Dshamilja

Erzählung

(14)
Die selbstbewusste, lebensfrohe Dshamilja lebt in einem kleinen Dorf in Kirgisien – allein, denn ihr ungeliebter Ehemann zog schon kurz nach der Hochzeit in den Krieg. Als sie den träumerischen Fremden Danijar kennenlernt und sich in ihn verliebt, nimmt sie ihr Schicksal in die eigene Hand. Sie entscheidet sich für ihn, damit aber gegen ihre Familie, gegen ihre Heimat und gegen die Tradition …
Portrait
Tschingis Torekulowitsch Aitmatow wurde am 12. Dezember 1928 in Scheker im Talas-Tal, Kirgisistan geboren und starb am 10. Juni 2008 in Nürnberg. Sein Vater war Verwaltungsbeamter in Scheker, seine Mutter Nagima Chasijewna, eine gebürtige Tatarin, war Schauspielerin am örtlichen Theater. In seiner Kindheit zog er, wie damals die meisten Kirgisen, mit seiner Familie und den Tieren des Klans von Weide zu Weide. 1937 wurde sein Vater Torekul Aitmatow während der stalinistischen »Säuberungen« verhaftet und 1938 hingerichtet. Aitmatow begann sein Arbeitsleben mit 14 Jahren als Gehilfe des Sekretärs des Dorfsowjets. Darauf folgten Tätigkeiten als Steuereintreiber, Lagerarbeiter und Maschinistenassistent. Da Kirgisistan zu dieser Zeit zu einer Sowjetrepublik wurde, hatte Aitmatow die Gelegenheit, an der neu eingerichteten russischen Schule in Scheker zu lernen und sich für ein Studium zu qualifizieren. 1946 begann er mit dem Studium der Veterinärmedizin, zunächst an der Technischen Hochschule im nahe gelegenen kasachischen Dschambul, und dann bis 1953 am Kirgisischen Landwirtschaftsinstitut in Frunse. Seine literarische Tätigkeit begann 1951 mit Übersetzungen kirgisischer Prosa ins Russische; er arbeitete jedoch noch bis zum Erscheinen seiner ersten Erzählung Dshamilja am Wissenschaftlichen Forschungsinstitut von Kirgisistan. 1956 begann er mit einem Studium am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau, wo er bis 1958 lebte. 1957 wurde er in den sowjetischen Schriftstellerverband aufgenommen. Danach arbeitet er acht Jahre für die Parteizeitung Prawda. Tschingis Aitmatow war letzter Botschafter der Sowjetunion in Brüssel und vertrat dann seine Republik diplomatisch bei der EU. Er starb 2008 an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.
Louis Aragon, geboren 1897, war ein französischer Schriftsteller, Vertreter des sozialistischen Realismus und Mitbegründer des Surrealismus. Er starb 1982 in Paris.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 122
Erscheinungsdatum 14.11.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-35785-8
Verlag Insel Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 188/118/12 mm
Gewicht 125
Auflage 4. Auflage
Übersetzer Gisela Drohla
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Klassiker
von einer Kundin/einem Kunden am 03.02.2018

Dshamila oder Djamila gehört zu den bekanntesten Liebesgeschichten der Neuzeit. Für mich damals Schullektüre war das schmale Bändchen der Einstieg in das Werk Aitmatows. Wer noch nichts kennt, sollte hiermit starten. Berührend und sehr lohnenswert!

Dshamilja
von Elisabeth Schuhmann aus St. Johann im Pongau am 15.02.2012

„Dshamilja“ gilt als die schönste Liebesgeschichte der Welt. 1958 als Diplomarbeit des kirgisischen Schriftstellers Tschingis Aitmatow entstanden, vermag sie mit ihren unglaublichen „Sprachbildern“ immer noch zu begeistern. Said, ein junger Bursche, erzählt uns die Geschichte seiner Schwägerin Dshamilja und deren Liebe zu Danijar. Ein vom Krieg gezeichneter Soldat, Danijar,... „Dshamilja“ gilt als die schönste Liebesgeschichte der Welt. 1958 als Diplomarbeit des kirgisischen Schriftstellers Tschingis Aitmatow entstanden, vermag sie mit ihren unglaublichen „Sprachbildern“ immer noch zu begeistern. Said, ein junger Bursche, erzählt uns die Geschichte seiner Schwägerin Dshamilja und deren Liebe zu Danijar. Ein vom Krieg gezeichneter Soldat, Danijar, kehrt in sein Heimatdorf zurück. Er ist schwermütig, verschlossen – ein Außenseiter, gemieden von den Bewohnern des Dorfes. Dshamilja , deren Mann an der Front kämpft, ist arbeitsam, fröhlich und schön, wird geliebt und verehrt. Danijars Liebe zu Dshamilja wird für Said offenkundig, als dieser auf der Heimfahrt von der täglich gemeinsam verrichteten Arbeit zu singen beginnt. Said schreibt: „..diese Liebe erfüllte ihn ganz, sie klang aus seinen Liedern, sie war sein Leben.“ Dshamilja bricht mit der fest verwurzelten Tradition und gesteht Danijar ihre Liebe. Gemeinsam fliehen sie aus dem kirgisischen Dorf. Vielleicht ist es die schönste Liebesgeschichte der Welt, dies vermag ich nicht zu beurteilen – jedenfalls hat mich Aitmatow mit seinen Beschreibungen der Steppenlandschaft, den Schilderungen des alltäglichen Lebens in der Kolchose und der aufkeimenden Liebe, begeistert!

EINE WUNDERBARE LIEBESGESCHICHTE!
von einer Kundin/einem Kunden am 20.11.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Louis Aragon, der Übersetzer, schreibt über Dshamilja: "Ich schwöre es, es ist die schönste Liebesgeschichte der Welt". Ich meine, es ist eines jener Bücher, das ich nicht nur lese, nein ich esse, koste, schmecke dieses Buch, jeden Satz, Wort für Wort lasse ich Aitmatovs Sprachbilder auf meiner Zunge zergehen, Bilder,... Louis Aragon, der Übersetzer, schreibt über Dshamilja: "Ich schwöre es, es ist die schönste Liebesgeschichte der Welt". Ich meine, es ist eines jener Bücher, das ich nicht nur lese, nein ich esse, koste, schmecke dieses Buch, jeden Satz, Wort für Wort lasse ich Aitmatovs Sprachbilder auf meiner Zunge zergehen, Bilder, die ihrer Bestimmung, die steinig, schwer, glücklos und tragisch ist, folgen und doch im Taumel einer unumgänglichen Liebe das Unmögliche schaffen: Dem Leben, der Liebe einen Weg zu bereiten, den niemand sehen kann, außer die Liebenden selbst. In erster Linie ist diese kurze Novelle natürlich eine Liebesgeschichte. Eine wunderbare Geschichte zwischen zwei Menschen, die sich über alle Konventionen hinweg, kopfüber in ihr eigenes Glück im Unglück stürzen. Aber nicht nur die Liebe zwischen Dshamilja und Danijar lässt diese Geschichte eine Liebesgeschichte sein. Aitmatovs Buch ist vor allem eine Liebeserklärung an sein Land Kirgisien, eine Liebeserklärung an die Menschen, ihre Gebräuche, ihrem Leiden, ihrem Glück, eine Liebeserklärung an das Leben an sich. Die Stimmung jener Landstriche Kirgisiens vereint Aitmatov mit den Worten: "Wo der wilde Wermut wächst und der Wind die Wüstenklette über die Ebene treibt und den an frischgemolkene Milch erinnernden Duft von blühendem Mais und den warmen Geruch trocknenden Kamelmistes..." Dieses Buch ist ein einziger Duft, ein wehmütiges Lied. Es ist das Lied der Berge und Steppen, mal steigt es tönend auf, wie die kirgisischen Berge, mal strömt es hin, weit, wie die kasachische Steppe.


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