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Hotel Iris

Roman. Aus d. Japan. v. Ursula Gräfe u. Kimiko Nakayama-Ziegler

Yoko Ogawa

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Beschreibung

Die siebzehnjährige Mari führt zusammen mit ihrer Mutter ein bescheidenes Hotel in einem Badeort an der Küste. Eines Abends wird sie Zeugin eines heftigen Streits zwischen zwei Gästen, einem älteren Herrn und einer Prostituierten. Mari ist tief beeindruckt von der Würde und der Eleganz des Mannes, dem seine Begleiterin abartige sexuelle Neigungen vorhält. Als sie den Mann einige Tage später in der Stadt wiedersieht, macht sie seine Bekanntschaft und folgt ihm auf eine unbewohnte Insel, wo er zurückgezogen lebt. Seit Jahren arbeitet er dort an der Übersetzung eines russischen Romans, dessen Heldin ein gewaltsames Ende findet, genau wie seine eigene Frau Jahre zuvor.

Yoko Ogawa, 1962 in Okayama geboren, lebt mit ihrer Familie in der Präfektur Hyogo. Sie ist Autorin von zahlreichen Romanen und gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen ihrer Generation. Für ihr Werk wurde sie mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem begehrten Yomiuri-Preis. Bei Liebeskind erschienen u.a. die Romane 'Hotel Iris' und 'Das Museum der Stille' sowie die Erzählungsbände 'Der zerbrochene Schmetterling' und 'Schwimmbad im Regen'.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 223
Erscheinungsdatum 01.09.2001
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-935890-00-7
Verlag Liebeskind
Maße (L/B/H) 19.5/13.1/2.4 cm
Gewicht 307 g
Originaltitel Hoteru Airisisu
Übersetzer Ursula Gräfe, Kimiko Nakayama-Ziegler

Kundenbewertungen

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Ein weiteres großartiges Werk Yoko Ogawas!
von einer Kundin/einem Kunden am 09.11.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Die jugendliche Mari arbeitet im Hotel ihrer Mutter am Meer. Eines Abends macht eine Prostituierte einen großen Aufstand und schreit vulgär durch die Gänge. Aus dem Zimmer, aus dem die Prostituierte geflohen ist, ertönt die durchdringende Stimme eines Mannes mit den Worten:“Schweig, Hure!“ Mit diesen Worten beginnt die Faszinati... Die jugendliche Mari arbeitet im Hotel ihrer Mutter am Meer. Eines Abends macht eine Prostituierte einen großen Aufstand und schreit vulgär durch die Gänge. Aus dem Zimmer, aus dem die Prostituierte geflohen ist, ertönt die durchdringende Stimme eines Mannes mit den Worten:“Schweig, Hure!“ Mit diesen Worten beginnt die Faszination Maris für den deutlich älteren Mann. Als sie ihn in der Stadt zufällig wiedersieht, entschließt sie sich ihm heimlich zu folgen, was ihm aber nicht verborgen bleibt. Er spricht sie an, und aus Interesse aneinander verbringen sie Zeit zusammen. Sie verabreden sich an einem folgenden Tag. Mari erfährt, dass der alte Mann Übersetzer ist und Texte aus dem Russischen ins Japanische übersetzt. Maris Faszination für den Mann lässt sie ihn auf die kleine Insel folgen, auf der er wohnt. Sonst ein sehr zugewandter, behutsamer, höflicher und freundlicher Mann ist das Haus auf der Insel sein Reich, in dem Mari sich ihm komplett unterordnet und beherrschen lässt. Anders als bei ihrer Mutter, deren Herumkommandieren sie als notwendiges Übel erträgt, empfindet sie in den Befehlen des Übersetzers eine sexuelle Lust. Was die beiden abgeschieden im Haus auf der Insel ausleben, könnte auch die Seiten einer BDSM-Novelle füllen. Das Besondere an Yoko Ogawas „Hotel Iris“ empfinde ich in der Vereinigung ihrer sonst üblichen unscheinbaren und bisweilen stillen Beschreibungen der Dinge in einem harten Kontrast mit dem intensiven vulgären Szenario dieser Geschichte. Der ältere Mann, der Übersetzer, wird nie mit Namen erwähnt; er bleibt ein namenloser Herr. Der Gescichte ist dies sehr zuträglich, verstärkt es doch die ungleiche Rollenverteilung zwischen ihm und dem jungen Mädchen, das unvergleichliche Lust dabei empfindet sexuell von dem Mann erniedrigt und benutzt zu werden. Mit einigen Werken Ogawas bin ich bereits vertraut, es war jedoch äußerst erfrischend ihre eleganten, wohl platzierten Worte in dieser anrüchigen Konstellation eines dominant-devoten-Verhältnisses zu erleben. Dabei sind die Attribute auf ihre Weise bunt gemischt: Unschuld sowie Lust, davon haben beide ein wenig; Mari ist unerfahren und unschuldig in allen sexuellen Belangen, während der ältere Mann sich unerfahren und unbeholfen in der Welt bewegt. Für mich neben „Der Herr der kleinen Vögel“ bisher eines der besten Werke Yoko Ogawas!

Eine etwas andere Geschichte
von zauberblume am 07.08.2016
Bewertet: Einband: Taschenbuch

"Hotel Iris" ist das erste Buch, das ich von der bekannten japanischen Autorin Yoko Ogawa gelesen habe. Die Geschichte: Die junge Mari macht eines Tages die Bekanntschaft eines deutlich älteren, faszinierenden Mannes. Sie folgt ihm auf eine einsame Insel, wo er an der Übersetzung eines Romans arbeitet, dessen Heldin ein graus... "Hotel Iris" ist das erste Buch, das ich von der bekannten japanischen Autorin Yoko Ogawa gelesen habe. Die Geschichte: Die junge Mari macht eines Tages die Bekanntschaft eines deutlich älteren, faszinierenden Mannes. Sie folgt ihm auf eine einsame Insel, wo er an der Übersetzung eines Romans arbeitet, dessen Heldin ein grausames Ende findet – genau wie seine eigene Frau Jahre zuvor. Mari verstrickt sich immer tiefer in eine dunkle Beziehung mit ihm, voller Schmerz, aber auch voller Lust. Doch dann droht die Situation zu eskalieren. Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen. Sie liest sich doch etwas anders als meine bisherig gelesenen Bücher. Ich kann Mari nicht verstehen, was sie an dem alten Mann findet, ist es die sexuelle Anziehungskraft? Es ist doch alles absurd und unvorstellbar. Mari ist dem alten Mann direkt hörig. Irgendwie war ich beim Lesen der Geschichte unruhig, so richtig begeistert hat mich das ganze nicht. Das Cover ist für mich ganz in Ordnung. Wirkt melancholisch und passt zum Ganzen. Ich vergebe für dieses Lektüre 4 Sterne.

schockierend, beklemmend und doch genial erzählt
von vielleser18 aus Hessen am 06.08.2016
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Mari ist 17. Die Mutter ist herrschsüchtig, dominant, gängelt Mari jede Minute. Lässt ihr keinen Freiraum. Maris Vater erging es ähnlich, er flüchtete in den Alkohol und kam ums Leben als Mari 8 Jahre war. Dennoch sind Maris besten Kindheitserinnerungen diejenigen, in denen ihr Vater und ihr Großvater eine Rolle spielten. Als ei... Mari ist 17. Die Mutter ist herrschsüchtig, dominant, gängelt Mari jede Minute. Lässt ihr keinen Freiraum. Maris Vater erging es ähnlich, er flüchtete in den Alkohol und kam ums Leben als Mari 8 Jahre war. Dennoch sind Maris besten Kindheitserinnerungen diejenigen, in denen ihr Vater und ihr Großvater eine Rolle spielten. Als ein wesentlich älterer Mann, der ihr Großvater hätte sein können, im Hotel Iris, dem Hotel ihrer Familie, nachts einen lautstarken Streit mit einer Prostituierten bekommt, der eskaliert, ist Mari nicht abgeschreckt, sondern fasziniert. Als sie ihm kurze Zeit später zufällig wiederbegegnet, entwickelt sich zwischen diesen beiden ungleichen Personen eine Beziehung der ganz besonderen Art. Mari lässt sich von ihm demütigen, sado-maso Spiele beflügeln ihre Lust. Immer weiter hinein gerät sie in den Strudel der fast unerklärlichen Anziehung zu diesem alten Mann........ 223 Seiten, die durch die ganz besondere Erzählweise der japanischen Autorin Yoko Ogawa schnell gelesen sind. Faszinierend, wie sich das Geschehen langsam aufbaut, der Strudel, in den sich Mari verfängt, sie immer mehr an den Abgrund treibt. Erzählt wird in der Rückblende aus der Sicht von Mari, nüchtern berichtet sie, schonungslos und der Autorin gelingt es in die Haut der jungen, unbedarften, unerfahrenen und von der Dominanz der Mutter geprägten Protagonistin zu schlüpfen. Auch wenn man sich nicht mit ihr identifizieren kann, ja teilweise abgeschreckt von ihr ist, hat mich die Geschichte gefesselt. Die weiteren Protagonisten bleiben in ihrer Art weitgehend im Dunkel - was ihre Beweggründe waren, was ihre Vergangenheit, ihre Gefühle betrifft. Dies zeichnet sich schon an ihren fehlenden Namen ab - die Mutter, der Übersetzer, der Neffe, die Zugehfrau, namenlos, schattenlos und nur durch die Wahrnehumung von Mari dargestellt. Viele Szenen dunkler Begierde gehen unter die Haut, schrecken ab, beunruhigen, sind aber dennoch irgendwie nüchtern und gefühllos beschrieben, so dass sie bizarr und mit der ausdrucksstarken Schreibweise der Autorin dennoch lesbar und ertragbar sind. Fazit: Ein gut gezeichnetes Psychogramm eines jungen Mädchens, das in einen dunklen Strudel aus Lust, Begierde und Schmerz gerät. Schockierend, beklemmend und doch genial erzählt.


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