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Das Tomatenimperium

Ein Lieblingsprodukt erklärt den globalen Kapitalimus

Jean-Baptiste Malet

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Beschreibung

Jeder isst sie, jeder liebt sie: Tomaten. Sie stecken in einer Dose Tomatenmark, in der Sosse einer Fertigpizza, in Tomatensaft und Ketchup. Und dennoch wissen wir fast nichts über ihre Produktion. Wo, wie und von wem werden die industriell verarbeiteten Früchte angebaut und geerntet? Zwei Jahre lang ist Jean-Baptiste Malet diesen und anderen Fragen nachgegangen. Seine Suche hat ihn von den Grenzen Chinas über Peking, Kalifornien, Italien bis nach Ghana geführt. Er hat mit Bauern, Erntehelfern und Genwissenschaftlern gesprochen und kam Schritt für Schritt den mafiösen Aktivitäten der Lebensmittelindustrie auf die Spur. Herausgekommen ist eine faszinierende Reportage, die die komplexen Zusammenhänge und erschütternden Verwerfungen des globalisierten Kapitalismus besser erklärt als jeder Roman.


Jean-Baptiste Malet ist französischer Journalist. 1987 in Toulon geboren, gilt er in Frankreich als grosse Nachwuchshoffnung. Er schreibt für Le Monde diplomatique und Charlie hebdo und hat bereits zwei Bücher veröffentlicht. Für En Amazonie schlich er sich in Wallraffscher Manier bei Amazon ein. Diese investigative Reportage brachte ihm 2014 den Prix lycéen du livre d’économie et de sciences sociales ein.

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 29.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8479-0642-1
Verlag Eichborn
Maße (L/B/H) 21.8/13.9/2.7 cm
Gewicht 395 g
Originaltitel L'Empire de L'or Rouge
Auflage 1. Auflage 2018
Übersetzer Norma Cassau

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Das Geschäft mit der Tomate
von einer Kundin/einem Kunden am 30.06.2018

Die Tomate ist heute eine der am weitesten verbreiteten Gemüsesorten der Welt. Eigentlich auf jedem Kontinent, sogar in Afrika, kann man dieses doch sehr filigrane Gemüse anbauen. Grundvoraussetzung ist lediglich genug Sonne und ein schönes Dach über dem Kopf, welches das doch sehr zerbrechliche Tomantenpflänzchen vor Regen oder... Die Tomate ist heute eine der am weitesten verbreiteten Gemüsesorten der Welt. Eigentlich auf jedem Kontinent, sogar in Afrika, kann man dieses doch sehr filigrane Gemüse anbauen. Grundvoraussetzung ist lediglich genug Sonne und ein schönes Dach über dem Kopf, welches das doch sehr zerbrechliche Tomantenpflänzchen vor Regen oder Hagel schützt. In ganz vielen Fertigprodukten werden Tomaten eingesetzt. Viele Menschen denken hier gleich etwa an eine Fertigpizza aus dem Tiefkühlregal. Doch auch in weniger bekannten Produkten, wie billigen Joghurts, kann man Spuren von Tomaten entdecken. Wie die dort reinkommen, ist mir leider auch nach diesem Buch noch nicht ganz klar. Es gibt Tomaten in ganz unterschiedlicher Form und Größe. Während hierzulande wieder eher der Trend dahin geht, auf alte Sorten zu setzen, werden etwa in den Vereinigten Staaten und einigen Ländern Asiens fast nur noch die großen und ergiebigen roten Tomaten angesetzt. Diese wachsen schneller und haben eine größere Fruchtfülle (Größe). Dadurch kann man schneller und mehr produzieren, das ist ja bekanntlich eine der Kernthesen des Kapitalismus. Ältere Sorten, die etwas gelblicher oder auch sogar schwarz sein können, verschwinden zusehends von diesen Märkten. Das Geschäft mit denTomaten hat noch einen weiteren negativen Trend ausgelöst. Sie benötigen sehr viel Wasser. Da dieses, abseits von Mitteleuropa, nicht überall ohne Einschränkung zur Verfügung steht, muss es über große Distanzen herangeschafft werden. Die Bewässerungsanlagen brauchen natürlich auch noch Strom, was einen weiteren negativen Einfluss auf die Umwelt und die Menschen, die dort leben hat. Daß die Verpackungen, die für den Weitertransport der Tomaten benötigt werden, oftmals auch über große Strecken transportiert werden müssen, tut ein Übriges zur Umweltbelastung. Die meisten werden in Dosen oder Tuben aus Weißblech oder ähnlichen Materialien hergestellt, welches auch nicht auf jedem Land der Erde vor Ort lagernd ist. Wie der gebildete Leser sicher weiß, gibt es nach wie vor Kinderarbeit in Ländern der Dritten Welt. Das heißt, diese Länder setzen Kinder und Jugendliche als billige Arbeiter, die oft über 15 Stunden (!) am Tag in Frabriken arbeiten müssen ein, um etwa die Reinigung oder die Verpackung der Tomate mit den eigenen Händen zu bewerkstelligen. Diese Kinder haben keine Gewerkschaft und sind daher den Launen der Fabrikbesitzer schutzlos ausgeliefert. Eigentlich ein Wahnsinn, daß es sowas im 21ten Jahrhundert noch immer gibt. Ich war eigentlich der Meinung, daß wir, auch global gesehen, diese Zeit hinter uns gelassen hätten. Offensichtlich ein Irrtum meinerseits. Das Buch von Jean-Baptiste Malet, einem französischen Journalisten, wird fast überall durch große Zahlen und Statistiken belegt. Ich denke, dass man diesen auch Glauben schenken kann. Leider ist es so, dass das über weite Strecken das Lesen doch sehr anstrengend macht. Die eigentliche Geschichte der Tomate rückt dabei weiter und weiter in den Hintergrund.

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