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Die Hauptstadt

Roman

In seinem grossen europäischen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und grossen Gefühlen.

Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen - »zu den Akten legen« wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar.

Rezension
»Ein grosses Jubilee Project soll das fünfzigjährige Bestehen der EU-Kommission feiern. Rund um die Vorbereitungen entwickelt Menasse seine raffiniert gebaute Geschichte, in der nichts dem Zufall überlassen ist.«

Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung 09.09.2017
Portrait

Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den »Typus des Aussenseiters im Literaturbetrieb«. Menasse lehrte anschliessend sechs Jahre - zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie - an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab, u.a. über: Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 459 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.09.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783518735824
Verlag Suhrkamp
Dateigröße 4750 KB
Verkaufsrang 681
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
34 Bewertungen
Übersicht
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Absurd und doch entlarvend
von einer Kundin/einem Kunden am 14.01.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Angepriesen als "der große europäische Roman" hat "Die Hauptstadt" von Robert Menasse einiges zu erfüllen, und im Wesentlichen tut es das. Die politische Landschaft in Brüssel ist multikulturell geprägt, und hinter den politischen Fassaden verstecken sich Menschen wider Willen. Vielleicht mag der Panorama-Blick manchmal den Focus vermissen lassen, da es... Angepriesen als "der große europäische Roman" hat "Die Hauptstadt" von Robert Menasse einiges zu erfüllen, und im Wesentlichen tut es das. Die politische Landschaft in Brüssel ist multikulturell geprägt, und hinter den politischen Fassaden verstecken sich Menschen wider Willen. Vielleicht mag der Panorama-Blick manchmal den Focus vermissen lassen, da es ein beständiges Jonglieren mit Handlungsbällen ist und der Leser aufpassen muss, keinen davon aus den Augen zu verlieren. Auch erfährt nicht jede der zentralen Figuren genug menschlichen Tiefgang, um sich mit wirklichem Interesse auf sie einzulassen - ganz vorn dabei Fenia Xenopoulou - und wenn allgemein die männlichen Figuren ausgefeilter wirken als die weiblichen, ist das nicht unbedingt lobenswert. Dafür zeigt das Schwein (oder Plural?), wie weit sich die Gesellschaft entfernt hat von Eugene Ionesco bahnbrechendem Theaterstück "Die Nashörner", in dem die titelgebenden Tiere Auswuchs eines existenziellen Problems sind, während "Die Hauptstadt" das Tierproblem eher bürokratisiert. Generell ist die Nähe zum Absurden der große Pluspunkt des Romans. Eine schlechte Idee wird einander so lang als gute Idee verkauft, dass sie irgendwann einfach nicht mehr aufhaltbar ist, und keiner will die Verantwortung übernehmen. Es ist leicht, das auf der politischen Ebene durchzuspielen - aber war nicht jeder im Privatleben auch schon einmal in solch einer Situation? Die EU also als Metapher für das wirkliche Leben? Vermutlich ist es nicht so gemeint - aber einer der lesenswertesten Gewinner des Deutschen Buchpreises ist "Die Hauptstadt" fraglos!

von einer Kundin/einem Kunden am 20.04.2018
Bewertet: anderes Format

Ein würdiger Empfänger des Deutschen Buchpreises! Der ironische Ton mildert etwas das Erschrecken über die sich selbst ausbremsende Bürokratie der EU.

Die Hauptstadt von Robert Menasse
von einer Kundin/einem Kunden aus Dortmund am 06.03.2018

Mir gefällt die Geschichte und erzählweise dieses Buchs. Empfehlenswert. Wer bisher keine Vorstellung von der Arbeitsweise der EU-Bürokratie hat, hier wird liebevoll ein Bild entworfen, das die hohen Kosten leicht und flockig erklärt. Der Mensch unterwirft sich den Regeln, oder wird entsorgt.