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von einer Kundin/einem Kunden am 14.08.2014
Bewertet: Einband: Taschenbuch

"Annihilation", oder zu deutsch dann "Auslöschung" bei A. Kunstmann, lässt sich in kein Genre einordnen, geht aber am ehesten in Richtung klassische Phantastik im Stile H.P. Lovecrafts, erinnert im Kern einer alles verschlingenden, massiven unerklärlichen Präsenz an Lems "Solaris", aber greift auch Elemente von Strugatzkis "Picknick am Wegesrand"... "Annihilation", oder zu deutsch dann "Auslöschung" bei A. Kunstmann, lässt sich in kein Genre einordnen, geht aber am ehesten in Richtung klassische Phantastik im Stile H.P. Lovecrafts, erinnert im Kern einer alles verschlingenden, massiven unerklärlichen Präsenz an Lems "Solaris", aber greift auch Elemente von Strugatzkis "Picknick am Wegesrand" (die Zone) und Pinols "Rausch der Stille" (der Leuchtturm) auf. Es geht um die 12.te Expedition eines aus Wissenschaftlern bestehenden Teams in eine ominöse, an ein wildes Naturreservat erinnernde Zone, die verseucht und verriegelt Rätsel aufgibt. Geschildert aus der Sicht der Biologin, erlebt der Leser, wie die Gruppe durch die Sümpfe und das Marschland streift, Tunnel und Leuchttürme von organischer Präsenz erkundet, sehr schnell ihren Verstand verliert nach und nach die Mitglieder durch Tod verliert, bis am Ende eine übrigbleibt. Vandermeer verzichtet dabei fast gänzlich auf konkrete Beschreibungen des Feindes; vielmehr steckt dessen Geist in allem, in jedem Blatt und jedem Pilz und vergiftet den Geist der ausgesetzten Menschen. Deswegen liegt der obige Vergleich mit Lems"Solaris" nahe.Der erste Teil der Trilogie ist vor allem ein psychologischer Roman, irgendwie sperrig, aber dennoch spannend und von großer Wortmächtigkeit. "I crumpled to the ground cocooned in what felt like an encroaching winter of dark ice, the brightness spreading into a corona of brilliant blue light with a white core." Wie Vandermeer zugeich nüchtern und funkelnd die Absorption der Erzählerin durch jenes überwältigende Konstrukt beschreibt, das ist schon irgendwie anders, rätselhaft und nahezu alptraumartig gestrickt. Teil eins der Southern Reach Trilogie entfacht Gedankenfeuer, die zwar in verschiedene Richtungen flackern (virtuelle Welten, pharmakologische oder pychologisch-hypnotische Experimente), aber den Leser vollkommen ratlos zurücklassen. Ein Buch das (übrigens toll übersetzt von Michael Kellner) man wohl entweder lieben oder hassen muss - deswegen mittige drei Sterne.