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Glückskind mit Vater

Roman. Ausgezeichnet mit dem Grimmelshausen-Preis 2017

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Was verdankt ein von der Mutter »Glückskind« genannter Sohn dem Vater? Der ist in dem neuen Roman, in dem Christoph Hein alle Register seiner erzählerischen Kunst und seiner geschichtsdiagnostischen Kompetenz entfaltet, eine unausweichliche Antriebskraft. Jedoch in einem alles andere als positiven Sinn: Der Sohn, in der entstehenden DDR lebend, muss seit seiner Geburt im Jahr 1945 vor dem kriegsverbrecherischen toten Vater sein ganzes Dasein im Fluchtmodus zubringen: psychisch, physisch, beruflich, geographisch, in Liebesdingen.
Es gibt zahlreiche Versuche, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten: Er nimmt einen anderen Namen an, will in Marseille Fremdenlegionär werden, reist kurz nach dem Mauerbau wieder in die DDR ein, darf dort kein Abitur machen, bringt es gleichwohl, glückliche Umstände ausnutzend – Glückskind eben –, in den späten DDR-Jahren bis zum Rektor einer Oberschule – fast.
Am Ende erkennt er: Eine Emanzipation von der allgemeinen und der persönlichen Geschichte ist zum Scheitern verurteilt. Durch solche Verkettung von Vergangenheit und Gegenwart wird aus dem Glückskind ein Unheilskind. Gerade dadurch verkörpert er wie in einem Brennspiegel bis ins kleinste Detail die unterschiedlichsten Gegebenheiten Deutschlands in den politischen, gesellschaftlichen und privaten Bereichen. Ironisch-humoristisch, anrührend, ohne Sentimentalität oder Sarkasmus erzählt Christoph Hein ein beispiellos-beispielhaftes Leben in mehr als sechzig Jahren deutscher Zustände.
Portrait

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut.

Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 527
Erscheinungsdatum 07.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-42517-6
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 21,3/13,4/3,8 cm
Gewicht 641 g
Auflage 3
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 06.07.2017
Bewertet: anderes Format

Wie wächst man auf in der Nachkriegs-DDR, als Kind eines Kriegsverbrechers? Ein kluger Deutschlandroman und ein interessantes Stück deutscher Geschichte.

von einer Kundin/einem Kunden am 09.06.2017
Bewertet: anderes Format

Deutsche Geschichte so spannend verpackt das man noch viele Bücher dieses Autors lesen möchte.

von einer Kundin/einem Kunden am 27.05.2017
Bewertet: anderes Format

Altes Unrecht wird durch immer wieder neues vergolten . Aber Boggosch ist ein Glückskind ,da er es schafft aus seinem Schicksal das beste zu machen . Zeitgeschichte !