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Wir sind dann wohl die Angehörigen

Die Geschichte einer Entführung

(22)

Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreissende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen.
»Es waren zwei Geldübergaben gescheitert und mein Vater vermutlich tot. Das Faxgerät hatte kein Papier mehr, wir keine Reserven, und irgendwo lag ein Brief mit Neuigkeiten.« Wie fühlt es sich an, wenn einen die Mutter weckt und berichtet, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie erträgt man die Sorge, Ungewissheit, Angst und die quälende Langeweile? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber nicht mal in die Schule gehen, Sport machen, oder Freunde treffen darf? Und selbst Die Ärzte, Green Day und die eigene E-Gitarre nicht mehr weiterhelfen?

Portrait
Johann Scheerer, geboren 1982, gründete mit fünfzehn Jahren seine erste Band, nahm mit »Score!« 1999 sein erstes Album auf und ging auf Deutschlandtour. Nach dem Abitur bekam er einen Plattenvertrag für sein Soloprojekt »Karamel«, gründete 2003 das Tonstudio »Rekordbox« und 2005 »Clouds Hill Recordings«. Mittlerweile konnte er die einhundertste Veröffentlichung als Musiker und Produzent feiern, u.a. mit Faust, Gallon Drunk, Bosnian Rainbows, Rocko Schamoni, James Johnston, Peter Doherty und aktuell At the Drive-In. » It¿s magic what this young German did to my songs. He saved my life.« Peter Doherty // The Libertines, Babyshambles. 2018 erschien sein erster Roman »Wir sind dann wohl die Angehörigen«
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 01.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-05909-1
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 21,1/13,2/3 cm
Gewicht 406 g
Auflage 2. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
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33 Tage, die alles veränderten
von Igelmanu66 aus Mülheim am 10.07.2018

»Johann, ich muss dir etwas sagen.« Johann Scheerer wird diesen Morgen des 25. März 1996 nie vergessen. Diesen Morgen, an dem seine Mutter ihn weckte und ihm von der Entführung seines Vaters, Jan Philipp Reemtsma, erzählte. Bis zu diesem Tag hatte sich sein Leben um die normalen Probleme eines 13jährigen gedreht,... »Johann, ich muss dir etwas sagen.« Johann Scheerer wird diesen Morgen des 25. März 1996 nie vergessen. Diesen Morgen, an dem seine Mutter ihn weckte und ihm von der Entführung seines Vaters, Jan Philipp Reemtsma, erzählte. Bis zu diesem Tag hatte sich sein Leben um die normalen Probleme eines 13jährigen gedreht, um Pubertät und Klassenarbeiten. Von einem Moment auf den anderen tritt an die Stelle der Angst vor der anstehenden Lateinarbeit die Angst um das Leben seines Vaters. »Die Entführer werden das Geld bekommen, und dann werden sie ihn ermorden. So läuft das immer, wieso sollte es diesmal anders sein?« In diesem Buch teilt er seine Erlebnisse und Empfindungen während der 33 Tage dauernden Gefangenschaft Reemtsmas mit dem Leser. Seine Art zu schreiben hat mich gleich von der ersten Seite angesprochen. Offen berichtet er über das Gefühlschaos, das in ihm tobte, den ersten Schock, die offenen und verdrängten Ängste. Und das schlechte Gewissen, das ihn ständig plagte, mit Fragen wie: Wie geht es gerade meinem Vater? Leidet er in diesem Moment, in dem ich zur Ablenkung Gitarre spiele oder fernsehe? Wobei die Möglichkeiten zur Ablenkung stark eingeschränkt waren, Polizei und Reporter keinen normalen Alltag zuließen, das Warten auf die nächste Nachricht der Entführer alles bestimmte. Scheerer schildert detailliert die Ereignisse rund um die Entführung, die Telefonanrufe und Erpresserbriefe, die Übergabeversuche des Lösegeldes, die vielen Beratungen mit der Polizei. Und ebenso intensiv erzählt er von Sorgen und Hoffnungen, von quälender Langeweile und dem schon erwähnten schlechten Gewissen. Es ist eigentlich schon kompliziert genug, 13 Jahre alt zu sein. Auch Johann hatte an sich begonnen, sich abzunabeln, erste Schritte zum Erwachsenwerden getan. Und nun befindet er sich unter lauter Erwachsenen in einer Extremsituation, fühlt sich hilflos und überflüssig. Zudem merkt er, dass ihm irgendwelche Dinge verschwiegen werden, dass ihm Infos ?kindgerecht? vermittelt werden. All das lindert das Gefühlschaos in keiner Weise, bringt eher noch seine lebhafte Phantasie dazu, immer neue Horrorszenarien zu entwickeln. Jan Philipp Reemtsma wurde nach 33 Tagen gegen Zahlung eines Lösegeldes von rund 30 Mio. Mark freigelassen. Nach diesen 33 Tagen war sein Leben und das seiner Angehörigen ein anderes geworden. Fazit: Sehr intensiv und persönlich. Bei diesem sehr natürlich erzählten Bericht eines 13jährigen fühlt man auf jeder Seite mit. »Die Worte kamen aus seinem Mund, erreichten meine Ohren und konnten nichts bewirken, um die große Leere in meinem Kopf zu füllen. Rauschen, Dröhnen und Taubheit. Ich merkte, dass ich schon innerhalb dieser wenigen Stunden jemand anderes geworden war. Ich kannte ihn noch nicht, doch fürchtete ich mich davor, ihn kennenzulernen.«

Eine berührendauthentische Entführungsgeschichte...
von einer Kundin/einem Kunden aus Leonberg am 07.07.2018

(Inhalt, übernommen) Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen. Zum Autor: Johann Scheerer, geboren 1982, gründete mit... (Inhalt, übernommen) Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen. Zum Autor: Johann Scheerer, geboren 1982, gründete mit fünfzehn Jahren seine erste Band, nahm mit »Score!« 1999 sein erstes Album auf und ging auf Deutschlandtour. Nach dem Abitur bekam er einen Plattenvertrag für sein Soloprojekt »Karamel«, gründete 2003 das Tonstudio »Rekordbox« und 2005 »Clouds Hill Recordings«. Mittlerweile konnte er die einhundertste Veröffentlichung als Musiker und Produzent feiern. Schreibstil/Fazit: Der Autor Johann Scheerer beschreibt in seinem Buch die Entführung von Jan Philipp Reemtsma, und zwar aus der Sicht seines 13jährigen Sohnes. Er berichtet wahrheitsgetreu und authentisch die Gefühle, Gedanken und Ängste eines Jugendlichen seines Alters und seiner Mutter, die sie durchlebt haben. Der flüssige Schreibstil erleichtert dem Leser das Lesen und sämtliche Charaktere wurden genauestens beschreiben, so daß man sich besser in die verschiedenen Situationen (Ängste sowie langes ungewisses Abwarten) hineinfinden und mitfühlen konnte. Natürlich ist durch so ein schreckliches und dramatisches Geschehendie Kindheit sehr belastet und es braucht eine lange Zeit der Aufarbeitung, aber Ausllöschen oder Verdrängen kann man es niemals. Gott sei Dank gab es nach 33 Tagen durchlebter Ungewißheit ein gutes Ende. Ich empfehle daher dieses Buch mit seiner außerordentlichen deutschen Geschichte sehr gerne weiter, spannende Lesestunden sind Euch garantiert. Danke an vorablesen.de für dieses emotionale Leseexemplar!

Von Angst, Hoffnung und einer ganz besonderen Vater-Sohn-Beziehung
von einer Kundin/einem Kunden am 19.06.2018

"Es war der 25.März 1996, es war Frühling, und mein Leben sollte von da an ein anderes sein. Es sollte keinen unbeschwerten Frühling mehr für mich geben, kein Vogelgezwitscher ohne diesen Satz in meinem Kopf, ohne meinen ersten Gedanken an die Lateinarbeit, die ich hätte schreiben sollen und die... "Es war der 25.März 1996, es war Frühling, und mein Leben sollte von da an ein anderes sein. Es sollte keinen unbeschwerten Frühling mehr für mich geben, kein Vogelgezwitscher ohne diesen Satz in meinem Kopf, ohne meinen ersten Gedanken an die Lateinarbeit, die ich hätte schreiben sollen und die ich [...] verpassen würde." Was geht in einem Kind vor, wenn es aufwacht und seine Mutter ihm erklärt, dass sein Vater entführt wurde und sie nun für eine gewisse Zeit ein "Abenteuer" bestehen müssen? Genau darum dreht es sich in dem Buch "Wir sind dann wohl die Angehörigen" von Johann Scheerer. Mit diesem Buch erzählt er seine Erlebnisse während der Entführung von Jan Philipp Reemtsma im März 1996. Es geht um Verlustangst, um das Herausreißen aus der Normalität und die polizeilichen Ermittlungen aus Sicht eines 13 Jährigen. "Wenn alle Forderungen erfüllt werden, wird Herr Reemtsma 48 Stunden nach Erhalt des Lösegelds von uns unverletzt freigelassen." heißt es. Doch vielleicht ist das alles auch nur ein Spiel, dass die Entführer hier spielen und sie werden ihn gar nicht frei lassen?! Vielleicht ist er ja auch schon tot. Jedenfalls muss Johann die angekündigte Lateinarbeit nicht schreiben, denn an Schule wäre momentan nicht mehr zu denken. Es ist ja auch nur eine kurze 'Auszeit', doch aus den ursprünglichen 48 Stunden, sollten ganze 33 Tage werden. Vielleicht liegt es auch einfach an der desaströsen Arbeit der Polizei, vielleicht ist es aber auch seitens der Entführer so provoziert. Und so lernen wir die Geschichte Johanns kennen, der sich zwischen dem polizeilichen Wust aus Ermittlungen, Warten und Angehörigenbetreuung wiederfindet, abgeschirmt von der Normalität. "Ich hatte Angst vor einem weiteren Schritt ins Unbekannte, ins Unberechenbare. Ich sehnte mich nach der Normalität, die mir genommen worden war" Wer hier nun ein sehr detailliertes, klassisches und gewaltiges Entführungs-/Kriminal-/Alles-ist-so-furchtbar-Buch erwartet, wäre mit diesem Buch eher falsch bedient. Es ist nämlich die Geschichte aus der Sicht eines Jungen, der die damaligen Vorgänge während der Entführung seines Vaters schildert. Damit ist es auch nicht so ein detailliertes Abbild, wie es Reemtsma selbst in seinem Buch beschreibt. Es ist diese Mischung aus kurzer Freude über die verpasste Arbeit, die Besuche im Musikladen und die Betreuung seitens der Polizei, die Angst, dass er seinen Vater vielleicht nicht mehr wiedersehen wird, die zu überbrückende Langeweile und das Warten auf einen neuen Anruf der Entführer... Und stets schwingt eine gewisse kindliche Distanziertheit und Unverständnis mit. Es ist nicht nur ein Bericht über eine Entführung, seitens der Familie selbst, es ist viel mehr und gerade das hat es für mich zu einer sehr interessanten Geschichte gemacht. Der einzige Nachteil: Ich habe dieses Buch innerhalb eines Sonntags komplett durchgelesen und war dann schon irgendwie enttäuscht, dass es bereits vorbei war.