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Ansichten eines Clowns

Roman. Mit e. Nachw. d. Autors

(13)
Mit Hans Schnier, dem 'Clown', der in der Maske des Pantomimen die äusserste Wahrheit sagt, hat Heinrich Böll eine Reizfigur geschaffen.
Selten hat ein Buch der Nachkriegszeit derart erregte Diskussionen ausgelöst wie die Ansichten eines Clowns, die die Moral und den Lebensstil der bürgerlich-katholischen Gesellschaft in ihrem Nerv trafen.
Die Geschichte vom langsamen gesellschaftlichen Abstieg des Ich-Erzählers Hans Schnier ist zugleich eine Liebesgeschichte, die zeigt, dass die Liebe scheitert, wenn einer den Konventionen mehr verhaftet ist als der andere. Und dass durch die Liebe die Augen schärfer werden für alles, was ausserhalb der Welt des Clowns und seiner Geliebten falsch und erbarmungswürdig ist. Dieser Blick, der die gesellschaftliche Bedrohung der Liebe enthüllt, hat eine fortdauernde Gültigkeit. Bölls meistdiskutierter Roman führt vor, was geschieht, wenn Liebe und gesellschaftliche Konventionen aufeinanderprallen. Ein Portrait der bürgerlich-katholischen Gesellschaft Anfang der Sechziger Jahre und Anlass für eine heftige Kontroverse in der literarischen Kritik sowie eine Debatte um die Rolle des Katholizismus in der Bundesrepublik.  
Rezension
"Nie hat Böll sich seiner Mittel souveräner bedient und trotzdem den Kampf mit dem Scheinchristentum und Hartherzigkeit verbissener geführt als in diesen Ansichten eines Clowns." Joachim Kaiser Süddeutschen Zeitung
Portrait

Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, gestorben am 16. Juli 1985 in Langenbroich. Heinrich Böll* *war Sohn eines Tischlers und Holzbildhauers, in dessen Hause in Köln ab 1933 Zusammenkünfte verbotener katholischer Jugendverbände stattfanden. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Er desertierte 1944 und kehrte 1945 aus der Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire Die schwarzen Schafe mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig. Ausserdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u. a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger). Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen das Grauen des Krieges und seiner Folgen, polemisierte er gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte er sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den 60er und 70er Jahren unterstützte er die Ausserparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare »Nachrüstung«. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock (Reisen in die UdSSR und CSSR). Der 1974 aus der UdSSR deportierte Alexander Solschenizyn war zunächst Bölls Gast. Ab 1976 gab er, gemeinsam mit Günter Grass und Carola Stern, die Zeitschrift L 76. Demokratie und Sozialismus heraus. Der Verband deutscher Schriftsteller wurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971-74). Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so den Georg-Büchner-Preis (1967), den Literatur-Nobelpreis (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974).
Werke von Heinrich Böll:
Romane:Wo warst du, Adam? (1951)Und sagte kein einziges Wort (1953)Haus ohne Hüter (1954)Billard um halbzehn (1959)Ansichten eines Clowns (1963) Gruppenbild mit Dame (1971) Fürsorgliche Belagerung (1979) Frauen vor Flusslandschaft (posthum 1985)
Erzählbände:Wanderer, kommst du nach Spa... (1950)Doktor Murkes gesammeltes Schweigen (Satiren, 1958)Du fährst zu oft nach Heidelberg (1979)
*Erzählungen:*_Nicht nur zur Weihnachtszeit_ (Satire, 1952)Das Brot der frühen Jahre (1955)Entfernung von der Truppe (1964)Ende einer Dienstfahrt (1966)Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1974)Berichte zur Gesinnungslage der Nation (Satire, 1975)
Dramen:Ein Schluck Erde (1962)Aussatz (1970)
*Essaybände: *Frankfurter Vorlesungen (1966)Querschnitte (1977)
Ausserdem die Reisebeschreibung Irisches Tagebuch (1957); ferner zahlreiche Hörspiele, u. a. Hausfriedensbruch (1969), und die Sammlung Erzählungen, Hörspiele, Aufsätze (1961).
Im Rahmen der bislang grössten editorischen Unternehmung des Verlages Kiepenheuer & Witsch werden sämtliche Werke Heinrichs Bölls in der sogenannten Kölner Ausgabe herausgegeben.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 286
Erscheinungsdatum 01.01.1963
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-03146-1
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 201/125/28 mm
Gewicht 355
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 32.644
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
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2
2
0

Grossartig
von einer Kundin/einem Kunden aus dresden am 15.03.2013

Ich mag dieses Buch sehr gern. Es ist, für mein Empfinden, sehr schön geschrieben. Inhaltlich wird es hier schon ganz gut zusammengefasst, ist aber durchaus etwas, das man mögen muss.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Das Jammern eines Clowns...
von Zitronenblau am 12.10.2008
Bewertet: Taschenbuch

Bölls Anklage richtet sich gegen die Gesellschaft und vor allem gegen die Banalität der Werte. Gestern noch Nazi, heute überzeugter Theologe (vornehmlich katholisch) oder Funktionär - so sind sie, die Deutschen der Nachkriegszeit, wobei Böll sicher nicht alles und jeden meint, aber schon eine Richtung vorgibt. Dass daran die... Bölls Anklage richtet sich gegen die Gesellschaft und vor allem gegen die Banalität der Werte. Gestern noch Nazi, heute überzeugter Theologe (vornehmlich katholisch) oder Funktionär - so sind sie, die Deutschen der Nachkriegszeit, wobei Böll sicher nicht alles und jeden meint, aber schon eine Richtung vorgibt. Dass daran die Liebe zu seiner Marie zerbricht, sehe ich nicht ganz so. In den Erinnerungen, inneren Monologen etc. wird für mich auch ein Marie zum Weinen bringender Zynismus des Clowns deutlich, der sich auch nicht gerade mit rühmlicher Selbstlosigkeit feiern kann. Sicher, Ich-Bezogenheit gibt die sonst so einfache und gut zu lesende Struktur des Textes vor, aber das menschliche Wesen sei in seiner Kritikfähigkeit dazu aufgefordert, sich von sich dabei zu reflektieren... Daher bin ich trotz der eindeutig berechtigten Klagegesänge des Clowns etwas skeptisch gegenüber diesen und seiner fast provokativ daherkommenden Gegenposition, die weniger realistisch als konstruktiv wirkt. Insgesamt konnte ich auch nicht allzu viel lachen. Dennoch lesbar und empfehlenswert.

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deprimierend
von Blacky am 21.04.2009
Bewertet: Taschenbuch

Beschreibung Ich bin ein Clown, im Augenblick besser als mein Ruf. Hans Schnier, einst ein gefragter Pantomime und Spaßmacher, sitzt, nachdem ihn seine Frau verlassen hat, zum Bettler degradiert auf den Stufen des Bonner Bahnhof Dieses Buch war bei uns Klassenlektüre . Ich fand es größtenteils einfach nur deprimierend

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