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Der Fremde

Roman

(20)
'Mir wurde klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die aussergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war. Da habe ich noch viermal auf einen leblosen Körper geschossen, in den die Kugeln eindrangen, ohne dass man es ihm ansah. Und es war wie vier kurze Schläge, mit denen ich an das Tor des Unglücks hämmerte.'
Die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht, wurde 1942 im besetzten Frankreich zu einer literarischen Sensation. Der Roman bedeutete den schriftstellerischen Durchbruch für Albert Camus und gilt heute als einer der Haupttexte des Existenzialismus.
Portrait
Am 7. November 1913 wurde Albert Camus in Mondovi/Algerien als Sohn eines elsässischen Landarbeiters und einer Spanierin geboren. 1932 begann er in Algier Philosophie zu studieren. Er erlitt wiederholt Tuberkuloseanfälle. Nach Theatertourneen mit der Truppe von Radio-Alger und dem Ausschluss vom Staatsexamen - aus gesundheitlichen Gründen - gründete er 1937 das "Théâtre de l'Equipe". Als Jornalist prangerte er die kolonialen Ungerechtigkeiten in Algerien an. 1939 meldete er sich als Freiwilliger für den Kriegsdienst, wurde aber aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. 1940 wurde er aus Algerien ausgewiesen und ging als Reporter der Zeitung "Paris-Soir" nach Paris. Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Algerien zurück, zog aber 1942 wieder nach Frankreich, wo er der Widerstandsgruppe "Combat" beitrat. 1943 wurde er von "Combat" nach Paris geschickt, wo er als Lektor beim Verlag Gallimard arbeitete. Hier wurde er Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". 1947 verliess er die inzwischen legale Zeitung, da das Blatt den Besitzer und die politische Linie wechselte. 1957 wurde er Direktor im Pariser Verlag Gallimard und erhielt den Nobelpreis für Literatur für seine "bedeutende literarische Schöpfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewissens in unserer Zeit beleuchtet". Der Schriftsteller, Dramatiker und Journalist starb am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall in der Nähe von La Chapelle Champigny in Frankreich.
Uli Aumüller ist Übersetzerin, Journalistin und Filmemacherin. Seit 1978 übersetzt sie Belletristik, Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke aus dem Französischen und Englischen, u.a. Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Milan Kundera und Siri Hustvedt. Für ihre Übersetzungen erhielt sie den Paul-Celan-Preis und den Jane Scatcherd-Preis.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 157
Erscheinungsdatum 01.04.1996
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-22189-7
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 191/116/14 mm
Gewicht 133
Originaltitel L' Étranger
Auflage 74
Verkaufsrang 463
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
13
3
4
0
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Aischa
von einer Kundin/einem Kunden am 22.12.2009

Ein Roman, so hart wie die Steine in der Wüste Nordafrikas, mit Passagen, so warm wie die Sonne, die die Geschichte durchdringt. Wer ist dieser „Fremde“? Das Werk, von Sartre hoch gelobt, entzieht sich fast der Deutung. Auch Meursault, die Hauptfigur des Werks, weigert sich, in einen gesellschaftskonformen Rahmen... Ein Roman, so hart wie die Steine in der Wüste Nordafrikas, mit Passagen, so warm wie die Sonne, die die Geschichte durchdringt. Wer ist dieser „Fremde“? Das Werk, von Sartre hoch gelobt, entzieht sich fast der Deutung. Auch Meursault, die Hauptfigur des Werks, weigert sich, in einen gesellschaftskonformen Rahmen gezwängt zu werden. „Vom Meer“ kommt „ein starker, glühender Hauch“. Er erschießt einen anderen, ihm fremden Menschen, und ihm ist, „als öffnete sich der Himmel in seiner ganzen Weite, um Feuer regnen zu lassen“ und er begreift, dass er „das Gleichgewicht des Tages, das ungewöhnliche Schweigen eines Strandes zerstört hatte, an dem“ er „glücklich gewesen war“. "Der Fremde" ist ein junges Buch von einem jungen Autor. Es ist geschrieben im Bewusstsein der Absurdität, die zwischen dem Menschen mit seinen großen Fragen und der Welt, die ihm die Antworten schuldig bleibt, klafft. Wenn DU jetzt gerade jung bist, lies es!

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Mersault ... der Eigenbrötler
von einer Kundin/einem Kunden aus Kottingbrunn, Niederösterreich am 22.12.2006

Mersault - der Icherzähler dieses Romans - beginnt seine Geschichte mit dem Tod seiner Mutter. Er muss zu ihrem Begräbnis reisen, nimmt dort aber alles mehr oder weniger teilnahmslos zur Kenntnis. Genau dieser Schlag Mensch ist nämlich Mersault, jemand der keinen Ehrgeiz hat, der sich für keinen anderen interessiert,... Mersault - der Icherzähler dieses Romans - beginnt seine Geschichte mit dem Tod seiner Mutter. Er muss zu ihrem Begräbnis reisen, nimmt dort aber alles mehr oder weniger teilnahmslos zur Kenntnis. Genau dieser Schlag Mensch ist nämlich Mersault, jemand der keinen Ehrgeiz hat, der sich für keinen anderen interessiert, wohl auch jemand der keinen Sinn in seinem Leben sieht. Anders als Rieux in 'Die Pest', hat Mersault aus seinem Atheismus die Lehre gezogen, dass die Gottlosigkeit einer Sinnlosigkeit gleichkommt. Jedenfalls gerade von der Beerdigung zurückgekehrt stürzt sich Mersault in eine Beziehung, von Liebe kann da allerdings keine Rede sein. Völlig irrational erschießt Mersault in eingebildeter Notwehr danach einen Araber - er selbst ist ein Pied Noir - und dafür wird ihm der Prozess gemacht. Letztlich wird er aufgrund seiner Gottlosigkeit und seiner Lebenseinstellung zum Tode verurteilt werden und seine Lebensbeichte und -einstellung einem Priester erzählen. Die Person Mersault ist hervorragend gezeichnet, glaubwürdig und dennoch unbegreiflich. Stilistisch hat Camus ein wirklich gutes Werk geschaffen. Sprachlich jedoch hatte ich mit dem Werk allerdings ein riesiges Problem. Der ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Mitvergangenheit - teilweise sogar innerhalb desselben Satzes - macht das Lesen schwierig, ja richtiggehend unangenehm. Dies ist wohl eher dem Übersetzer als Camus anzulasten, da sich die französische Grammatik hier grundsätzlich von der deutschen unterscheidet.

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Vertrauter Fremder
von Thomas Röthlisberger aus Bern am 04.08.2016

Vor ungefähr 25 Jahren habe ich «der Fremde» von Albert Camus gelesen. Als Pflichtlektüre im Französisch Unterricht im Gymnasium. Vom Inhalt ist mir nicht mehr viel im Gedächtnis geblieben. Dies liegt eher an meiner mangelhaften Sprachbegabung als an meinem Erinnerungsvermögen. Mit dem Französisch hatte ich immer zu kämpfen und... Vor ungefähr 25 Jahren habe ich «der Fremde» von Albert Camus gelesen. Als Pflichtlektüre im Französisch Unterricht im Gymnasium. Vom Inhalt ist mir nicht mehr viel im Gedächtnis geblieben. Dies liegt eher an meiner mangelhaften Sprachbegabung als an meinem Erinnerungsvermögen. Mit dem Französisch hatte ich immer zu kämpfen und es ist mir heute schleierhaft, warum ich damals den Roman nicht parallel zum Unterricht in Deutsch gelesen habe um die Geschichte besser verstehen zu können und um bei den anschliessenden Diskussionen nicht ahnungslos schweigen zu müssen. Geblieben ist mir das französische Wort für Leichenhalle – la morgue. Schon damals fand ich es belustigend, dass ich mir ein solch unwichtiges Wort besser merken konnte als andere. Die Sonne sei schuld gewesen, dass ein introvertierter Einzelgänger eines Tages einen Algerier grundlos am Strand erschiesst. Diese seltsame Ausrede hat mich damals weder befremdet noch begeistert. Ich war noch zu jung, um solche absurden Äusserungen auf irgend eine Art und Weise einordnen zu können. Es hat mich nicht interessiert. Frankreich und Algerien waren für mich weit weg. Als wohlbehüteter Gymnasiast waren existenzielle Fragen eher theoretischer Natur und hatten wenig mit meinem Leben zu tun. Insofern ist mir «der Fremde» fremd geblieben. Geblieben ist mir die Erinnerung an mühsame Diskussionen, die nie so richtig in Gang kommen wollten, weil wahrscheinlich auch alle anderen in der Klasse nur wenig damit anfangen konnten oder unsere Französischkenntnisse einfach nicht ausreichten um formulieren zu können, was wir dachten. Unsere Französischlehrerin, mit algerischen Wurzeln notabene, konnte sich noch so bemühen uns zum Reden zu animieren. Wir blieben stumm oder sagten nur, was sie von uns hören wollte. In dem Sinne warf sie Perlen vor die Säue. Und dann waren da noch die Zirpen, die grillten. Sie meinte natürlich Grillen, die zirpten, was nicht nur sie sehr lustig fand. Ich hatte keine Ahnung, was gute Literatur ausmacht. Literatur hatte mir noch nicht viel zu sagen, vor allem nicht auf Französisch. Von Albert Camus hatte ich zuvor noch nie etwas gehört. Auch ein Literaturnobelpreis konnte mich nicht beeindrucken. Und Pflichtlektüre blieb eine eher lästige Pflicht, welche per Definition irgend eine Form von Vergnügen ausschliesst. Zum Glück hat sich diese Einstellung bald geändert. Albert Camus wäre in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erscheint er und seine Bücher erneut in den Medien und brachte mich auf die Idee «der Fremde» noch einmal zu lesen. Diesmal jedoch auf Deutsch. (übersetzt von Uli Aumüller) Welch eine Offenbarung. Genau so muss gute Literatur sein. In kurzen aber präzisen Sätzen entwickelt der Autor seine Geschichte. Bereits im ersten von elf Kapiteln, auf Seite 10 erscheint die Leichenhalle - la morgue - und etwas später die zirpenden Grillen. Gerade durch die kurzen Sätze entsteht der Eindruck, dass zwischen den Zeilen noch viel mehr ausgesagt wird, als eigentlich geschrieben steht. Und auch weil die Geschichte relativ kurz ist, meint man, dass jeder Satz und jede Szene eine besondere Bedeutung haben muss. Die Geschichte schreit förmlich nach Interpretation, weil man sich permanent fragt, warum Albert Camus das so geschrieben hat, wie er es geschrieben hat. Erst die Interpretation von Wolfhard Keiser brachte mir einige neue Erkenntnisse, auf die ich selber nicht gekommen wäre. Die von Albert Camus gewählte Ich-Perspektive ist ein geschickter Schachzug. Ich als Leser lerne die Welt aus der Perspektive des Protagonisten kennen und kann als toleranter Mensch sogar gewisse Sympathien für ihn empfinden, auch wenn mir seine gleichgültige Lebenseinstellung fremd bleibt. In Konflikt gerate ich erst, als er zum sinnlosen Mörder wird. Darf ich einen Mörder sympathisch finden? Sogar während der Gerichtsverhandlung stehe ich eher auf der Seite des Angeklagten, weil die hilflosen aber erfolgreichen Erklärungsversuche des Staatsanwaltes mir zu absurd erscheinen und nicht der Wahrheitsfindung dienen. Es scheint so als ob wir das Sinnlose und Unerklärbare nicht ertragen könnten. «Der Mord war in keinem Augenblick ein Willensakt. Er entzog sich völlig menschlicher Einflussnahme und stellte gewissermassen ein von einem unerklärlichen Schicksal gesteuerten Ereignis dar.» Aber genügt diese Erklärung als Rechtfertigung eines Verbrechens? Über den Inhalt will ich nun aber nicht mehr verraten, als ich es bereits getan habe, da ich jedem sein eigenes Lesevergnügen gönne. Ich habe das dünne Büchlein in einem Zug in ca. vier Stunden durchgelesen. In der Schule brauchten wir mehrere Wochen dafür.

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