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Und die Erde wird zittern

Rasputin und das Ende der Romanows

Auch hundert Jahre nach Rasputins Tod bleibt uns die wahre, historische Figur des Predigers verborgen, der wegen seinen Ausschweifungen und seiner Nähe zu den Romanovs verteufelt wurde. Bis jetzt.
In seiner grossen, beeindruckenden Biographie zeigt uns Douglas Smith, dass Grigori Jefimowitsch Rasputin viel mehr war - eine schillernde Persönlichkeit in einer dramatischen Wendezeit. Der renommierte Historiker hat dazu in sieben Ländern eine Fülle von neuen Dokumenten entdeckt. Darin stösst er auf einen Rasputin, der jene tiefen Widersprüche zwischen dem alten und dem neuen Russland zu deuten wusste und der umso mehr darunter litt. Damit zeichnet Smith zugleich ein eindruckvolles Panorama einer haltlos gewordenen russischen Gesellschaft am Vorabend ihres Untergangs.

Portrait
Douglas Smith ist Historiker und Übersetzer. Er arbeitete für das U.S. Department of State in der Sowjetunion und als Russisch-Dolmetscher für Ronald Reagan und war als Russland-Spezialist für ›Radio Free Europe/Radio Liberty‹ in München tätig. Er hat verschiedene Auszeichnungen erhalten, unter anderem das renommierte Fulbright-Stipendium für Wissenschaftler. Douglas Smith lebt in Seattle (USA). Cornelius Hartz ist Klassischer Philologe und arbeitet als freier Lektor, Autor und Übersetzer in Hamburg.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 928
Erscheinungsdatum 01.10.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8062-3574-6
Verlag Wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)
Maße (L/B/H) 23.6/16.1/6.8 cm
Gewicht 1311 g
Originaltitel Rasputin
Abbildungen 102 schwarz-weiße Abbildungen, 2 Karten
Übersetzer Martin;Hartz, Cornelius;Rullkötter Bernd Richter
Buch (gebundene Ausgabe)
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Fr. 55.90
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Beeindruckende Biografie
von mabuerele am 05.11.2017

„...Meine arme Schwiegertochter begreift nicht, dass sie die Dynastie und sich selbst ruiniert. Sie glaubt aufrichtig an die Heiligkeit eines Abenteurers, und wir sind ohnmächtig, das Unglück abzuwenden, das unvermeidlich sein wird...“ Grigori.Jefimowitsch Rasputin – wer war der Mann, der die russische Gesellschaft und Kirc... „...Meine arme Schwiegertochter begreift nicht, dass sie die Dynastie und sich selbst ruiniert. Sie glaubt aufrichtig an die Heiligkeit eines Abenteurers, und wir sind ohnmächtig, das Unglück abzuwenden, das unvermeidlich sein wird...“ Grigori.Jefimowitsch Rasputin – wer war der Mann, der die russische Gesellschaft und Kirche gespalten hat, der Zugang zum Palast des Zaren hatte, obwohl er nicht aus dem Adel stammte, und über den eine Menge an Mythen und Geschichten kursierten? Der Autor Douglas Smith, Historiker und Russland-Spezialist, hat eine Annäherung an die vielschichtige Persönlichkeit von Rasputin versucht. Gleichzeitig zeichnet er ein Zeitgemälde der russischen Oberschicht in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Der Autor hat die Biografie in sieben Teile gegliedert. Im ersten Teil fragt er nach Rasputins Vorfahren. Er beschreibt, so weit bekannt, seine Kindheit und Jugend als Sohn eines Bauern im sibirischen Dorf Pokrowskoje, seine Pilgerschaft und sein Leben bis zu seiner Reise nach St. Petersburg im Jahre 1904. Der zweiten Teil beschäftigt sich mit den zunehmenden Kontakten von Rasputin zum Zarenhaus und endet 1909. Die Jahre 1910 und 1911 lassen Rasputin immer mehr in die öffentliche Wahrnehmung gelangen. Die Gesellschaft trennt sich in Bewunderer und Gegner. Der vierte Teil widmet sich den Untersuchungen gegen Rasputin, dem ersten Attentat und seinem Verhalten bis Juni 1914. Danach setzt sich der Autor mit dem Leben des Protagonisten in den ersten beiden Kriegsjahren auseinander. Sein Verhalten gegenüber Frauen und sein Alkoholismus werden ebenso thematisiert wie seine politischen und religiösen Ansichten. Ein Zitat aus einem seiner Briefe zeigt, dass er sich anfangs gegen die Kriegsteilnahme Russlands ausgesprochen hat:; „...Ich weiß, sie alle wollen den Krieg von Dir und begreifen offenbar nicht, dass er den Ruin bedeutet...“ Der sechste Teil spannt den Bogen bis zur Ermordung Rasputins und beleuchtet die darauf folgenden Untersuchungen. Der letzte Teil endet mit dem Tode des Zaren und seiner Familie. Der Schriftstil des Buches ist sehr sachlich gehalten. Trotzdem lesen sich manche Teile wie ein Roman, denn der Autor versteht es, trockene Themen anschaulich darzustellen. In jeder Zeile ist die exakte und umfangreiche Recherche des Autors spürbar. Er hat eine Vielzahl an Originaldokumenten studiert und verwendet. Eingerückt im Text wird häufig aus diesem Dokumenten, seien es Zeitungsartikel, Briefe oder Bücher, zitiert. Dabei werden die verwendeten Aussagen aus verschiedenen Blickwinkel beleuchtet, unterschiedliche Quellen miteinander verglichen und dann kritisch der Wahrheitsgehalt überprüft. Viele Aussagen verweist der Autor dabei ins Reich der Mythen und Legenden, weil sie persönliche Standpunkte wiedergeben und einer Überprüfung an der gesellschaftlichen Realität nicht standhalten. Obiges Zitat stammt aus einem Brief von Maria Fjodorowna, der Mutter des Zaren. Sie muss ohnmächtig zusehen, wie Alexandra den Zaren dominiert. Doch der Autor hat es nicht nur bei der Biografie von Rasputin belassen. Er erzählt dessen Leben im Lichte der politischen Verhältnisse im zaristischen Russland. Am Zarenhof trifft man auf eine Gesellschaft, die die Bodenhaftung verloren hat und sich an Dekadenz überbietet. Zar Nikolaus ist nicht sehr entscheidungsfreudig und hat keinen Blick für die Nöte seines Volkes. Die Frauen der gehobenen Gesellschaft frönen dem Okkultismus. Da kommt ihnen ein sibirischer Bauer gerade recht, der geschickt mit Worten umzugehen weiß. Alexandra, die Zarin, macht dabei keine Ausnahme. Hinzu kommt, dass sie in Rasputin den Retter ihres kranken Sohnes Alexei sieht. Die russisch-orthodoxe Kirche ist ebenfalls vorwiegend mit sich beschäftigt. Rasputin polarisiert. Für die einen ist er ein Altgläubiger, andere verehren ihn. Exakt beschreibt der Autor die Lebensläufe etliche Personen, die Rasputins Weg gekreuzt haben, seine es Freunde oder Feinde. Insbesondere Iliodor sind dabei umfangreiche Abschnitte gewidmet. Als geschworener Feind Rasputins hat er versucht, sein Wissen nicht nur in Russland zu Geld zu machen. Mit seinem Buch „Der heilige Teufel“ hat er seine Version von Rasputins Leben dargelegt. Der Autor Douglas Smith weist allerdings nach, dass der Wahrheitsgehalt eher minimal ist. Das Buch enthält mehr Phantasien als Tatsachen. Deutlich wird herausgearbeitet, wie sich die Situation zuspitzt. Geheimdienst, Presse und Duma interessieren sich zunehmend für den Mann, dem man eine aktive Rolle bei politischen Entscheidungen zuspricht. Die Zeit verändert aber auch Rasputin, je mehr er zum einzigen Feind hochstilisiert wird. Die wahren Gefahren für die russische Gesellschaft werden nicht gesehen. Dieses Zwiespalt stellt der Autor ausgezeichnet dar. Auch das folgende Zitat bringt dies zum Ausdruck: „...Fast kein Russe sah mehr realistisch, was mit seinem Land geschah, wer dafür verantwortlich war und wie Russland gerettet werden könnte...Für die meisten Menschen musste Rasputin sterben, damit Russland leben konnte. Bald sollten sie erkennen, wie sehr sie sich geirrt hatten...“ Eine Karte Russlands und ein Stadtplan von ST. Petersburg ergänzen das Buch. Im Anhang befinden sich ein umfassende Anmerkungen, eine Bibliografie, Bildnachweise und ein Register. Eingebettet in die Biografie wurden an zwei Stellen insgesamt 102 Fotos. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen.

Rasputin – Teufel oder Heiliger?
von Sikal am 29.10.2017

„Der Bruder wird den Bruder töten, und die Erde wird zittern.“ Der Name Grigori Jefimowitsch Rasputin ist bis heute untrennbar mit dem letzten russischen Zarenpaar (Nikolaus und Alexandra) verbunden. In vielen Lieder besungen, sein Leben als Grundlage unzähliger Filme, sein Name betitelt Bars, Restaurants und vieles mehr. ... „Der Bruder wird den Bruder töten, und die Erde wird zittern.“ Der Name Grigori Jefimowitsch Rasputin ist bis heute untrennbar mit dem letzten russischen Zarenpaar (Nikolaus und Alexandra) verbunden. In vielen Lieder besungen, sein Leben als Grundlage unzähliger Filme, sein Name betitelt Bars, Restaurants und vieles mehr. „Seine Schlechtigkeit, so erzählte man sich, kenne keine Grenzen und sein Geschlechtstrieb lasse sich nicht stillen, ganz egal, wie viele Frauen er mit in sein Bett nehme. Rasputin galt als brutaler, trunksüchtiger Satyr mit den Manieren eines Stallburschen. Dank der den russischen Bauern angeborenen Gerissenheit wusste er ganz genau, wie er Zar und Zarin den einfachen Mann Gottes vorspielen konnte. Er brachte sie mit seinen Tricks dazu, zu glauben, er können ihren Sohn Alexei retten und mit jenem letztlich die Dynastie. Sie gaben sich und das Zarenreich in seine Hände, doch er verriet das Vertrauen, das sie in ihn setzten mit seiner Gier und Verderbtheit, zerstörte die Monarchie und trieb ganz Russland in den Ruin. So sagte man.“ (Seite 21) Der Autor, Douglas Smith, Historiker und Übersetzer, versucht mit dieser Monster-Biographie dem Mythos Rasputin auf den Grund zu gehen, neue Quellen zu ergründen und einfließen zu lassen. Seine Recherchen beeindrucken mich und ebenso seine Einwände, dass sich so manches historisch nicht mehr nachvollziehen lasse. Smith arbeitete für das U.S. State Department in der Sowjetunion, als Russisch-Dolmetscher für Ronald Reagan, erhielt etliche Auszeichnungen im Laufe seiner Berufslaufbahn. Doch wie viel Wahres steckt nun wirklich in diesem Mythos Rasputin? Welchen Einfluss hatte er tatsächlich auf die politischen Belange? Konnte er mit seinem hypnotisierenden Blick Menschen gefügig machen? Was er ganz sicher konnte – Menschen analysieren, ihnen zuhören und erzählen, was sie hören wollten. Smith gelingt es aus einer Unmenge von Dokumenten ein ziemlich realistisches Bild zu schaffen, er widerlegt Gerüchte, erläutert Zusammenhänge und verbindet diese mit bereits bekannten Ereignissen. Immer bedacht, nicht alles vorweg zu nehmen sondern dem kritischen Leser zu ermöglichen, sich seine eigenen Gedanken zu machen und zu hinterfragen. Für mich war es eine großartige Erfahrung, dieses Buch zu lesen. Nachdem ich mich in letzter Zeit vermehrt mit dem Untergang der Romanows beschäftigt hatte, war Smiths Biographie eine Bereicherung. Viele Wissenslücken konnte ich füllen und trotz der enormen Seitenanzahl wurde es für mich nie langatmig oder gar langweilig. Oft stellte ich mir die Frage, wie es denn möglich war, dass ein einfacher Bauer solchen Status erlangen konnte, vielen Freunden aber natürlich auch einer Unmenge an Feinden begegnete. Dies hatte vermutlich weniger mit seiner Person und dem was er tat zu tun, sondern ist an einen Zeitgeist zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebunden. Viele Russen waren um die Jahrhundertwende auf der Suche nach spirituellen Anregungen, man wandte sich vom materialistischen Positivismus des 19. Jahrhundert ab und kehrte zu anderen Formen der Spiritualität zurück (Renaissance der Religion). Die Zeit von 1890 – 1914 ging als „Silbernes Zeitalter“ in die Geschichte ein, die Oberschicht war von Mystik und Okkultismus fasziniert. Damit lässt sich der Aufstieg und Fall Rasputins ganz gut gleichsetzen. Smith schafft es, ein klares Bild über den Zeitgeist zu vermitteln, die Wichtigkeit des sozialen Status darzustellen, ein Netzwerk an Intrigen und Gerüchten aufzuarbeiten, gibt uns einen Einblick in ein politisches Pulverfass, die Vorboten der Revolution und das von langer Hand arrangierte Mordkomplott. Bilder wichtiger Wegbegleiter ergänzen dieses spannende und informative Werk. Smith wird mir als Autor in Erinnerung bleiben, man darf auf seine weiteren Werke gespannt sein. Auf jeden Fall kann ich hier eine absolute Leseempfehlung aussprechen und natürlich gibt es dafür auch 5 Sterne.

Ein richtiger Wälzer – aber es lohnt sich!
von Igelmanu66 aus Mülheim am 20.10.2017

»Noch vor seiner grausamen Ermordung in einem Petrograder Keller in den letzten Tagen des Jahres 1916 war Rasputin in den Augen vieler Menschen weltweit zu einer regelrechten Personifizierung des Bösen geworden. Seine Schlechtigkeit, so erzählte man sich, kenne keine Grenzen, und sein Geschlechtstrieb lasse sich nicht stillen… D... »Noch vor seiner grausamen Ermordung in einem Petrograder Keller in den letzten Tagen des Jahres 1916 war Rasputin in den Augen vieler Menschen weltweit zu einer regelrechten Personifizierung des Bösen geworden. Seine Schlechtigkeit, so erzählte man sich, kenne keine Grenzen, und sein Geschlechtstrieb lasse sich nicht stillen… Dank der den russischen Bauern angeborenen Gerissenheit wusste er ganz genau, wie er Zar und Zarin den einfachen Mann Gottes vorspielen konnte. Er brachte sie mit seinen Tricks dazu, zu glauben, er könne ihren Sohn Alexei retten und mit jenem letztlich die Dynastie. Sie gaben sich und das Zarenreich in seine Hände, doch er verriet das Vertrauen, das sie in ihn setzten, mit seiner Gier und Verderbtheit, zerstörte die Monarchie und trieb ganz Russland in den Ruin. So sagte man.« Grigori Jefimowitsch Rasputin – die schillerndste Persönlichkeit, der bekannteste Name der russischen Geschichte. Jeder kennt ihn, jeder hat ein ordentliches Maß an Halbwissen über ihn. Neben dutzenden von Biographien gibt es zahlreiche Romane und Filme über ihn, Dokumentationen, Theaterstücke und Songs. Bars, Restaurants und Diskotheken tragen seinen Namen, eine Computer-Software ist nach ihm benannt, eine Comic-Serie und eine Action-Figur. Man begegnet ihm in Videospielen, in japanischen Mangas und Animes und im Getränkemarkt, denn (ungemein passend) wurden auch ein Bier und eine Wodkamarke nach ihm benannt. Wer war dieser Rasputin wirklich? Wie viel Wahrheit steckt in all den Geschichten? Konnte ein einzelner Mann so einen großen Einfluss haben? Douglas Smith ist Historiker und Übersetzer. Er arbeitete für das U.S. State Department in der Sowjetunion, als Russisch-Dolmetscher für Ronald Reagan, war als Russland-Spezialist für Radio Free Europe / Radio Liberty in München tätig und hat für sein Werk bereits verschiedene Auszeichnungen erhalten. In dieses Buch hat er 6 Jahre Arbeit gesteckt und sehr umfangreiche Recherchearbeiten durchgeführt. Eben weil es so viel Literatur über Rasputin gibt, gestaltete sich die Arbeit schwierig. Vieles wurde mit der Absicht niedergeschrieben, Rasputin zu schaden und/oder eine bestimmte Ansicht zu verbreiten. Zu ein und demselben Vorfall gibt es die unterschiedlichsten Schilderungen, wie soll man da die Wahrheit finden? Douglas Smith hat versucht, jede nur mögliche Originalquelle zu sichten. Das Quellenverzeichnis im Buch hat einen beeindruckenden Umfang! Im Gegensatz zu vielen Biographen vor ihm konnte er auch sowjetische Archive einsehen, die Akten über Rasputin enthalten, bis Ende des 20. Jahrhunderts aber für Forscher gar nicht zugänglich waren. Wie verarbeitet er jetzt diese vielen Fakten? Nun, während er Rasputins Geschichte erzählt, legt er zu jedem möglichen Ereignis die verschiedenen existierenden Versionen der Ereignisse einschließlich seiner eigenen Sichtweise dar. Ich fand das sehr gelungen, ermöglicht es doch dem Leser, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Klingt langatmig? Ist es aber nicht. Denn der Autor versteht es, wirklich gut und fesselnd zu schreiben, ich war selber überrascht, wie leicht sich das Buch las. Und ich habe so viel erfahren! Vieles über den Mythos Rasputin wird vermutlich immer ungeklärt bleiben, aber ich habe jetzt schon das Gefühl, der wirklichen Person näher gekommen zu sein. Überrascht las ich, dass er weder der erste, noch der letzte Prediger war, der Einfluss auf die Romanows hatte. Ich erfuhr, dass der damals herrschende Zeitgeist dies alles überhaupt erst möglich gemacht hat und stellte mir beim Lesen und noch im Anschluss immer wieder „was-wäre-gewesen-wenn“-Fragen. Das Buch wirkt nach, es eröffnet neue Sichtweisen, informiert und unterhält durch einen wirklich guten Schreibstil. Zur Abrundung gibt es neben einem umfangreichen Anhang mit - unter anderem - einem gelungenen und hilfreichen Register zwei große Karten und zahlreiche interessante Fotos und Abbildungen. Fazit: Ein richtiger Wälzer, aber es lohnt sich! Eine volle Leseempfehlung für diese großartige Biographie! »Der Glaube an das Übernatürliche, an dunkle Kräfte, die Russland still und heimlich in Richtung Apokalypse steuerten, wobei der Teufel höchstpersönlich am Ruder war – all das kam in der öffentlichen Wahrnehmung Rasputins zusammen. Man kann gar nicht genug betonen, dass Rasputins Image, wie es sich in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg herauskristallisierte und bis zum heutigen Tag erhalten hat, weniger auf seine Person, seinen Charakter und das, was er tatsächlich tat, zurückzuführen ist als vielmehr auf den Zeitgeist im Russland des anbrechenden 20. Jahrhunderts – einen Zeitgeist, der auf krankhaften Vorstellungen basierte. Kosmische Kräfte bestimmten die Zukunft des Landes, und die Tatsache, dass es einem einfachen Bauern nicht nur gelungen war, sich in den Palast einzuschleichen, sondern auch das absolute Vertrauen des Zaren zu gewinnen, konnte nur eines bedeuten: Entweder war er ein von Gott gesandter Engel oder ein Diener des Teufels.«