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Die Mittagsfrau

Roman

(30)

»Alles ist möglich, Engel, die Welt steht uns offen.«
In der Lausitz verlebt Helene eine idyllische Kindheit, die jäh endet. Wie geht man mit den Schicksalsschlägen um, die das Leben bereit hält? Ihr Vater kehrt nur zum Sterben aus dem Ersten Weltkrieg heim, ihre jüdische Mutter zieht sich zunehmend vor den Anfeindungen ihrer Umgebung in die Verwirrung zurück. Herzensblindheit nennt Helene das und fürchtet die zunehmende Kälte der Mutter. Helene möchte Medizin studieren, ein ungewöhnlicher Traum für eine Frau zu Beginn des Jahrhunderts, doch sie träumt ihn weiter. Sie zieht mit ihrer Schwester Martha nach Berlin, erlebt die wilden Zwanziger, und während Martha ihrer Freundin Leontine wieder begegnet, lernt Helene Carl kennen. Als der kurz vor der Verlobung stirbt, hilft auch ihr die Herzensblindheit, das Leben zu überleben. Eine schnell scheiternde Ehe mit einem überzeugten Nazi führt Helene nach Stettin, wo ihr Sohn zur Welt kommt. Die Liebe und Nähe, die der kleine Junge fordert, werden ihr zunehmend unerträglich, und bald schon geht ihr der Gedanke vom Verschwinden nicht mehr aus dem Kopf. Dann trifft sie eine ungeheuerliche Entscheidung …

Portrait

Julia Franck wurde 1970 in Berlin geboren. Sie studierte Altamerikanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin. 1997 erschien ihr Debüt ›Der neue Koch‹, danach ›Liebediener‹ (1999), ›Bauchlandung. Geschichten zum Anfassen‹ (2000) und ›Lagerfeuer‹ (2003). Sie verbrachte das Jahr 2005 in der Villa Massimo in Rom. Für ihren Roman ›Die Mittagsfrau‹ erhielt Julia Franck den Deutschen Buchpreis 2007. Der Roman wurde in 35 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Roman ›Rücken an Rücken‹ (2011).
Julia Francks Roman ›Lagerfeuer‹ wurde 2012/13 für das Kino unter der Regie von Christian Schwochow unter dem Titel ›Westen‹ verfilmt.

Literaturpreise:

1995 Siegerin beim Open Mike-Wettbewerb
1998 Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste
1999 Stipendium der Stiftung Niedersachsen
2000 3sat-Preis in Klagenfurt
2004 Marie Luise Kaschnitz Preis
2005 "Roswitha Preis" der Stadt Bad Gandersheim
2007 Deutscher Buchpreis
2010 war die englische Ausgabe der ›Mittagsfrau‹ auf der Shortlist des Independent Foreign Fiction Prize und auf der Shortlist des ›Jewish Quaterly‹ sowie für den internationalen IMPAC nominiert.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Wasserzeichen
Seitenzahl 432, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.01.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783104000299
Verlag Fischer E-Books
Verkaufsrang 18.613
eBook
Fr. 12.50
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
30 Bewertungen
Übersicht
21
4
5
0
0

C. Hanke
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 17.08.2017

Super Buch, was ich schon fast ausgelesen habe. Es hat mir bisher sehr gut gefallen und ich werde das Buch garantiert auslesen.

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Zwei Monate nach Ende des 2. Weltkrieges wird der kleine Peter von seiner Mutter Alice auf einem Bahnhof verlassen. Im Verlauf des Romans wird das Leben dieser Mutter, deren wahrer Name Helene Würsich ist, beschrieben. Die erste große Frage, die sich mit dem Beginn des Romans stellt: Warum heißt... Zwei Monate nach Ende des 2. Weltkrieges wird der kleine Peter von seiner Mutter Alice auf einem Bahnhof verlassen. Im Verlauf des Romans wird das Leben dieser Mutter, deren wahrer Name Helene Würsich ist, beschrieben. Die erste große Frage, die sich mit dem Beginn des Romans stellt: Warum heißt Alice denn jetzt Helene? Die Antwort wird erst gegen Ende gegeben: Da sie halbjüdischer Abstammung ist, muss Helene eine neue Identität annehmen, die Papiere, die sie von Ihrem zukünftigen Mann Wilhelm erhält, sind auf Alice Schulze ausgestellt. Helene wächst in Bautzen auf, das Verhältnis zu ihrer neun Jahre älteren Schwester Martha ist sehr innig. Während der Vater im ersten Weltkrieg an der Front ist, muss die die hochintelligente Helene lernen, seine Druckerei über Wasser zu halten. Die Mutter, eine Jüdin, lebt zurückgezogen und in ihrem Zimmer in einer eigenen versponnenen Welt. Mit der Figur der Mutter verbunden ist der Titel des Romans: „Martha und Helene kannten die Geschichte von der Mittagsfrau, solange sie denken konnten, es lag etwas Tröstliches in ihr, weil sie nahe legte, dass es sich bei der mütterlichen Verwirrung um nichts anderes als einen leicht zu verscheuchenden Fluch handelte.“(S.142) Der Vater kehrt schwer verletzt aus dem Krieg zurück und wird bis zum Tod von den Schwestern gepflegt. Nach seinem Tod kommen die Schwestern in Kontakt mit ihrer wohlhabenden Berliner Tante Fanny. Aus einer Einladung wird ein dreijähriges Bleiberecht im aufregenden Berlin. Helene, inzwischen auffallend hübsch geworden, lernt zunächst Carl kennen, beide wollen heiraten, dann jedoch verunfallt Carl tödlich. Helene heiratet Wilhelm, die Ehe ist lieblos, der Ehemann hart und ungerecht. Peter wird geboren, Helene arbeitet für ihren und den Lebensunterhalt des Kindes, weil ihr Mann es so verlangt. Die Lebensabschnitte der Hauptfigur Helene sind sehr unterschiedlich beschrieben, fast hat man das Gefühl, man würde unterschiedliche einzelne Romane lesen, mir persönlich hat hier eine Ganzheit gefehlt. Andererseits wird das Leben von Helene durch sehr unterschiedliche Stationen geprägt, vielleicht wird dies von der Autorin bewusst so eingesetzt. Die Beschreibungen sind detailreich, verwirrend, teilweise sehr intim. Die Sprache der Autorin von einem wahrlich beeindruckendem Wortschatz. „Die Mittagfrau“ ist definitiv ein Buch für Frauen. Geheimnisvoll, charmant, dann wieder voller Härte und Schonungslosigkeit – eine interessante, aber auch sonderbare Komposition.

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