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Meine Schizophrenie

Klaus Gauger

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Beschreibung

Klaus Gauger erkrankt als junger Mann an paranoider Schizophrenie. In schonungsloser Offenheit erzählt er die Geschichte seines sich steigernden Wahns, der ihn am Ende auf eine wilde Reise um den halben Globus führt. Dieses Memoire, das sich stellenweise wie ein atemloser Krimi liest, ist ein Plädoyer für eine menschlichere Psychiatrie und für eine bessere gesetzliche Regelung der Zwangsbehandlung in Deutschland. Die Geschichte Klaus Gaugers ist in vielerlei Hinsicht typisch, denn obwohl er früh Hilfe sucht, wird er erst nach vielen leidvollen Jahren richtig und wirkungsvoll behandelt. In einem Nachwort beschreibt Professor Dr. Hans-Martin Gauger, Vater von Klaus Gauger, wie er und seine Familie die Erkrankung von Klaus erlebt haben.

Diese authentische Darstellung des Lebens mit der Erkrankung »paranoide Schizophrenie« ist einzigartig. Der Autor zeigt an seinem Fall die Struktur und den Verlauf dieser oft verstörend und rätselhaft wirkenden Krankheit auf. Das Buch ist ein Beitrag zum Erscheinungsbild dieser Erkrankung und ebenfalls ein Beitrag zum Thema »Zwangsbehandlung«. Der Autor wurde während seiner über 20-jährigen Krankengeschichte dreimal zwangsbehandelt. Klaus Gauger hält die Zwangsbehandlung grundsätzlich für notwendig, ja lebensrettend. Trotzdem: Auch bei einer Zwangsbehandlung sollte die Würde des Patienten gewahrt werden, der Ton sollte respektvoll bleiben. Viel zu oft wird sie autoritär und beinahe wortlos von oben herab durchgeführt. Sie wird daher für die Betroffenen nicht selten zu einem lange währenden Trauma, wie es auch bei Klaus Gauger der Fall war.

Schizophrenie ist weiter verbreitet als allgemeinhin angenommen: etwa ein Prozent der Bevölkerung erkrankt im Laufe des Lebens daran. Aber gleichzeitig ist diese schwere psychische Erkrankung stark tabuisiert, die Betroffenen leiden unter massiver gesellschaftlicher Ausgrenzung und müssen ihre Erkrankung oft verheimlichen. Klaus Gaugers Erlebnisbericht leistet daher auch einen Beitrag, diese Krankheit und ihre Ausprägungen und Symptome für die Öffentlichkeit verständlicher zu machen.
"Im Februar 1994 verlor ich früh morgens gegen 3 Uhr ganz und gar die Kontrolle. Ich geriet in Panik, weil ich hinter den Wänden meines Zimmers Abhörgeräte vermutete. Angesichts dieser Ereignisse und meines panischen Zustands sahen meine Eltern keine andere Möglichkeit, als den Notarzt zu rufen. Der kam schnell – und mit ihm die Polizei. Die beiden Polizisten waren jung und sehr gross. Sie musterten staunend mein Zimmer: „Hier hat einer aber ganz schön gewütet!“ In der Holzvertäfelung neben meinem Bett klaffte ein grosses Loch. Ich hatte es mit der blossen Faust hineingeschlagen und dann noch mehrere Holzlatten mit den Händen herausgerissen. Zudem hatte ich mein Bett umgedreht, um auch dort nach Mikrofonen zu suchen.

Widerstandslos liess ich mich zum Einsatzwagen führen. Die Beamten brachten mich an die Pforte der Psychiatrie der Universitätsklinik. Als der Notarzt, der im Wagen mitgefahren war, mich dort den Kollegen übergab, sagte ich zu ihm: „One flew east, one flew west, one flew over the cuckoo's nest.“ Ich weiss nicht, ob er meine Anspielung verstand.“ (Klaus Gauger)

Klaus Gauger, geboren 1965, studierte nach dem Abitur Germanistik, Geschichte und Romanistik. Während seines Studiums erkrankte er an paranoider Schizophrenie. Trotz längerer Unterbrechungen aufgrund seiner Erkrankung konnte er schliesslich seine Promotion abschliessen und später auch noch ein Lehramtstudium mit dem Staatsexamen beenden. Er lebt in Freiburg i. Brsg.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 232
Erscheinungsdatum 19.02.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-451-60049-4
Verlag Herder
Maße (L/B/H) 21.7/13.9/2.5 cm
Gewicht 336 g
Auflage 1. Auflage

Kundenbewertungen

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Ein sehr spannend geschriebenes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Ahrensbök am 08.11.2020

Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen. Es beschreibt sehr gut eine Geschichte der Schizophrenie. Bei Wahnvorstellungen gilt, jeder Verlauf ist anders. Ich finde der Herr Gauger hat in diesem Buch seine Geschichte sehr Detailiert dargestellt. Ich finde auch gut dargestellt wie Aussichtslos es ist gegen jema... Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen. Es beschreibt sehr gut eine Geschichte der Schizophrenie. Bei Wahnvorstellungen gilt, jeder Verlauf ist anders. Ich finde der Herr Gauger hat in diesem Buch seine Geschichte sehr Detailiert dargestellt. Ich finde auch gut dargestellt wie Aussichtslos es ist gegen jemanden zu Argumentieren, der sich in Wahnvorstellungen verstrickt hat. Trotzdem sollte man immer respektvoll und freundlich mit jemanden umgehen, der Wahnvorstellungen hat, denn die Atmosphäre der Umgebung wird auch oder gerade von jemanden der Wahnvorstellungen hat wahrgenommen. Das sind ganz normale Menschen nur eben, dass sie Krank sind. Das kann uns allen passieren. Ich finde es sehr Mutig dieses Buch zu schreiben. Und kann jedem Raten es zu lesen, nicht nur Menschen die mit der Krankheit zu tun haben. Es erweitert den Horizont und zeigt wie leicht beeinflussbar unsere Wahrnehmung ist.


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