel vor Menschen zeugt, als differenzierender Reife. Und nun leiert er sich mit dem Impetus des Retters sein ?Manifest? aus den hipp gestählten Rippchen. Der nur vorgeblich selbstreflektierte Erfolgsmensch Victor (Erfolg nur gemessen in Geld wohlgemerkt!) meint nun, seinen Erfolg intellektuell aufladen zu sollen, um die dümpelnde Mehrheit an seinem Wesen genesen zu lassen und Deutschland, Deutschland für immer über alles zu stellen. So eine - intellektuell im Vergleich zu Victor sicher minderbemittelte ? ?erfolgreiche? Matschbirne hat sich ja bereits in den USA mit populistischem Programm (?America First?) an die Macht gelogen. Victor ist die feinere, rechtsintellektuelle Version in linker Verkleidung. Kern seiner Idee ist die Obergrenze für Vermögen, die sich in unserer Neidhammel-Kultur sicher auch ?in echt? bestens verkaufen lässt. Nach Enteignung der Superreichen - mit Ehrenbezeugung, Fackelzug und Gedenktafel in der Walhalla (mein Vorschlag) - sollen die Penunzen in einen staatlichen Fonds eingebracht werden, den ausschließlich die finanzwirtschaftliche Elite [Memo an mich wegen Memo] führen soll, um sodann fröhlich-enthemmt zum Wohle des deutschen Volkes weltweit mit dem Geld der Anderen weiterzocken zu können. Victor spielt das Pamphlet seinem Freund Ali Osman zu, der den Grünen enttäuscht den Rücken kehrt und mit Victors Idee die Partei ?Deutschland AG? gründet. Osman ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte der Integration, sondern in seinem patriotischen Eifer assimiliert bis zur Arschkrampigkeit. Und nun nimmt das Schicksal seinen Lauf. Ali Osman knickert sich im Hintergrund seine neue Bewegung zusammen. Victor pitcht erfolgreich. Er läutet mit Protektion des zuständigen Bundesfinanzministers den Rückerwerb eines Energieversorgers ein, bringt seine Partner in der Bank auf den neuen Kurs: ?Privatisierung ade! Staat als Unternehmer olé!? Nebenbei versucht Victor sich daran, einen Roman zu schreiben ? ein krudes Geschwurbel über eine entwürdigte Deutsche, die während des Zweiten Weltkriegs in den USA Zuflucht sucht, aber nicht findet, und einen deutschen U-Boot-Kommandanten, der sich mit seinem Vehikel bis nach New York verirrt. Beide kennen sich aus ihrem Vorleben. Wird er sie retten? Weiß man?s. Metaebene dieses den Lesefluss störenden Erzählzweigs soll vielleicht der Hinweis auf generationsübergreifende Kriegstraumata und die noch nachhallende Niederlage sein, die einen kollektiven Gang auf die Couch eines Psychiaters nahelegen. Victor gehört dort jedenfalls hin. Mitten im Zeugungsakt der ?Deutschland AG? stoppt Schimmelbusch und dreht die Uhr 15 Jahre weiter. Alis und Victors Plan ging auf. Der eine wurde Bundeskanzler, der andere Vorsitzender der GINA (German Investment Authority). Und hätte die RAF nicht eine lächerliche Wiederauferstehung als PAF (Porsche Armee Fraktion) erlebt, herrschte Friede, Freude, Überbeschäftigung. Tatsächlich macht es am Ende PAFF und einer der beiden Deutschland-Retter ist tot. Mit einer albernen Schlusspointe fällt der Vorhang. Herr Schimmelbusch, see me sitting in the palm tree! Sie haben mich dabei erwischt, wie ich anfangs der ein oder anderen Diagnose Victors und daraus abgeleitetem ?Therapieansatz? zugenickt und somit meine ?blinden Flecken? und ?Vor-Urteile? zum Selbstschämen peinlich offenbart habe. Sie haben der German Angst, die wohl auch in mir wohnt, so richtig Zucker gegeben. Ich bin durch ?Hochdeutschland? provoziert worden, meine Positionierung zu prüfen. Wenn ein Buch das leistet, ist das nicht wenig. Dennoch hat der Roman seine Möglichkeiten verschenkt. An der Stelle, an der es interessant geworden wäre, stiehlt sich m. E. der Autor zu früh aus seiner Geschichte. Dem Werk hätte ein weiterer Erzählstrang gutgetan, nämlich die Darstellung der Umsetzung der von Victor im Suff hingerotzten Idee. Schimmelbusch hätte den antidemokratischen Nukleus herausarbeiten können. Er hätte die internationalen Verquickungen darstellen können, die ein ausschließlich dem Erhalt seiner wirtschaftlichen Stärke verpflichtetes Deutschland mit Heuschrecken-Antlitz verursachen würde. Gerne hätte ich auch das Szenario einer GINA in der nächsten Bankenkrise oder beim Zusammenbruch des Euros gelesen. Schimmelbusch hingegen unterstellt, dass sie sogar 15 Jahre (!) erfolgreich wirtschaftet und das angeführt von einem Charakter wie Victor, den ich vor dem Schlusskapitel als Karikatur auf die wert(e)lose Wirtschaftselite begriffen hatte. Hier geht etwas nicht auf. Habe ich etwa ?Hochdeutschland? (bis zu diesem gewählten Ende) nur für eine bitterböse, brillant formulierte Satire gehalten, in Wirklichkeit verbirgt sich aber eine Blaupause dahinter? Ein Vergleich mit ?Unterwerfung? von Houellebecq tut dem Roman von Schimmelbusch übrigens nicht gut. Der französische Autorenkollege hat mit Subtilität und konstruktivem Geschick - am Beispiel und aus der Warte eines mittelmäßigen Akademikers, auch der Elite [an mich: siehe oben] zugehörig - schmerzvoll durchexerziert, wie die Schritte zur Transformation einer abgelenkten Gesellschaft gesetzt werden. Da hatte Schimmelbusch längst die Füße hochgelegt und das halbfertige Manuskript beim Verlag abgegeben. Und der hat es genommen, anstatt ihn nachsitzen zu lassen. Gekonnt hätte Schimmelbusch es doch. Schade.