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Die Namenlosen von Amrum

Ein Insel-Krimi

(4)

Steffen Stephan, Archivar aus Hamburg, hat sich 1964 gerade auf Amrum eingerichtet, da drückt ihm sein Institutsleiter eine Praktikantin aufs Auge. Gemeinsam erforschen sie den Friedhof der Namenlosen von Amrum. Merkwürdig allerdings, dass die Inselbewohner so wenig mitteilsam sind, was diesen Friedhof anbelangt. Bald wird Steffen und Lilianne der Boden unter den Füssen zu heiss, aber die Verfolger sind ihnen auf den Fersen.

Portrait
Jürgen Rath, gelernter Seemann mit Kapitänspatent, promovierter Historiker und Personalmanager, hat sich zunächst einen Namen als Schifffahrtshistoriker und Sachbuchautor gemacht. Mit seinen Kriminalromanen „Nordhörn" und „Im Schatten des Krans“ hat der Hamburger neben profunder Sachkenntnis sein grosses erzählerisches Talent bewiesen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 377
Erscheinungsdatum 28.07.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95400-455-3
Reihe Sutton Krimi
Verlag Sutton
Maße (L/B/H) 195/123/35 mm
Gewicht 395
Auflage 3. Auflage
Buch (Paperback)
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Die Namenlosen von Amrum
von dorli am 25.06.2015

Amrum 1964. Der Friedhofsforscher und Archivar Steffen Stephan entdeckt bei einem Spaziergang den Friedhof der Angeschwemmten - wenige Gräber mit schlichten Holzkreuzen, auf denen nicht die Namen der Verstorbenen, sondern jeweils nur das Datum ihres Fundes am Strand vermerkt wurde. Steffens Neugierde ist geweckt, er möchte die Identität der... Amrum 1964. Der Friedhofsforscher und Archivar Steffen Stephan entdeckt bei einem Spaziergang den Friedhof der Angeschwemmten - wenige Gräber mit schlichten Holzkreuzen, auf denen nicht die Namen der Verstorbenen, sondern jeweils nur das Datum ihres Fundes am Strand vermerkt wurde. Steffens Neugierde ist geweckt, er möchte die Identität der Toten klären und beginnt nachzuforschen. Unterstützt wird er dabei von der Praktikantin Lilianne Feldmann. Schnell müssen die beiden jedoch feststellen, dass ihre Recherchen auf der Insel nicht gerne gesehen sind… In seinem historischen Krimi „Die Namenlosen von Amrum“ nimmt Jürgen Rath den Leser mit auf Reise an die Nordseeküste in die 1960er Jahre. Es ist dem Autor hervorragend gelungen, Ort und Zeit zu beschreiben und die auf der Insel vorherrschende Stimmung zu vermitteln - ruckzuck war ich mittendrin im Geschehen und habe mich mit Steffen und Lilianne auf eine spannende Suche nach dem Geheimnis gemacht, das die Amrumer sorgsam auf dem kleinen Friedhof versteckt haben und auf keinen Fall preisgeben wollen. Steffen und Lilianne beginnen mit einer sehr intensiven Recherchearbeit, sie stöbern in Bibliotheken und Archiven, um den Ungereimtheiten bei der Belegung der Gräber auf die Spur zu kommen. Die Nachforschungen auf Amrum selbst gestalten sich als besonders schwierig, denn die verbohrte Inselgemeinde ist wenig auskunftsfreudig, gibt auf Fragen entweder gar keine Antwort oder speist die beiden mit Halbwahrheiten ab. Man kann im Verlauf der Handlung die wachsende Abneigung einiger Insulaner deutlich spüren, sie werden immer unfreundlicher, schließlich sogar aggressiv. Jürgen Rath hat ein gutes Gespür für Charaktere, seine Akteure wirken sehr echt und natürlich. Steffen ist ein Kind seiner Zeit. Er ist akkurat, bieder und ordnungsliebend, Anstand und Etikette sind ihm wichtig. Dass er sich zu drei ganz unterschiedlichen Frauen hingezogen fühlt, verwirrt den 33-jährigen sehr und dass sich mit keiner der Damen eine wirkliche Beziehung ergeben will, verstört ihn noch mehr. Lilianne ist ganz anders. Die Studentin ist modern und quirlig und kommt frech und ein wenig respektlos daher und bringt damit eine große Portion Schwung in Steffens Leben. Bei den unterschiedlichen Standpunkten der beiden bleibt es natürlich nicht aus, dass sie das eine oder andere Mal kräftig aneinanderrasseln und so beim Leser für humorvolle Unterhaltung sorgen. Auch alle anderen Figuren spielen die ihnen zugedachten Rollen ausgezeichnet, beleben mit ihren Eigenarten die Szenerie und machen das ganze Geschehen sehr glaubwürdig. „Die Namenlosen von Amrum“ ist ein spannend erzählter, unblutiger Krimi, der die 1960er Jahre lebendig werden lässt.

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Interessanter Inselkrimi
von mabuerele am 04.06.2015

Wir schreiben das Jahr 1964. Der Archivar und Friedhofsforscher Steffen soll sich ein neues Konzept für seine Veröffentlichungen einfallen lassen, sonst ist sein Arbeitsplatz in Gefahr. Für einige Tage begibt er sich zum Heilfasten und Nachdenken auf die Insel Amrum. Dort stößt er auf den Friedhof der Namenlosen. Doch seine... Wir schreiben das Jahr 1964. Der Archivar und Friedhofsforscher Steffen soll sich ein neues Konzept für seine Veröffentlichungen einfallen lassen, sonst ist sein Arbeitsplatz in Gefahr. Für einige Tage begibt er sich zum Heilfasten und Nachdenken auf die Insel Amrum. Dort stößt er auf den Friedhof der Namenlosen. Doch seine Fragen und Nachforschungen stoßen bei den Einheimischen auf Misstrauen und Ablehnung. Der Autor hat einen abwechslungsreichen historischen Krimi geschrieben. Das Buch lässt sich gut lesen. Dazu tragen die angenehme Schriftgröße und die kurzen Kapitel bei. Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Für Steffen ist das sein zweiter Fall. Er nimmt seine Arbeit ernst und fällt durch sein akribisches Vorgehen auf. Nur mit Frauen hat er kein glückliches Händchen. Lilianne, die Praktikanten, bringt frischen Wind in die Ermittlungen. Jung und ungestüm will sie vieles ändern. Die Inselbewohner bleiben lange undurchsichtig, will heißen, dass Freund und Feind nur schwer auseinander zu halten sind. Trotzdem finden sich dort einige interessante Charaktere. Die namenlosen Toten sind Opfer des Meeres. Steffen möchte ihnen ein Gesicht geben und ihr Schicksal erforschen. Der Autor versteht es, die eher trockene Archivarbeit lebendig und nachvollziehbar darzustellen. Was heute mit modernen Technik in wenigen Stunden zu ermitteln ist, dauerte damals Wochen und Monate. Der Schriftstil zeichnet sich durch seine Genauigkeit aus. Nicht nur Land und Leute, auch die Nachforschungen werden detailgenau wiedergegeben. Die gekonnte Verwendung von Metaphern und Vergleichen sorgt für Anschaulichkeit. Der trockene Humor zauberte mir häufig ein Lächeln auf die Lippen. Das Buch ist in 5 Teile gegliedert. Eine Besonderheit sind die kursiven Abschnitte im zweiten und dritten Teil. Hier führt mich der Autor noch weiter zurück in die Vergangenheit. Im zweiten Teil wird die Geschichte eines Schiffsunglück aufgearbeitet bis zu dem Moment, wo der Kapitän eine fatale Fehlentscheidung trifft. Sein Grab befindet sich auf Amrum. Im dritten Teil geht es um die Sammelleidenschaft eines ehemaligen Kapitäns, der alle Zeitungsausschnitte über Schiffskatastrophen sammelt. Das Buch zeigt erneut, dass die Folgen von Krieg und Nazizeit lange nicht überwunden waren. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, den Geist der 60er Jahre lebendig zu machen. Als aufmerksamer Leser findet man viele Kleinigkeiten, die heute nur noch ein Schmunzeln hervorrufen. Erwähnt sei der erste Kopierer, dem Steffen überhaupt keine Zukunft voraussagte. Zu Beginn des Buches befindet sich eine Karte der Insel Amrum, die die Orientierung während des Lesens erleichtert. Im Anhang befindet sich Liliannes Zeichnung vom Friedhof und ein Glossar über seemännische Begriffe. Außerdem hat der Autor alle Information über die Gräber auf Amrum zusammengetragen. In zwei Epilogen werden Wahrheit und Fiktion voneinander getrennt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Auf geschickte Art hat mich der Autor in die Vergangenheit geführt. Es ist ein eher leiser Krimi, in dem viel hinterfragt wird und kaum Blut fließt.

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Rezension zu "Die Namenlosen von Amrum"
von Zsadista am 02.06.2015

Sozialhistorisches Institut in Hamburg. Die Gruppe um die Erforschung von Gräbern wird aufgelöst, weil ihre Artikel keine Abnehmer mehr findet. Nur der Archivar Steffen Stephan bleibt über und soll ein neues Konzept erstellen. Da macht er erst einmal Urlaub auf Amrum um seinen Kopf frei zu bekommen. Und wenn... Sozialhistorisches Institut in Hamburg. Die Gruppe um die Erforschung von Gräbern wird aufgelöst, weil ihre Artikel keine Abnehmer mehr findet. Nur der Archivar Steffen Stephan bleibt über und soll ein neues Konzept erstellen. Da macht er erst einmal Urlaub auf Amrum um seinen Kopf frei zu bekommen. Und wenn er schon einmal dort ist, macht er auch gleich eine heilsame Diät. Auf seinen ausgedehnten Spaziergängen findet er auch den örtlichen Friedhof der angeschwemmten Toten. Namenlose Menschen, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben. Noch in Gedanken, ob dies vielleicht eine neue Aufgabe wäre, wird ihm eine neue Praktikantin an die Seite gestellt. Und nicht nur das, sie kommt auch gleich nach Amrum um ihren neuen Chef kennen zu lernen. Zusammen versuchen sie, näheres über die Namenlosen heraus zu finden. Doch je tiefer sie graben umso weniger Antworten bekommen sie. Die komplette Insel scheint bei der Nachfrage über die Leichen zu verstummen. Was haben die Amrumer zu verbergen? „Die Namenlosen von Amrum“ ist ein richtiger Insel Krimi. Vieles dreht sich um die Insel Amrum und die nähere Umgebung. Die Insel ist sehr gut beschrieben und man könnte fast die Meeresluft beim Lesen riechen. Die Aufmachung des Buches ist sehr gelungen. Gleich am Anfang findet man eine Karte der Insel auf der alle wichtigen Orte markiert sind. Am Ende gibt es dann Epilog 1 und 2, sowie einen Anhang. Alle drei Kapitel sind sehr anschaulich und informativ. Mir hat dies wirklich sehr gefallen. Der Autor versteht es auch sehr spannend und flüssig zu schreiben. Der Spannungsbogen stieg stetig an. Mir hat der Hintergrund der historischen Forschung sehr gut gefallen. Die Einblicke in die Arbeit von Historikern war sehr spannend. Einzig kam ich mit den Protagonisten nicht klar. Steffen sowie Lilianne und Margarete waren mir den kompletten Roman über unsympathisch. Und dies änderte sich bis zum Schluss hin auch nicht. Steffen war einfach ein Typ Mann, den ich nicht mag. Lilianne und Margarete waren einfach an sich unsympathisch. Es machte mir allerdings im Kompletten nicht viel aus, weil die Hintergründe der Geheimnisse und Forschungen sehr gut gefallen haben. Und Protagonisten müssen ja auch nicht immer liebenswert und sympathisch sein.

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