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Ismaels Orangen

Roman

(12)
Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?
Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben.
Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …
»Ein wunderschön geschriebener Roman, der die Tragödie zwischen Palästina und Israel greifbar macht. Höchst empfehlenswert!« Library Journal
Rezension
"Einfühlsam und differenziert erzählt die Autorin die Geschichte [...] von der Zerreissprobe einer Familie und von zwei unversöhnlichen Völkern, die sich näher sind, als sie sich eingestehen wollen." Donna, Ausgabe 04/2015
Portrait
Claire Hajaj, 1973 in London geboren, hat ihr bisheriges Leben zwischen zwei Kulturen, der jüdischen und der palästinensischen, verbracht und versucht, sie zu vereinbaren. In ihrer Kindheit lebte sie sowohl im Nahen Osten als auch im ländlichen England. Sie bereiste alle vier Kontinente und arbeitete für die UN in Kriegsgebieten wie Burma oder Baghdad. Sie schrieb Beiträge für den BBC World Service, ausserdem veröffentlichte sie Artikel in Time Out und Literary Review. Ihren Master in Klassischer und Englischer Literatur hat sie in Oxford gemacht. Zur Zeit lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Beirut.
Karin Dufner, geb. 1962 in München, lebt in Meerbusch bei Düsseldorf und arbeitet als Übersetzerin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 16.03.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7645-0516-5
Verlag Blanvalet
Maße (L/B/H) 222/149/42 mm
Gewicht 625
Originaltitel Ishmael's Oranges
Buch (gebundene Ausgabe)
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Übersicht
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Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?
von Nina W. aus Eppelborn am 25.06.2017

Salim Al-Ismael ist sieben Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Palästina. Doch die Zeiten ändern sich und im April 1948 ist es dann soweit: seine Familie muss mit dem Jungen aus dem geliebten Heimatland fliehen. Weg von den Orangenbäumen, von der Plantage, die für die Familie ihr... Salim Al-Ismael ist sieben Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Palästina. Doch die Zeiten ändern sich und im April 1948 ist es dann soweit: seine Familie muss mit dem Jungen aus dem geliebten Heimatland fliehen. Weg von den Orangenbäumen, von der Plantage, die für die Familie ihr ein und alles war und für Ismael den Lebensinhalt bedeutete. Die Juden vertreiben sie aus ihrem eigenen Land und so landet die Familie später in Nazareth. Doch der junge Salim wächst auch dort heran und entwickelt sich zu einem stattlichen Mann, wohlweislich darauf bedacht, woher er stammt. Bei seinem Studium in London lernt er Judit - genannt Jude - kennen und lieben. Doch die Beiden habe es von Anfang an nicht leicht, denn Jude ist Jüdin und gehört zu dem verhassten Volk, das seine Familie einst aus dem geliebten Heimatland vertrieben hat. Schon bald muss sich das junge Paar ihren beiden Familien stellen und all den Konflikten zu trotz entscheiden: ist ihre Liebe stärker als die Vergangenheit? Salims Kindheit ist von Spiel und Spaß geprägt, doch hatte es der Junge auch nicht leicht. Obwohl sein Vater ein Großgrundbesitzer war und einen stattlichen Orangenhain sein Eigentum nennen konnte, hatte er hart zu arbeiten und litt unter den ewigen Hänseleien seiner Klassenkameraden. Doch Salim liebt seine Bäume und fiebert mit Eifer dem Tag entgegen, an dem seine Bäume endlich Früchte tragen. Bereits als kleines Kind erfährt er, was in fernen Ländern geschieht und sieht, wie sich auch alles seinem Dorf nähert. Aus der Sicht des Kindes betrachtet, ist es wirklich zunächst unbegreiflich, doch auch er lernt schnell und sieht, dass er nur aufgrund der Flucht aus seiner Heimat noch am Leben ist. Auch in der neuen Stadt Nazareth hat seine Familie zu kämpfen und leidet unter den Repressalien der Juden. Die Juden. Das Volk, das für alles verantwortlich ist. Das Volk, dass die Familie Al-Ismael aus ihrer geliebten Heimat vertrieben hat, weg von den geliebten Orangen und hin in eine düstere Zukunft. Bei solch einer Vergangenheit ist es klar, dass der junge Salim auch von Seiten seiner Familie aus den Hass miterlebt, den diese den Juden entgegenbringen. Es hätte alles so gut sein können. Doch das Schicksal will es anders. Denn Salim lernt im fernen London Judit kennen. Judit ist Jüdin und wird ebenfalls von so genannten Freundinnen gemobbt - Jude, wird sie genannt. Obwohl sie diese Anrede verletzt, behält sie sie bei, denn man gibt den anderen Menschen nur eine Angriffsfläche, wenn man seine Schwächen offenbart. Auch Judits Familie hat eine düstere Vergangenheit hinter sich. Sie haben einst in Russland gelebt und wurden von Stalin vertrieben, gelandet sind sie in London. Man merkt deutlich: beide Charaktere haben eine negativ beeinflusste Vergangenheit hinter sich - obwohl "hinter sich" falsch gebraucht ist! Denn die Beiden werden täglich damit konfrontiert - sei es in ihren Familien oder aber von Freunden oder Fremden. Da scheint es wirklich Fügung zu sein, dass eben diese beiden jungen Menschen sich in einem fernen Land finden und sich verlieben. Deutlich spürbar ist der Konflikt zwischen ihren Familien und die Angst des jungen Paares, wird hier die Liebe siegen? Ich habe mehrere Male mit dem jungen Paar gelitten und mich oft gefragt, ob man die Vergangenheit nicht irgendwann ruhen lassen kann. Natürlich ist es schlimm, was geschehen ist und es war eine Ungerechtigkeit. Es sind viele schlimme Dinge passiert, doch leider können wir die Vergangenheit nicht ändern. Wir können nur aus ihr lernen. Und das sehen auch Salim und Jude. Zunächst entwickelt sich eine wunderschöne Liebe und die Beiden sind glücklich miteinander, doch irgendwann droht der Nahost-Konflikt auch sie einzuholen und sie werden wieder zurück in die Vergangenheit versetzt: zurück in die Zeit, in der ihnen alles genommen wurde, in der man ihnen alles aberkannt hat, in der man ihnen ihre Würde geraubt hat. Wie viel kann Liebe also vertragen? Claire Hajaj beschreibt in ihrem Roman deutlich den Konflikt zwischen Israel und Palästina und zwar über die beiden Hauptprotagonisten. Wer in diesem Roman eine reine Liebesgeschichte mit Happy End und "Friede, Freude, Eierkuchen" erwartet, der ist wahrlich falsch! Denn hier geht es um so viel mehr. Es geht um die Familie, die Vergangenheit, die Ehre, allen voran aber um die Freiheit - eine Freiheit, die geraubt wurde und die nicht mehr so leicht zurückzuholen ist. Dabei werden beide Seiten beleuchtet und die Autorin schafft es zugleich neutral über das Geschehen zu berichten, ohne sich auf die eine oder die andere Seite zu beziehen. Der Leser erfährt mit dieser Erzählweise eine Darstellung, die ihm nicht vorschreibt, was er zu denken hat, er kann sich selbst ein Bild darüber machen. Auch die Protagonisten sind wirklich sehr gut gewählt! So erhält man einen Einblick in die Denkweise von beiden Seiten, versucht sie zu begreifen, mag sie vielleicht verstehen oder aber auch nicht. Die Autorin selbst ist die Tochter einer jüdischen Mutter und eines palästinensischen Vaters, weiß also, wovon sie schreibt und versteht beide Seite, da sie beide Seiten der Geschichte ebenfalls kennt. Sie erzählt uns somit nicht eine frei erfundene Geschichte, sondern gibt uns einen Einblick in ihr eigenes Leben, in ihre eigenen Ängste, Wünsche und Hoffnungen. KANN LIEBE WACHSEN, WO HASS GESÄT WIRD? Geht doch selbst dieser Frage nach und lest, was Claire Hajaj euch zu erzählen hat! Ich kann dieses Buch einfach nur weiter empfehlen!

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Bewegend!!!!
von Bani am 25.10.2015

Ein Buch ohne Happy End. Ich bin danach traurig und nachdenklich geworden. Woher kommt dieses Hass? Wird jemals sich etwas in dieses Land ändern? Solche Fragen geht einem durch dem Kopf wenn man Ismaels Orangen liest.

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großes Lesevergnügen
von einer Kundin/einem Kunden am 18.04.2015

Jaffa im Jahr 1948. Ismael wächst mit seinen Brüdern Hassan und Rafan in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Sein Vater, ein von seinen Nachbarn geschätzter Orangenzüchter, hat für jeden seiner Söhne zur Geburt einen Orangenbaum gepflanzt. Trotz zunehmender Auseinandersetzungen in der Nachbarschaft, pflegt vor allem Ismaels Mutter zu den Eltern seines... Jaffa im Jahr 1948. Ismael wächst mit seinen Brüdern Hassan und Rafan in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Sein Vater, ein von seinen Nachbarn geschätzter Orangenzüchter, hat für jeden seiner Söhne zur Geburt einen Orangenbaum gepflanzt. Trotz zunehmender Auseinandersetzungen in der Nachbarschaft, pflegt vor allem Ismaels Mutter zu den Eltern seines besten Freundes Elia freundschaftlichen Umgang. Als der Krieg ausbricht, verlassen Elia und seine Eltern aus Sicherheitsgründen ihr Zuhause. Nicht lange danach, verlieren auch Ismael und seine Familie ihr Heim.. Bei seiner Halbschwester Nadia, die mit ihrem Mann in Nazareth lebt, findet die Familie Unterkunft. Die beengten Wohnverhältnisse fördern die Auseinandersetzungen zwischen seinen Eltern. Als Ismaels Mutter eines Tages spurlos mit Rafan verschwindet, bricht für Ismael eine Welt zusammen. Da Ismaels Vater sich nicht um seinen Sohn kümmert, übernehmen Nadia und ihr Mann Tareq die Verantwortung für seine Erziehung. Zum Studium schicken sie Ismael nach London. Eine Fotografie von sich vor einem Orangenbaum ist alles, was er aus seiner Heimat mit dabei hat. Aber eigentlich möchte er einfach nur vergessen. In London gewöhnt sich Ismael sehr schnell an sein Studentenleben. Es fällt ihm leicht, sich die für ihn neuen, kulturellen Eigenschaften seiner Wahlheimat anzugeignen. Eines Abends lernt Ismael Judith kennen. Als sie sich ineinander verlieben, sind Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten unausweichlich....... "Ismaels Orangen" von Claire Hajaj ist großes Lesevergnügen

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