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Unter der Drachenwand

Roman

Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, und trifft hier zwei junge Frauen. Doch Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland verwundet. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist seine Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg verloren, doch wie lang dauert er noch? Arno Geiger erzählt von Veits Alpträumen, vom "Brasilianer", der von der Rückkehr nach Rio de Janeiro träumt, von der seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich – und von der Liebe. Ein herausragender Roman über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über das Persönlichste und den Krieg, über die Toten und die Überlebenden.
Portrait
Arno Geiger, 1968 geboren, lebt in Wolfurt und Wien. Sein Werk erscheint bei Hanser, zuletzt Alles über Sally (Roman, 2010), Der alte König in seinem Exil (2011), Grenzgehen (Drei Reden, 2011), Selbstporträt mit Flusspferd (Roman, 2015) und Unter der Drachenwand (Roman, 2018). Er erhielt u. a. den Deutschen Buchpreis (2005), den Hebel-Preis (2008), den Hölderlin-Preis (2011), den Literaturpreis der Adenauer-Stiftung (2011), den Alemannischen Literaturpreis (2017) und den Joseph-Breitbach-Preis (2018).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Erscheinungsdatum 10.01.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783446259386
Verlag Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Dateigröße 2056 KB
Verkaufsrang 6.330
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Warten auf das Kriegsende
von leseratte1310 am 17.11.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Veit Kolbe wurde kurz vor Weihnachten 1943 in Russland schwer verwundet und nun hält er sich am Mondsee unter der Drachenwand auf, um sich zu erholen. Er ist erschöpft und ausgelaugt und hofft, dass er nicht mehr zurück an die Front muss. In seinem Quartier ist auch die Darmstädterin... Veit Kolbe wurde kurz vor Weihnachten 1943 in Russland schwer verwundet und nun hält er sich am Mondsee unter der Drachenwand auf, um sich zu erholen. Er ist erschöpft und ausgelaugt und hofft, dass er nicht mehr zurück an die Front muss. In seinem Quartier ist auch die Darmstädterin Margot, die mit ihrem Kind hier gelandet ist. Mit der Kinderlandverschickung ist die Lehrerin Margarete und über dreißig Mädchen aus Wien in diesen Ort gekommen. Dann ist da auch noch der Gärtner, der davon träumt, nach Brasilien zurückzugehen. Veit wird ein Jahr hier verbringen und der Leser lernt diese Menschen kennen, die hoffnungslos sind und einfach nur überleben wollen. Aber da ist auch Trude Dohm, die Zimmerwirtin, die immer noch ihre Durchhalteparolen von sich gibt. Die ganze Zeit spürt man die Hoffnung, die die Menschen haben auf eine bessere Zeit nach dem Kriegsende. Aber es ist auch eine unterschwellige Bedrohung spürbar. Es ist ein melancholisches Buch, Veit hat so viel mitgemacht, auch wenn er nicht in der vordersten Linie dabei war, dass er nicht mehr an die Wehrmacht und nicht an den Sieg glaubt. Er will nicht mehr an die Front und versucht mit allen Mitteln, seine Erholungsphase zu verlängern. Dabei helfen im Margot und die ?Panzerschokolade?. Doch für Veit ist der Krieg noch nicht zu Ende, denn es kommt ein neuer Einberufungsbefehl. Arno Geiger bringt unter der Drachenwand die unterschiedlichsten Menschen zusammen und wir dürfen ihre Gedanken, ihre Sehnsüchte und Hoffnungen kennenlernen. Es ist keine leichte Lektüre und mehr als einmal musste ich schlucken aufgrund des Pragmatismus, mit dem die Menschen versuchten, in diesen Ausnahmezeiten zu überleben. Ein packender und sehr eindringlicher Roman, der noch lange nachhallt.

?? jeder halbwegs nüchterne Mensch muss ein politisches System mit den Augen der Toten betrachten? (296)
von Miri am 09.11.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das, was in diesem Buch der Autor dem Leser bietet, hat einen immens hohen Wert. Die Handlung wird aus mehreren sich abwechselnden Perspektiven erzählt. Was am Anfang als Schicksäle Einzelnen erscheint, fließt am Ende ineinander und mündet im Meer der Vernichtung (?Im Wort Vernichtung steckt das wortverwandte Nichts,?) Dass... Das, was in diesem Buch der Autor dem Leser bietet, hat einen immens hohen Wert. Die Handlung wird aus mehreren sich abwechselnden Perspektiven erzählt. Was am Anfang als Schicksäle Einzelnen erscheint, fließt am Ende ineinander und mündet im Meer der Vernichtung (?Im Wort Vernichtung steckt das wortverwandte Nichts,?) Dass Krieg ein totales Versagen der Menschlichkeit und Abwesenheit des Verstandes bedeutet, ist in der Theorie zwar klar, trotzdem braucht die Menschheit, vor allem in diesen Zeiten, solche Bücher, die als Mahnzeichen angesehen sein sollten. Als Hauptprotagonist Veit Kolbe schwer verletzt wird, kommt er zur Genesung nach Mondsee. Hier trifft ihn das wahre Bild des Krieges mit voller Wucht. Panikattacken, die nur mit Hilfe des Pervitins zu überstehen sind, menschlicher Egoismus aber auch Mut begegnen ihn tagein, tagaus. Erst in der Einsamkeit realisiert er, dass er selbst ein Teil dieses Verbrechens an Menschheit ist. Trotz all den negativen Erlebnissen begegnet er Margot, einer Kriegsbraut. Mit ihr lernt er die Schönheiten des Alltags zu schätzen und erfährt Liebe. Als er am Ende des Buches dem Juden Oskar flüchtig begegnet, schließt sich der Kreis. Oskar hat alles verloren, seine Kinder, seine Frau und als Jude zu einem Element, der fremd und unerwünscht geworden ist. Es gab sprachlich so viele starke Passagen, dass ich nur schwer, welche aussuchen könnte. Die wichtigste Botschaft allerdings ist die, dass man die Augen nicht verschließen und sich ?dumm? stellen sollte: ?Jeder, der stehenbleibt und gafft, gibt dem Publikum Fülle und Ansehen und verlängert dadurch das Leiden derer, die gequält werden. Es soll sich also niemand einbilden, nur Zuschauer zu sein.? (406) Es sollte uns bis in die Gene reingehen, dass der Krieg, egal gegen wem, wann und wo ?ein leerer Raum, in den schönes Leben hineinverschwand?? (327) war/ist. ?Der totale Krieg war ein totaler Betrug. Vor allem die Einberufung der Buben ? enthüllte auch im Hinterland in grausamer Deutlichkeit, wie wahnsinnig und menschenfeindlich die Firma für Blut und Boden agierte, jederzeit bereit, völlig sinnlose Opfer zu fordern?? (345)

Am Mondsee
von einer Kundin/einem Kunden am 22.09.2018

Arno Geiger hat viel Aufmerksamkeit für sein Werk erhalten. Es war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Sicher zu recht, auch wenn das mächtige Werk in seiner Detailliertheit Geduld vom Leser erfordert. Der mittelschwer verletzte Soldat Veit Kolbe verbringt seine Konvalenzzeit am Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Bergdorf am... Arno Geiger hat viel Aufmerksamkeit für sein Werk erhalten. Es war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Sicher zu recht, auch wenn das mächtige Werk in seiner Detailliertheit Geduld vom Leser erfordert. Der mittelschwer verletzte Soldat Veit Kolbe verbringt seine Konvalenzzeit am Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Bergdorf am Mondsee in Österreich. Dort ist auch die Drachenwand, eine hohe Felswand. Eine Umgebung, die ihren Teil zur Atmosphäre des Buches beiträgt. Kolbes Eindrücke vermitteln ein Bild dieser Zeit, 1944, die wirklich keine einfache war. Die Kriegszeit verletzte die Menschen manchmal körperlich, oft aber auch emotional. Haltlosigkeit und Zerrissenheit sind die Folge. Arno Geiger hat sich durch Briefe aus dieser Zeit zu dem Roman inspirieren lassen und ihm gelingt eine Sprache, die glaubwürdig ist. Neben Veit Kolbes Erzählperspektive sind weitere Figuren wichtig, die briefartig erzählen. Lange Briefe sind auch in das Buch integriert. Im Vordergrund ist der Alltag, Kriegspassagen gibt es nur wenige. Ein Buch, dass man nicht so schnell vergisst.