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Die Schuld der anderen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Stefan-Andres-Preis für Literatur deutscher Sprache 2017

(15)
Ein paar Zeilen, mehr hat der Journalist Marc Rappaport einem siebenundzwanzig Jahre zurückliegenden Mord, der jetzt durch DNA-Abgleich gelöst sein soll, eigentlich nicht zugedacht. Und doch will er mehr über die Geschichte der jungen Frau erfahren, die mit achtzehn aus der stickigen Enge ihrer französischen Industriekleinstadt nach Paris floh, um zu studieren, und dort in die Prostitution schlitterte. Dabei stösst er auf einen Skandal von schockierendem Ausmass, der die unlösbaren Verstrickungen von Wirtschaft, Geld und Politik durchscheinen lässt. Was als klassische Ermittlungsgeschichte beginnt, entpuppt sich bald als ein atmosphärisch dichter und mit souveräner Leichtigkeit erzählter Gesellschaftsroman über ein ganzes Land und unsere Gegenwart.
„Mit grossem Gespür taucht Gila Lustiger ein in die Abgründe der französischen Gesellschaft und deckt schonungslos die bleibend brüchigen Seiten des Landes auf. Gelungen ist ihr das mit Stil, Eleganz und einer dichten Sprache.“
NDR Kultur
Rezension
"Ein ungeheuer intelligentes und spannendes Buch, das die französischen Verhältnisse der jüngeren Vergangenheit offenlegt. [...]. Ein echter Literaturdiamant, der durch seine vielen Facetten unglaublich viele Perspektiven des französischen Lebens und vieles, was in Frankreich vor sich geht, verständlich macht und zudem echte Spannung erzeugt.", Eschborner Zeitung, Stephan Schwammel, 01.02.2016
Portrait
Gila Lustiger wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren. Sie studierte Germanistik und Komparatistik an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1987 lebt sie als freie Autorin in Paris. Ihr erster Roman, »Die Bestandsaufnahme«, erschien 1995, dann 1997 »Aus einer schönen Welt«. Mit »So sind wir «(2005), einem Familienroman über die Geschichte der europäischen Juden, stand sie 2005 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. 2011 erschien ihr Roman »Woran denkst Du jetzt«, 2015 ihr hellsichtiger und vielgelobter Gesellschaftsroman »Die Schuld der anderen«, der wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, und Anfang 2016 ihr preisausgezeichneter Essay »Erschütterung«, in dem sie sich mit den Gründen und Folgen der Terrorattentate in Frankreich auseinandersetzt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 496
Erscheinungsdatum 19.01.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8270-1227-2
Verlag Berlin Verlag
Maße (L/B/H) 211/134/38 mm
Gewicht 556
Verkaufsrang 41.031
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
15 Bewertungen
Übersicht
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Abgründe der ehrenwerten Gesellschaft
von einer Kundin/einem Kunden am 25.08.2015

Wahrscheinlich gibt es das alles nicht nur in Frankreich. Bestechung, Nepatismus, Profitgier und masslose Rücksichtslolsigkeit. Die Gesundheit der Arbeiter, keinen Pfennig wert, das Geld regiert. Es wird sogar gemordet in dieser ehrenwerten Geld- und Politik-Gesellschaft. Spannend bis zum Schluss gelingt es Gila Lustinger die agierenden Akteure wirken zu... Wahrscheinlich gibt es das alles nicht nur in Frankreich. Bestechung, Nepatismus, Profitgier und masslose Rücksichtslolsigkeit. Die Gesundheit der Arbeiter, keinen Pfennig wert, das Geld regiert. Es wird sogar gemordet in dieser ehrenwerten Geld- und Politik-Gesellschaft. Spannend bis zum Schluss gelingt es Gila Lustinger die agierenden Akteure wirken zu lassen. Ein Journalist, der sich nicht zufrieden gibt mit oberflächlicher Berichterstattung, einer der wirklich recherchiert, sich auch verrent zwischendurch, aber nicht locker lässt bis er zur Wahrheit vordringt. Solchen Journalismus würde man sich wünschen, auch hierzulande. Ein wirklich empfehlenswertes Buch zum Nachdenken.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Spannender Gesellschaftsroman aus Frankreich. Absolut lesenwert.
von einer Kundin/einem Kunden am 31.03.2015

Marc Rappaport lebt in Paris. Sein Großvater führte ein großes Geschäftsimperium, Marc hält sich aus den aktuellen Geschäften heraus uns macht sein eigenes Ding als kritischer und erfolgreicher Journalist mit vielen Freiheiten. Die Meldung über einen Mord der nach 27 Jahren aufgeklärt wurde, lässt ihn nicht... Marc Rappaport lebt in Paris. Sein Großvater führte ein großes Geschäftsimperium, Marc hält sich aus den aktuellen Geschäften heraus uns macht sein eigenes Ding als kritischer und erfolgreicher Journalist mit vielen Freiheiten. Die Meldung über einen Mord der nach 27 Jahren aufgeklärt wurde, lässt ihn nicht mehr los. Der angebliche Täter kommt ihm "falsch" vor. Er stochert in der Vergangenheit des Opfers und angeblichen Täters, findet Verbindungen und einen immensen Skandal. Gila Lustiger ist hier ein absolut spannender Roman über die französische Gesellschaft und ihre Verstrickungen gelungen. Gut recherchiert und vielschichtig.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Gelungener Roman
von Celena aus Titz am 07.03.2015

Ein Roman, der uns einen Blick auf die französische Gesellschaft gewehrt. Eine Autorin, deren gute Recherchen einfach nur überzeugen und Charaktere, die authentischer und interessanter nicht sein könnten. Zusammen ergibt es ein tolles, informatives Buch, das mich am Ende sprachlos zurück gelassen hat. Gila Lustiger hat einen Schreibstil bei dem... Ein Roman, der uns einen Blick auf die französische Gesellschaft gewehrt. Eine Autorin, deren gute Recherchen einfach nur überzeugen und Charaktere, die authentischer und interessanter nicht sein könnten. Zusammen ergibt es ein tolles, informatives Buch, das mich am Ende sprachlos zurück gelassen hat. Gila Lustiger hat einen Schreibstil bei dem es trotz der vielen Informationen nicht langweilig wird, außerdem erklärt sie selbst die komplexeren Passagen wunderbar, sodass keine Verständnisprobleme aufkommen. Besonders positiv ist mir auch die Schilderung der Umgebung, der Orte aufgefallen sowie die Gabe der Autorin dem Leser die Atmosphäre näher zu bringen. Obwohl der Mord an Emilie Thevenin im Vordergrund steht wird im Zusammenhang ebenso viel von der Politik und der Wirtschaft Frankreichs erzählt und auch kritisiert. Dieser Roman ist tatsächlich nicht nur ein Krimi, sondern gleichermaßen ein Polit- und Wirtschaftsthriller. Es werden gewiss auch einige Unterschiede zu Deutschland bewusst. Mich hat vor allem die Sicht auf Affären und generell Beziehungen, Sexualität verblüfft. In ‚Die Schuld der anderen’ werden so unglaublich viele Themen und Bereiche angesprochen, dass es für manche vielleicht überladen wirken könnte, doch Gila Lustiger weiß gekonnt die eigentliche Geschichte nicht aus den Augen zu lassen und hat ein besonderes Talent dafür alles logisch miteinander zu verknüpfen und stetig Spannung aufzubauen. Keine Seite ist zu viel. Es bereitet Vergnügen mehr zu erfahren, ob es nun um das Leben der Reichen geht, Prostitution, Bandenkriege, Korruption, Ungerechtigkeit gegenüber Arbeitern, Jugendkriminalität oder das Leben im Altenheim, man bekommt einen glaubhaften Blick auf die Zustände und ich kann wahrlich behaupten, dass ich einiges dazu gelernt habe. Der Fall rund um Emilies Tod ist nicht einfach und so lernen wir mit Marc, wegen des häufigen Reisens, viel über Frankreich kennen und auch Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und jeder von ihnen bringt Marc mit neuen Hinweisen ein Stück näher an sein Ziel. Mit Marc Rappaport bekommt man einen vielschichtigen Charakter aus dem ich nur schwer schlau wurde. Jedes Mal wenn ich der Meinung war ich hätte ihn endlich durchschaut, machte er mir ein Strich durch die Rechnung und lehrte mich eines Besseren. Er ist kein einfacher Protagonist, das bekommt auch seine Freundin Deborah des Öfteren zu spüren, und doch ist er interessant und sympathisch. Außerdem mag ich seine Art zu denken, es gab immer wieder Sätze, die für mich herausgestochen sind. Er lebt für seine Arbeit als Journalist, auch wenn seine Familie der Meinung ist er hätte viel mehr erreichen und sogar das Unternehmen seines verstorbenen Großvaters übernehmen können. Doch ist er wirklich gut in dem was er tut und weiß wie er sich in seinem Beruf den Menschen gegenüber verhalten muss um an die wichtigen Informationen für seine Schlagzeilen zu kommen. Er gibt nicht auf und setzt alles daran die Machenschaften in diesem Fall aufzudecken. In diesem Roman gibt es viele Rückblenden mit dessen Hilfe man mehr über Marc, seine Sicht auf die Dinge und seine Familie erfährt. Besonders im Fokus steht dabei seine Beziehung zum verstorbenen Großvater und auch dass er Jude ist spielt eine gewisse Rolle, wobei vor allem das Thema Religion meiner Meinung nach etwas vertieft hätte werden können. Aber auch so kann man sich ohne Probleme aus der Sicht von Marc ein Bild von dem Ganzen machen. Ein Roman der unterhält und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Fazit: Ein rundum gut ausgearbeiteter, informativer und überzeugender Roman, der uns einen Blick auf Frankreich gewährt. Mit Charakteren aus allen Schichten, schönen Schilderungen und Sätzen voller Aussagekraft lässt ‚Die Schuld der anderen’ keine Langeweile zu. Kann ich nur weiterempfehlen!

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