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Alles Fleisch ist Gras

Roman

(25)
Durch einen Sturz über die Stiege stirbt Roland Mathis, der widerwärtige Schnüffler, der Anton Galba und seine heimliche Geliebte mit ihrem Verhältnis erpresst hatte. In Panik lässt Galba, Leiter der Abwasserreinigungsanlage Dornbirn, die Leiche im Häcksler verschwinden. Der den Fall untersuchende Polizist Nathanael Weiss verdächtigt Galba von Anfang an. Allerdings gibt es auch in seinem Umfeld einen Widerling, den er gerne loswerden würde. Galba muss notgedrungen mitmachen, doch für Weiss ist das erst der Anfang: Es gilt, Schädlinge der Gesellschaft auszurotten. Christian Mähr erzählt in diesem bitterbösen Krimi aus Österreich von Moral und Mordlust in der Kleinstadt.
Portrait
Christian Mähr wurde 1952 in Nofels bei Feldkirch (Vorarlberg) geboren und lebt heute in Dornbirn. Er ist Autor, Bienenzüchter und Doktor der Chemie und langjähriger freier Mitarbeiter des ORF für die Redaktion Wissenschaft und Umwelt. Werke (u. a.): Magister Dorn (1987), Fatous Staub (1991), Simon fliegt (1998), Die letzte Insel (2001), Vergessene Erfindungen. Warum fährt die Natronlok nicht mehr? (2002), Von Alkohol bis Zucker (2010) und bei Deuticke die Romane Semmlers Deal (2008), Alles Fleisch ist Gras (2010), Das unsagbar Gute (2011) und Knochen Kochen (2015).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.02.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783552061323
Verlag Paul Zsolnay Verlag
Dateigröße 1137 KB
eBook
Fr. 16.00
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
25 Bewertungen
Übersicht
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11
7
4
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Warum sich eine Geliebte nicht empfiehlt!
von einer Kundin/einem Kunden aus Oberösterreich am 28.11.2011

Anton hat ein Problem. Besser gesagt eine Geliebte. Weil man nicht alles an die große Glocke hängt, sollte dieses Techtelmechtel geheim bleiben. Was aber wiederum Roland gar nicht so sieht und versucht Anton zu erpressen. Unglücklicherweise meint der Zufall gerade jetzt zuschlagen zu müssen, als Roland auf der... Anton hat ein Problem. Besser gesagt eine Geliebte. Weil man nicht alles an die große Glocke hängt, sollte dieses Techtelmechtel geheim bleiben. Was aber wiederum Roland gar nicht so sieht und versucht Anton zu erpressen. Unglücklicherweise meint der Zufall gerade jetzt zuschlagen zu müssen, als Roland auf der Treppe steht und dem erstaunten Galba seine Sicht der Dinge erklärt. Denn zufällig stürzt Roland die Treppe herab und Anton ist das Erpressungsproblem los. Nur schließt die Lösung eines Problems nicht das Entstehen eines anderen aus und so hat Anton jetzt eine Leiche. Zum Glück hat Anton aber auch einen Industriehäcksler und das Problem ist gelöst. So scheint es zumindest, den bei dem ganzen beißt sich die Katze nämlich in den Schwanz. Der ehemalige Schulkollege Nathanael, nun Polizist, findet die Story rund um Roland sehr interessant und durch eigene Überlegungen findet er an so einem Häcksler nichts Anstößiges. Er findet ihn sogar höchst sympathisch und es wäre ja nicht so, dass Nathanael nicht wüsste, wie man damit umgehen müsste. Doch Anton kann mit Nathanaels Euphorie nichts anfangen und versucht sich aus der Affaire zu winden. Doch wenn einer geht, kommt meisten einer nach. Und so dreht sich das Rädchen der Selbstjustiz weiter. Sarkastisch und ironisch wird man durch die Geschichte geleitet und was Absurd erscheint, hat doch Hand und Fuß und am Ende fügt sich alles wieder zu einem Ganzen. Der Autor nimmt sich für seine Darsteller Zeit und nicht nur die Hauptprotagonisten sondern auch Randfiguren bekommen Leben eingehaucht. Leider kann dies aber manchmal in die Länge gezogen werden und daher sehe ich ein kleines Manko. Manche Passagen hätte man kürzen können. Bei vielen Stellen musste ich schmunzeln, da der Erzählstil sehr fein gezeichnet ist und der Sarkasmus nicht zu kurz kommt. Es ist liebenswürdig und doch gleichzeitig so schön zynisch. Der Autor schafft es, einen roten Faden in das Buch zu integrieren und die typische österreichische Mentalität einzufangen. Dabei gelingt es dem Autor aber nicht plump zu wirken, oder sich auf künstliche Effekthascherei zu verlassen. Die Geschichte trottet im positiven Sinn vor sich hin und wenn man glaubt, man weiß Bescheid, so wird man wieder mit einer neuen Wendung überrascht. Obwohl sich für mich durch die Ausführlichkeit einige Längen ergeben, so hat man zu keiner Zeit den Eindruck, dass die Geschichte stagniert. Es tut sich immer irgendwas bei den scheinbar stinknormalen Protagonisten. Dies macht daher den Reiz aus, dass es nicht hochintelligente Alleskönner sind, sondern eher wie der nette Nachbar von neben an. Selbstjustiz mag ja seinen Anreiz haben, ist aber keine Entschuldigung für die Tat, die man selber begeht. Unter diesem Gesichtspunkt ist es interessant zu sehen, wie die Figuren im Buch sich die eigene Wahrheit zu recht legen und sich auf die Rechtsprechung des Mittelalters beziehen. Die Gedanken dazu sind nett zu lesen, da sie nüchtern aber dennoch mit einem morbiden Witz erzählt werden. Da ich einige Längen sehe, bekommt das Buch aber leider nicht die Höchstnote. Es lässt sich aber sehr gut lesen.

Gequirlte Schei...? Von wegen!
von Susanne am 23.07.2010
Bewertet: Buch (gebunden)

Uiuiui... was für eine bitterböse Story, die Christian Mähr hier zu Papier gebracht hat. Anton Galba, Leiter der Abwasserreinigungsanlage (ARA) im österreichischen Dornbirn, hat eine heimliche Geliebte, nämlich seine junge Mitarbeiterin Helga. Ein eifersüchtiger Kollege, Roland Mathis, beobachtet und fotografiert die beiden bei ihren nächtlichen "Outdoor-Veranstaltungen". Als er nun seinen... Uiuiui... was für eine bitterböse Story, die Christian Mähr hier zu Papier gebracht hat. Anton Galba, Leiter der Abwasserreinigungsanlage (ARA) im österreichischen Dornbirn, hat eine heimliche Geliebte, nämlich seine junge Mitarbeiterin Helga. Ein eifersüchtiger Kollege, Roland Mathis, beobachtet und fotografiert die beiden bei ihren nächtlichen "Outdoor-Veranstaltungen". Als er nun seinen Chef erpressen will, wird er von diesem geschubst, stürzt die Treppe hinunter und ist tot. In Panik entsorgt Galba die Leiche im Häcksler der ARA. Doch dabei bleibt es nicht, weitere unliebsame Zeitgenossen verschwinden spurlos... Sehr gut gefallen haben mir die sprachlichen Spitzen dieses genialen Autors, oft deutlich hervorgehoben durch Kursivschrift wie z.B. der "Herr Diplomingenieur" Galba, die geistige Gesinnung des "widerwärtigen Schnüfflers" oder Un-Worte wie nordische Rasse, völkische Kreise, gemischte Bastarde. Der Titel des Romans stammt aus einem Psalm des Alten Testaments, Jesaja 40, 6-8: Alles Fleisch ist Gras, einer Bibelstelle zur Beerdigung... boah, wie zynisch! Es handelt sich sicher nicht um seichte Unterhaltung, sondern um eine eher anspruchsvolle Lektüre, die dennoch fesselt. Der Krimi hatte zwar in der Mitte einige Längen, wurde zum Schluss hin aber noch mal richtig spannend und endete schließlich sogar ziemlich lustig. Nur das Cover hat mir gar nicht gefallen: eine Katze kommt überhaupt nicht vor und Dosenfleisch bzw. Katzenfutter auch nicht. Denn es geht hier doch eher um einen besonders wirksamen Ökodünger... Alles in allem jedoch, hat mir das Buch richtig Spaß gemacht und so kann ich es uneingeschränkt weiterempfehlen!

Und ewig arbeitet der Häcksler
von Toschi3 aus Königswinter am 27.04.2010
Bewertet: Buch (gebunden)

Ingenieur Anton Galba wird erpresst. Sein Mitarbeiter Mathis hat ihn und seine Geliebte bei einem Techtelmechtel beweiskräftig im Bild festgehalten. Bei einem Streit stützt Mathis jedoch eine Treppe hinunter und bricht sich das Genick. Ein neues Problem für Galba: wohin mit der Leiche? Da kommt ihm der Restfleischhäcksler seiner... Ingenieur Anton Galba wird erpresst. Sein Mitarbeiter Mathis hat ihn und seine Geliebte bei einem Techtelmechtel beweiskräftig im Bild festgehalten. Bei einem Streit stützt Mathis jedoch eine Treppe hinunter und bricht sich das Genick. Ein neues Problem für Galba: wohin mit der Leiche? Da kommt ihm der Restfleischhäcksler seiner Abwasserreinigungsanlage gerade recht. Nur hat er nicht mir dem hartnäckigen Chefinspektor Weiß gerechnet. Doch statt Galba dingfest zu machen, fällt Weiß prompt jemand ein, den er auch loswerden will. Und denn noch einer, und dann noch einer... Der Autor Christian Mähr ist Österreicher. Und das merkt man auch an seinem Schreibstil. Manchmal etwas verdreht, ja fast gestelzt kommen seine Sätze daher. Doch wenn man sich an diesen österreichischen Charme erst einmal gewöhnt hat, dann durchschaut man das feine, bizarre Gebilde, dass der Autor hier vorlegt. Ja, die feinen Geschichten um die „Gewinnung“ potentiellen Opfer werden zynisch, die Entwicklung der Hauptcharaktere zeigt das skurrile Dilemma a la „Die Geister die ich rief ...“. Leider holt der Autor bei den Hintergrundgeschichten um die Opfer in meinen Augen etwas zu weit aus. Dadurch wird das Buch zwischendurch immer mal etwas lang. Dennoch habe ich mich köstlich amüsiert. Fazit: Ein wunderbarer, etwas anderer Krimi voll schwarzem Humor und auch unfreiwilliger Komik. Wer einen reißerischen Thriller erwartet, wird - trotz der vielen Leichen - aber enttäuscht sein.