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Eisenkinder

Die stille Wut der Wendegeneration

(5)
Ein bisher ungeschriebenes Kapitel der Nachwendezeit.



Im Herbst 2011 wurde bekannt, dass drei rechtsradikale Terroristen zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordeten. Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe kamen aus Jena, sind etwa genauso alt wie Sabine Rennefanz, die in Eisenhüttenstadt ihr Abitur machte. Sie kommen aus gleichen Milieus und aus einer Generation: Sabine Rennefanz und die Mörder der Zwickauer Zelle. Ihre Leben könnten unterschiedlicher nicht sein. Und doch stellt sich Sabine Rennefanz die Frage: Ist da nicht etwas, was sie selbst mit Menschen wie Uwe Mundlos verbindet, ob sie es will oder nicht?




Portrait
Sabine Rennefanz, 1974 in Beeskow geboren, studierte Politologie in Berlin und Hamburg. Sie arbeitet seit 1993 als Journalistin, seit 2001 als Redakteurin für die Berliner Zeitung, für die sie mehrere Jahre aus London schrieb. Für ihre journalistische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Deutschen Reporterpreis. Ihr erstes Buch, "Eisenkinder", erschien 2013 und stand mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 14.04.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74800-6
Verlag btb
Maße (L/B/H) 185/118/22 mm
Gewicht 250
Buch (Taschenbuch)
Fr. 15.90
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Auf der Suche nach der verlorenen Identität
von einer Kundin/einem Kunden am 26.10.2017

Stringent individual-biographische Perspektive, die berührt und überzeugt. Ob hier die 3. Generation DDR charakterisiert wird? Entscheiden Sie allein. Kennen Sie Ihr Fundament? Es mag Menschen dieser Generation geben, die damals nicht im Sog des Wendestrudels weggetaucht sind oder jene, die heute die Risse nicht mehr spüren. Für die alles gut... Stringent individual-biographische Perspektive, die berührt und überzeugt. Ob hier die 3. Generation DDR charakterisiert wird? Entscheiden Sie allein. Kennen Sie Ihr Fundament? Es mag Menschen dieser Generation geben, die damals nicht im Sog des Wendestrudels weggetaucht sind oder jene, die heute die Risse nicht mehr spüren. Für die alles gut ist. Die für derartige Zeiten-Wechsel immer passend gekleidet sind. Gut gespolstert. Erleichternd zu wissen, wir haben nicht alle dieselbe Wahrnehmung. Darum brauchen wir Bücher, in denen sich jemand offenen Auges im Spiegel betrachtet, sich selbst journalistisch recherchiert und uns als ZuschauerInnen einlädt.

Anstoß für eine Diskussion
von einer Kundin/einem Kunden am 29.07.2014

Man muss die sogenannte Wende in der DDR 1989 nicht unbedingt selbst erlebt haben, um nachvollziehen zu können, wie ohnmächtig, halt- und orientierungslos besonders Kinder und Jugendliche nach dem Ende der DDR reagierten. Eltern, die mit den Veränderungen kaum mehr Schritt halten konnten, eine Schulpolitik die, sich von einem... Man muss die sogenannte Wende in der DDR 1989 nicht unbedingt selbst erlebt haben, um nachvollziehen zu können, wie ohnmächtig, halt- und orientierungslos besonders Kinder und Jugendliche nach dem Ende der DDR reagierten. Eltern, die mit den Veränderungen kaum mehr Schritt halten konnten, eine Schulpolitik die, sich von einem Tag zum anderen grundlegend änderte, Freunde, die wegzogen…. Sabine Rennefanz macht diese „stille Wut der Wendegeneration“ zum Thema ihres Buches, sie begibt sich auf Spurensuche nach Eisenhüttenstadt und Jena und zeigt, welche Wege und Irrwege sie selbst gegangen ist. Ich habe das Buch betroffen, interessiert und teilnahmsvoll gelesen und versucht, mich in die Denk- und Verhaltensweisen der damals Jugendlichen hineinzuversetzen. Das bisher eher unterbelichtete Thema und der Umgang von Sabine Rennefanz damit, haben mich bewegt. Auch wenn sich ihr Leben nur partiell mit den persönlichen Erfahrungen vieler Ostdeutscher deckt, kann das Buch Auslöser einer breiten Diskussion sein.

Eisenkinder. Die Wut der Wendegeneration.
von Gisela Busemann aus Leer (Ostfriesland) am 03.05.2013
Bewertet: Klappenbroschur

Nach Beendigung des Buches „Eisenkinder“ von Sabine Rennefranz dauerte es eine ganze Weile bis ich die Geschichte so richtig verdaut hatte. Wer erinnert sich nicht an die fürchterlichen Taten der rechtsradikalen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, Drahtzieher der Zwickauer Zelle.... Nach Beendigung des Buches „Eisenkinder“ von Sabine Rennefranz dauerte es eine ganze Weile bis ich die Geschichte so richtig verdaut hatte. Wer erinnert sich nicht an die fürchterlichen Taten der rechtsradikalen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, Drahtzieher der Zwickauer Zelle. Sie waren fast genauso alt wie die Autorin, als damals die Mauer fiel. Während dieser Zeit durchlebten die jungen Leute die schwierigen Jahre der Pubertät. Wissenschaftler sprachen in vielen Studien von der verlorenen Generation die zwischen zwei Systemen standen. Eltern, Lehrer und andere Verantwortliche konnten keine Hilfe sein, denn sie selber waren hilflos und oft fehlte ihnen einfach die Sprache um die Dinge, die geschahen zu verstehen und zu erklären. Der Weg der jungen Sabine Rennefranz war vorgezeichnet, sie sollte in der DDR zur Elite erzogen werden. Doch es kam ganz anders. Die Mauer fiel und sie verlor ihre ganze Orientierung. Unendliche Wut und Enttäuschung auf die Entwicklung und Vereinnahmung durch die BRD machte sie anfällig für radikale Ideen. Sie mündeten jedoch nicht im Rechtsextremismus, was leicht hätte passieren können, wie sie selber sagt. Sie ist empfänglich für die Lehren einer evangelikalen Sekte. Immer tiefer gerät sie in den Strudel dieser unheilvollen Thesen. Als sie als Missionarin aus Russland zurück nach Deutschland gekommen ist, beginnt sie zu hinterfragen und zu zweifeln. Sie löst sich letztendlich aus diesem Kreis. Es ist ein langer, schmerzhafter Weg. Ich ziehe meinen Hut vor dieser jungen Frau, wie ehrlich und ohne jegliche Beschönigung sie ihre Jahre der Selbstfindung beschreibt. Es ist aber auch die Geschichte und die ungebändige Wut ihrer Generation. Sabine Rennefranz ist 1974 geboren. Sie wuchs in Eisenhüttenstadt auf, studierte nach der Wende Politwissenschaften in Hamburg und Berlin. Sie arbeitete bei verschiedenen Zeitungen. Für den Essay „Uwe Mundlos und ich“ erhielt sie 2012 den deutschen Reporterpreis.


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