Warenkorb
 

20% Rabatt auf Romane ab Fr. 30.- Einkauf* - Code: ROMANE

Der Pilz am Ende der Welt

Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus

(1)
Das erste neue Leben, das sich nach der nuklearen Katastrope in Hiroshima wieder regte, war ein Pilz. Ein Matsutake, der auf den verseuchten Trümmern der Stadt wuchs – einer der wertvollsten Speisepilze Asiens, der nicht nur in Japan, wo er Spitzenpreise aufruft, vorkommt, sondern auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet ist. Dieser stark riechende Pilz wächst bevorzugt auf von der Industrialisierung verwüsten und ruinierten Böden und ist nicht kultivierbar.
In ihrem faszinierenden kaleidoskopischen Essay geht die Anthropologin Anna Lowenhaupt-Tsing den Spuren dieses Pilzes sowie seiner biologischen und kulturellen Verbreitung nach und begibt sich damit auch auf die Suche nach den Möglichkeiten von Leben in einer vom Menschen zerstörten Umwelt. Sie erzählt Geschichten von Pilzsammlern, Wissenschaftlern und Matsutake-Händlern und öffnet einen neuen und ungewohnten Blick auf unsere kapitalistische Gegenwart. Denn eigentlicher Gegenstand ihrer preisgekrönten und in viele Sprachen übersetzten Erzählung ist die Ökologie des Matsutake, das Beziehungsgeflecht um den Pilz herum, als pars pro toto des Lebens auf den Ruinen des Kapitalismus, das ein Leben in Beziehungen sein – oder aber nicht sein wird.
Portrait
Anna Lowenhaupt Tsing, 1952 geboren, ist Professorin für Anthropologie an der University of California, Santa Cruz. 2013 wurde sie mit der Niels-Bohr-Professur der Aarhus University, Dänemark, für ihre interdisziplinären Beiträge zu den Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften ausgezeichnet. Ihr Buch Der Pilz am Ende der Welt wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.
… weiterlesen
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 02.02.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95757-532-6
Verlag Matthes & Seitz
Maße (L/B/H) 22,1/14,2/4,3 cm
Gewicht 694 g
Originaltitel The Mushroom at the End of the World
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Dirk Höfer
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 41.90
inkl. gesetzl. MwSt.
Versandfertig innert 1 - 2 Werktagen
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertung
Übersicht
1
0
0
0
0

Vom Pilz lernen, wie es um unsere ökonomische Natur steht
von einer Kundin/einem Kunden am 06.05.2018

Mal angenommen, dass die These vom Anthropozän stimmt und dass es der Mensch mit seinen ökonomischen Produktionsverhältnissen zu verantworten hat, wie es derzeit um die Erde bestellt ist, so stellt sich eindringlich die Frage nach dem, was zu tun ist. Gemeinhin werden zwei Prognosen im dazugehören Diskurs favorisiert. Die 1.... Mal angenommen, dass die These vom Anthropozän stimmt und dass es der Mensch mit seinen ökonomischen Produktionsverhältnissen zu verantworten hat, wie es derzeit um die Erde bestellt ist, so stellt sich eindringlich die Frage nach dem, was zu tun ist. Gemeinhin werden zwei Prognosen im dazugehören Diskurs favorisiert. Die 1. Prognose lautet: Der Mensch mit samt seinen Produktions- und Konsumverhältnissen wird nichts an seinem Lebensstil ändern. Im Fortfahren seines bisherigen Daseins wird die Menschheitsgeschichte apokalyptische Dimensionen annehmen: Das Klima wird sich weiter verändern, die ökologischen Umweltkatastrophen werden zunehmen, die Migration der Menschheit wächst, Kriege werden vermehrt ausbrechen, immer größere Landstriche werden unbewohnbar sein usw. Die 2. Prognose lautet hingegen: Die Menschheit besitzt die Chance ihre verursachten Katastrophen zu stoppen. Um jedoch ihre scheinbar mögliche Apokalypse aufzuhalten, muss die Menschheit neue Formen der Solidarität erfinden, um aus der kapitalistischen Produktionsweise aussteigen, denn diese scheint unaufhaltsam, unreformierbar und neben sich kein Raum für andere Lebensweisen zu dulden. Mit dem Buch ?Der Pilz am Ende der Welt? versucht die Sozialanthropologin Anna Lowenhaupt Tsing jedoch einen weiteren Weg freizulegen. Denn einerseits, so lautet eine These von Anna Lowenhaupt Tsing, gibt es immer nicht-kapitalistische Formen innerhalb der kapitalistischen Ordnung, andererseits, so formuliert sie ihre zweite These, befindet sich die Menschheit nicht vor ihrer Katastrophe, sondern sie befindet sich vielmehr in den Ruinen ihrer Katastrophe. Mithin appelliert Anna Lowenhaupt Tsing, der ökonomischer Diversität mehr Raum zu geben.