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Das Seelenhaus

Gekürzte Lesung (gekürzte Lesung)

(35)
Nordisland 1828. Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Angeklagt und zum Tode verurteilt wird Agnes Magnúsdóttir, eine Magd von Mitte 30. Die letzten Monate vor ihrer Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten und seiner Familie verbringen. Entsetzt darüber, eine verurteilte Mörderin in ihrem Haus zu haben, meidet die Familie jeglichen Kontakt. Nur der junge Dekan Tóti, der die Verurteilte auf den Pfad der Wahrheit und der Busse führen soll, spricht mit ihr. Als dann der Winter naht und die Gemeinschaft in der schroffen Landschaft zusammenrücken muss, enthüllt sich Agnes' Geschichte vollständig und die Familie muss feststellen, dass das, was sie für wahr hielt, vielleicht nicht stimmt.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium MP3
Sprecher Tobias Kluckert, Vera Teltz
Anzahl Dateien 76
Erscheinungsdatum 21.08.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783844911114
Verlag Hörbuch Hamburg
Spieldauer 466 Minuten
Format & Qualität MP3, 192 kbit/s, 466 Minuten, 307.57 MB
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
35 Bewertungen
Übersicht
25
7
2
1
0

Ein atmosphärisches, beklemmendes, eindringliches Debut
von einer Kundin/einem Kunden aus Fahrni am 04.05.2016

Mein Höreindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;) Der Klappentext und das spezielle Cover haben mich neugierig gemacht, ebenso überzeugte mich die Hörprobe, so dass das Buch bei mir einziehen durfte.... Geschrieben ist das Ganze aus verschiedenen Perspektiven, teilweise auch in Form von Briefen oder Dokumenten ( männliche Stimme). Zusätzlich wird aber auch... Mein Höreindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;) Der Klappentext und das spezielle Cover haben mich neugierig gemacht, ebenso überzeugte mich die Hörprobe, so dass das Buch bei mir einziehen durfte.... Geschrieben ist das Ganze aus verschiedenen Perspektiven, teilweise auch in Form von Briefen oder Dokumenten ( männliche Stimme). Zusätzlich wird aber auch aus der Sicht von Agnes in der ICH- Form erzählt ( weibliche Stimme). Beide Sprecher harmonisieren sehr gut miteinander und tragen mit ihren Stimmen dazu bei, dass die Geschichte noch mehr Eindruck hinterlässt. Der Schreibstil ist nämlich sehr atmosphärisch, bildhaft, wortgewandt, ja und teilweise schon fast poetisch. Ich persönlich habe schon das ein oder andere Buch gelesen, welches in Island spielt so dass ich mit den fremden Namen keine Mühe hatte. Ein weiterer Vorteil der Hörbuchvariante ist aber sicher, dass sie einem ja vorgelesen werden....;) Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet und gerade Agnes als Hauptperson wuchs mir mit dem fortschreiten der Geschichte immer wie mehr ans Herz. Ihre ganze Gedanken/ Gefühle waren transparent und sehr eindringlich wiedergegeben, so dass ich einige Male leer schlucken musste. Die Autorin hat intensiv recherchiert und es ist ihr gelungen diesen fiktiven Roman, der auf wahren Begebenheiten im Jahre 1828 beruht authentisch darzustellen. Ich jedenfalls konnte mir dieses "alte" Island mit seiner rauen, Landschaft und den damaligen strengen Sitten und Bräuchen sehr gut vorstellen. Dies ist ein Buch der leisen Töne, mit einer beklemmenden düsteren Stimmung und dennoch hat es mich fasziniert, beeindruck und schlussendlich auch berührt. Ich vergebe hiermit gerne 4,5 Sterne

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Ein eindringlicher Roman
von einer Kundin/einem Kunden am 07.09.2015
Bewertet: eBook (ePUB)

Hörbuch, 11 Stunden, 57 Minuten gesprochen von Vera Teltz, Tobias Kluckert Ich würde das Buch unter Geschichtsroman einordnen, denn das Buch beruht auf Tatsachen und wurde unter geschichtlichen Aspekten recherchiert. Wie der Verlag auf „Krimi“ kommt, ist mir rätselhaft, denn niemand ermittelt hier und ein Thriller ist es auf keinen... Hörbuch, 11 Stunden, 57 Minuten gesprochen von Vera Teltz, Tobias Kluckert Ich würde das Buch unter Geschichtsroman einordnen, denn das Buch beruht auf Tatsachen und wurde unter geschichtlichen Aspekten recherchiert. Wie der Verlag auf „Krimi“ kommt, ist mir rätselhaft, denn niemand ermittelt hier und ein Thriller ist es auf keinen Fall. Das Buch beschreibt schlicht die Lebensgeschichte einer Magd auf Island, Bezugnehmend auf 1828. Die Magd Agnes Magnúsdóttir wurde wegen Mordes zum Tode verurteil, in Tateinheit mit einer weiteren Magd und einer männlichen Person, einen Bauern umgebracht zu haben. Sie wartet nun auf die Vollstreckung der Strafe. Dazu wird sie auf ein einsames Gehöft gebracht. Natürlich haben die Bewohner Angst vor der Mörderin. Agnes darf sich einen Geistlichen zum Beten aussuchen, der sie erläutert. Diesem jungen Vikar Thorvardur Jónson, genannt Tóti, zu dem sie Vertrauen fasst, erzählt sie ihre Lebensgeschichte. Tóti ist fasziniert. Agnes betet weder mit ihm, noch lässt sie sich läutern, Agnes redet. Die Bauernhäuser damals waren kleine Torfhütten und das gesamte Leben fand in einem Raum statt, indem auch alle gemeinsam schliefen. Entweder war es eiskalt oder zu warm in den Häusern, in denen die Luft stand, es ständig feucht war, sich Schimmel an der Wand bildete und man oft von herunterfallenden Torfstückchen getroffen wurde. Dung und Torf diente im Winter als Heizmaterial, die mit beißendem Qualm den Raum füllten. In dieser Enge kommen die anderen nicht umhin, mitzuhören und Stück für Stück erfahren sie, dass die Agnes ein Mensch mit einer Geschichte ist, kein böses Monster. Agnes macht sich sehr nützlich auf dem Hof und wird nach einer Weile als vollwertiges Mitglied der Hofgemeinschaft angenommen. Je länger Agnes Geschichte wird, umso mehr Vertrauen erhält sie von den Hofmitgliedern. Von der ersten Seite an wird man in die Geschichte hineingezogen, schon auf Grund der schönen Sprache. Man fröstelt bei der Beschreibung der kargen Landschaft, der ärmlichen Hütten, dem kargen Essen. „Sie kochte schleimige Moossuppe.“ Die Beschreibung der Zeit, ihrer Sitten, ist exzellent. Geprägt von strengem Katechismus, Glaube, harter Arbeit wird dem Leser das damalige Island präsentiert. Kälte und Dunkelheit bestimmt einen Großteil des Lebens. Wir tauchen ein in die Seele von Agnes, die sich nicht beklagt. Ihre Mutter gebar zwei uneheliche Kinder (wahrscheinlich hatte der Bauer sie vergewaltigt, bei dem sie arbeitete) und ließ die Kleinen irgendwann im Stich, weil sie stellungslos wurde, sie war schwanger. Die Gemeinde gab Agnes zu Zieheltern, die gut zu ihr waren, der Bauer sie aber nach ein paar Jahren zurückgab, da die Frau im Kindbett verstorben war (bei Eis und Schnee konnte man keine Hilfe holen) und durch eine schlechte Ernte der Bauer den Hof aufgab. Von nun an fristet die intelligente Frau das Dasein einer Magd, ein Leben voller Pflichten, mit wenig Rechten. Eine Geschichte über Vertrauen, Verrat und Lügen, von Gewalt, von der Übermacht der Männer: „Männer durften tun und lassen, was sie wollten.“ Ein Leben in einer düsteren Zeit in einem kargen, düsteren Land, einer geteilten Moral. Die Pfarrer mussten beim Landrat damals über jede Person Zeugnis ablegen. Menschen wurden als gut oder schlecht bewertet, je nachdem, wie gut sie des Katechismus mächtig waren. Es herrscht eine hohe Moral und Mägde, die uneheliche Kinder bekommen, werden in Schande vom Hof verwiesen, auch wenn klar war, dass das Kind ein Produkt der ewigen Vergewaltigung des Hofherren war. Auch Alkohol ist ein großes Thema. Agnes war stolz und hatte einen eigenen Kopf, konnte lesen und schreiben: „Aber die Leute merkten, dass ich denken kann, und sie finden, dass man einer denkenden Frau nicht trauen kann.“ Agnes Geschichte ist traurig, aber auf keinen Fall ein Einzelfall. Wir erfahren aber, dass ein Leben als freier Bauer auch nicht wesentlich besser bestellt war, als das von Magd und Knecht. Der Leser taucht ein in die Gedanken von Agnes und die der Bewohner des Hofs, des Vikars, taucht ein in ein hartes entbehrungsreiches Leben, das von Düsternis und Tod gekennzeichnet ist. Die Toten des Winters werden im Stall gelagert, auf dem gefrorenen Fisch. Die Rechtssprechung der damaligen Gesellschaft wird in diesem Roman geschickt dargestellt. Ein Gesellschaftsroman, zum Anfang des 19. Jahrhunderts, der das Leben der Klassengesellschaft der Isländer wiederspiegelt. Hannah Kent wertet nicht, sie lässt ihre Figuren berichten, eindringlich und atmosphärisch. Die große Erzählkunst der Autorin lässt niemanden unberührt zurück. Das Buch war nominiert für den Women's Prize for Fiction 2014, mit Recht.

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3 0
Das Seelenhaus
von Ikopiko aus Hesel am 06.11.2015
Bewertet: Taschenbuch

Die Magd Agnes wird Anfang des 19. Jahrhunderts in Island zum Tode verurteilt. Gemeinsam mit zwei weiteren Menschen soll sie zwei Männer auf bestialische Weise ermordet haben. Von diesem Zeitpunkt an ist Agnes aus Sicht der anderen Isländer kein Mensch mehr, sondern ein Ungeheuer; ein Monster, in das der... Die Magd Agnes wird Anfang des 19. Jahrhunderts in Island zum Tode verurteilt. Gemeinsam mit zwei weiteren Menschen soll sie zwei Männer auf bestialische Weise ermordet haben. Von diesem Zeitpunkt an ist Agnes aus Sicht der anderen Isländer kein Mensch mehr, sondern ein Ungeheuer; ein Monster, in das der Teufel gefahren ist, der nun darauf lauert, die nächsten braven Isländer umzubringen. Nachdem Agnes lange Zeit auf menschenunwürdige Art und Weise in einem Kerker vor sich hin vegetierte, wird sie zur Verwahrung auf eine ärmliche Landstelle gebracht. Natürlich ist die dort lebende Familie entsetzt und begegnet Agnes mit Argwohn und Angst, wie einem wilden Tier. Selbst der Vikar, der Agnes auf die Begegnung mit Gott vorbereiten soll, würde sich lieber vor der Verantwortung drücken. Agnes fasst jedoch einen Funken Vertrauen zu diesem unbeholfenen Geistlichen und erzählt ihm nach und nach ihre eigene Geschichte. Hannah Kent beschreibt in „Das Seelenhaus“ Islands Einwohner des 19. Jahrhunderts genau so, wie ich sie mir vorstelle: düster, arm, abergläubisch, aber auch fleißig und gottesfürchtig. Als der grausame Mord passiert, sind sie wie ohnmächtig; froh, als schnell Schuldige gefunden wurden. Agnes, die Mörderin, ist fortan ein Teufel in Menschengestalt. Nach dem Menschen Agnes fragt niemand mehr. Diese düstere Stimmung, die Angst der Familie und die Art, wie Agnes sich mit dieser Situation abgefunden hat, hat Hannah Kent sehr anschaulich beschrieben. Ich war so voller Mitleid mit Agnes, dass ich geneigt war, vorzublättern, um zu gucken, ob sie wirklich zu Tode kommt. Gleichzeitig war mir klar, dass der Roman auf einer wahren Begebenheit beruht, denn Agnes war die letzte isländische Frau, die das Todesurteil erhalten hat.

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