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Götzen-Dämmerung

Oder wie man mit dem Hammer philosophiert. Herausgegeben von Karl Schlechta

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'Kein Ding gerät, an dem nicht der Übermut seinen Teil hat. Das Zuviel an Kraft erst ist der Beweis von Kraft', postuliert Nietzsche im Vorwort seiner 'Götzen-Dämmerung'. Und in der Tat: Kraftvoll und ohne falsche Rücksicht auf ein in seinen Augen überkommenes, in Traditionen gefangenes Denken schwingt der sprachgewaltige Philosoph den Hammer. Er selbst bezeichnete die 1889 erschienene 'Götzen-Dämmerung' als 'vollkommene Gesamteinführung' in seine Philosophie. Mit pointierter Schärfe und bewusstem Pathos arbeitet Nietzsche hier an seinen Gedanken zur 'Umwertung aller Werte' und zum 'Willen zur Macht', bevor ihn kurze Zeit später die geistige Umnachtung niederringt.
Portrait
Friedrich Nietzsche (1844-1900) stammte aus einer evangelischen Pfarrersfamilie, besuchte die renommierte Landesschule in Pforta bei Naumburg, studierte in Bonn und Leipzig und wurde mit 25 Jahren Professor der klassischen Philologie in Basel. Er war ein genialer Denker, Meister der Sprache und begabter Musiker und Komponist. Sein Leben war bestimmt von problematischen Beziehungen, etwa zu Richard Wagner oder Lou Andreas-Salomé, und endete in der bedrückenden Einsamkeit des Wahnsinns.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Karl Schlechta
Seitenzahl 112
Erscheinungsdatum 01.01.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86647-241-9
Reihe Kleine Klassiker
Verlag Anaconda
Maße (L/B/H) 193/131/16 mm
Gewicht 186
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen


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Oder wie man mit dem Hammer philosophiert...
von Zitronenblau am 21.08.2008

Wie soll man dieses Buch bewerten? Sicher ist, Nietzsche macht süchtig, er sollte aber auch vorsichtig und mit Distanz gelesen werden. Seine Umwertung aller Werte - ganz antigriechisch-antisokratisch, antichristlich und immoralisch - rechnet Nietzsche wieder einmal ab, kurz vor seiner eigenen Verstandesdämmerung. Der Feind ist die Vernunft entgegen des... Wie soll man dieses Buch bewerten? Sicher ist, Nietzsche macht süchtig, er sollte aber auch vorsichtig und mit Distanz gelesen werden. Seine Umwertung aller Werte - ganz antigriechisch-antisokratisch, antichristlich und immoralisch - rechnet Nietzsche wieder einmal ab, kurz vor seiner eigenen Verstandesdämmerung. Der Feind ist die Vernunft entgegen des intinktiven Willens zur Macht. Ist der erste Teil dieses Buches tatsächlich hochinteressant und gewährt Einblicke in das Denken des zerstörerischen Hammerschwingers, grenzen die "Streifzüge eines Unzeitgemäßen" teilweise an Absurdität. Ein Beispel wäre der "Anti-Darwin", was mangels - typisch für Nietzsche - wissenschaftlicher Fundierung ausgemachter Blödsinn ist. Der Meisterdenker aphorisiert zu gern, doch dabei flattern seine geflügelten Worte manchmal wirr umher und verlieren dabei an Anmut und Beschaulichkeit...

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" Ihr sollt Dichter eures Lebens sein "
von Jérôme aus Bad Eilsen am 07.06.2014
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Das in " Menschliches Allzumenschliches " beschriebene Ideal, eines neuen, umwertenden und unzeitgemäßen Freigeistes, wird nun als Exempel für die Herausbildung einer " Fröhlichen Wissenschaft ", herangezogen. Eine Fröhlichkeit, die sich aus der Perspektive des gebundenen Geistes, vielmehr als ein angstvolles, desillusionierendes Blicken in den Abgrund, menschlicher Existenz erweist.... Das in " Menschliches Allzumenschliches " beschriebene Ideal, eines neuen, umwertenden und unzeitgemäßen Freigeistes, wird nun als Exempel für die Herausbildung einer " Fröhlichen Wissenschaft ", herangezogen. Eine Fröhlichkeit, die sich aus der Perspektive des gebundenen Geistes, vielmehr als ein angstvolles, desillusionierendes Blicken in den Abgrund, menschlicher Existenz erweist. Doch gerade diese Einbeziehung, eines leidenschaftlichen Verlangens nach jedweder Lebensform, zu der auch die seelischen Aspekte, wie das Leiden, die Krankheit und der Tod gehören, machen für Nietzsche gerade das Wesen einer vollkommenen Wissenschaft, die " bis ganz hinunter " fragt, aus. Es gilt aufzuzeigen, wie die Fundamentierung der Erkenntnisgewinnung, erst mittels des symbiotischen Einflusses, den die Seele auf den Geist ausübt, vollständig verstanden werden kann. Um diesen Kontrast zu verstehen, sollen wir uns als Phänomenologen mittels einer Selbstbefragung, der Wirkungen physiologischer Einflüsse auf unsere Gedanken bewusst werden und dadurch unsere Erkenntnisse zu relativieren verstehen. Mit diesem Wissen ausgerüstet, lüftet Nietzsche nun den Schleier der Maya und offenbart uns, dass die vermeintlichen angestrebten Ideale, wie die Suche nach der Wahrheit, welche von der Wissenschaft und der Philosophie angestrebt werden, eigentlich nur auf physiologischen Erscheinungen, wie der Lustgewinnung, dem Streben nach Macht, Wachstum, Gesundheit und Zukunft beruhen und somit verkleidete Ideale darstellen. Das wahre Reich der fröhlichen Wissenschaft, dass sich " jenseits aller bisherigen Länder und Winkel " befindet, muss sich diesem Maskenspiel bewusst werden und verstehen lernen, warum auch die bisherige Wissenschaft " ihr Feuer noch von dem Brande " eines einstigen metaphysischen Glaubens hernahm. Nietzsche zufolge, entpuppt sich ihr Wille zur Wahrheit, wonach die Wissenschaft nicht nur vor vermeintlichen Täuschungen bewahren, sondern auch selber produzierte Täuschungen verhindern soll, auf einer Voraussetzung, dessen Richtigkeit er nirgendwo legitimiert sieht. Woher nimmt die Wissenschaft ihren Glauben, dass Wahrheit wichtiger sei, als andere Überzeugungen ?, fragt sich Nietzsche. Es erscheint ihm die Möglichkeit, dass der Wille zum Irrtum, der sich als genauso richtig herausstellen könnte, ebenfalls eine mögliche Schlussfolgerung darstellen könnte. Folgen wir den gängigen Wissenschaftsmaximen, so neigen wir, Nietzsche zufolge, dazu, unsere eigenen konstituierten Denk und Wertesysteme, durch eine passende Äquivalenzumformung, in die Welt zu transformieren und uns dadurch anmaßen, der wahren Welt gerecht zu werden. Doch wir können ihrem Wesen nicht durch bestimmte Rechenübungen und Gedankenexperimenten habhaft werden, schließlich lasse sich das Wesen der Musik nicht berechnen, erklärt Nietzsche. Stattdessen sollen wir uns der Ehrfurcht und ihres " vieldeutigen Charakters " bewusst werden. Anders als in Menschliches Allzumenschliches , wo sich das Ideal der Wissenschaft unter Ausschluss der Kunst offenbarte, zeigt sich mit der Fröhlichen Wissenschaft nun ein reformierender Nietzsche, der beide Gebiete verschmelzen und somit eine Koexistenz anstreben will, in der wir Wissenschaftler und Dichter in einer Person sein sollen. Einen Hinweis auf diese neue Perspektive erhalten wir schon durch den Untertitel der zweiten Auflage " la gaya scienza ", die zu großen Spekulationen innerhalb der Interpretatoren führte. Es ist von einem Zusammenhang zu der alten Dichterkunst der Troubadoure die Rede, welche durch eine bestimmte Form und Komposition der poetischen Kreativität, dass Potential besaßen, Neues zu finden und zu Erschaffen. Auch Nietzsche scheint in seinem Werk, eine gewisse Komposition verfolgt zu haben, so scheint es, als wolle er zunächst aufzeigen, wie vielschichtig das Wesen der Erkenntnis sei, um auf seine bekannte Formulierung " Gott ist tot " hinzuführen. Das vierte Buch Sanctus Januarius, stellt einen symbolischen Neuanfang dar, in dem es gilt, dass Fehlen Gottes, mittels eines neuen Mutes zum Leben auszugleichen. Schließlich führt auch diesen Buch zu einer berühmten und schwermütigen Erkenntnis von " Der ewigen Wiederkehr des Gleichen ", die die schockierend anmutende Nachricht darstellt, wonach sich " das Rad des Seins " und damit auch das Leben, sich ständig wiederholen wird. Im fünften und letzten Buch, scheint sich alles aus der Perspektive des fröhlichen Wissenschaftlers abzuspielen, doch wie lässt er sich eigentlich beschreiben ? Als fröhlicher Wissenschaftler gilt es den berechnenden Charakter der Wissenschaften zurückzuweisen, und stattdessen den Klang einer " Musik des Lebens " wieder verstehen zu lernen. Er glaubt an keine dauernden Realitäten, sondern nur an eine Folge ihrer Veränderungen. Als Wanderer, der auf Bergen lebt, stets heimatlos und unverstanden, zieht er es vor " Dichter seines eigenen Lebens zu sein " und die Welt von ihren Berechnungen und Wertungen zu entkleiden. Gegen Ende der " Fröhlichen Wissenschaft ", demonstriert uns Nietzsche ein Festival an Pathos und Metaphorik und man beginnt in seinen Worten mitzuschwingen und zu erahnen wie er sich den Tanz der Kunst vorzustellen vermag. Doch am Ende bleibt der typische Wehmutstropfen, der den Leser wieder in seine Realität zurückholt und man resigniert feststellt, dass sich sein bildgewaltiges System auf kein richtiges Fundament stellen lässt.

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