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Nachrichtenzeit

Meine unfertigen Erinnerungen

(10)

Wibke Bruhns war eine der bedeutendsten deutschen Journalistinnen. 1938 in Halberstadt geboren, machte sie schon früh Karriere beim Fernsehen und wurde 1971 beim ZDF die erste Nachrichtensprecherin der Bundesrepublik. Damals eine Sensation und ein ungeheuerlicher Skandal. Doch ihre Leidenschaft war die politische Berichterstattung. Was auch immer passierte: Wibke Bruhns war ganz nahe am Zeitgeschehen - und an den Persönlichkeiten, die die bundesdeutsche Geschichte prägten. Ob die Studentenproteste 1968, der Aufstieg und Fall Willy Brandts, der Skandal um die vermeintlichen Hitlertagebücher oder der Mauerfall - Wibke Bruhns' Erinnerungen sind das Zeugnis eines illustren Lebens und ein bestechend frischer Blick auf die Geschichte der Bundesrepublik.

Portrait
Wibke Bruhns, Jahrgang 1938, aufgewachsen in Internaten. Abbruch eines Volontariat bei der Bild-Zeitung aus politischen Gründen. Sie schrieb für die Zeit und wechselte zum Fernsehen, wo sie 1971 als erste Frau vor die Kameras von "Heute" trat. Nach 1973 Produktion von Beiträge für Panorama. Für den Stern Korrespondentin in Israel und Washington. Auszeichnung mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, 2006 mit dem Friedrich-Schiedel-Literaturpreis. Heute ist Wibke Bruhns freie Autorin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 01.11.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-78483-9
Verlag Droemer Knaur Verlag
Maße (L/B/H) 190/126/32 mm
Gewicht 420
Abbildungen 47 schwarz-weiße Abbildungen
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Ein außergewöhnliches Leben
von einer Kundin/einem Kunden am 19.03.2014

Wie kommt eine Frau Jahrgang 1978 darauf, ein Buch über Wibke Bruhns zu lesen? Ich horchte auf, als mein Vater mich bat, ihm dieses Buch zu besorgen, kaum das es erschienen war. Wibke wer? Wollte ich wissen und wurde als unreifes, unwissendes Mädchen tituliert. Ich habe dann darum gebeten, daß er, wenn... Wie kommt eine Frau Jahrgang 1978 darauf, ein Buch über Wibke Bruhns zu lesen? Ich horchte auf, als mein Vater mich bat, ihm dieses Buch zu besorgen, kaum das es erschienen war. Wibke wer? Wollte ich wissen und wurde als unreifes, unwissendes Mädchen tituliert. Ich habe dann darum gebeten, daß er, wenn auch mit reichlich Verspätung doch bitte seinem Erziehungsauftrag nachkommen und mich aufklären solle. So schwärmte Papa Konieczny mir von dieser tollen Frau vor, die erste Nachrichtensprecherin des ZDFs und bedeutende politische Berichterstatterin. Tja und wenn ein Vater so von einer Frau schwärmt, da wird die Tochter schon mal neugierig und liest etwas, was sie sonst nur in der Buchhandlung in das Regal mit den Biografien geräumt hätte. Wibke Bruhns " unfertige Erinnerungen" wie der Untertitel des Buches lautet, packen den Leser von der ersten Seite an. Hier schreibt eine Frau, die ihr ganzes Leben lang geschrieben und berichtet hat, es ist ihr ganz einfach zur zweiten Natur geworden und das merkt man dieser Autobiografie an: jeder Satz sitz. Sei es ihre Kindheit im Nachkriegsdeutschland, ihre besondere Nähe zu Willy Brandt, ihre Zeit als Auslandskorrespondentin in Nahen Osten oder in den USA, plötzlich sind diese Ereignisse nicht nur jüngere Geschichte, sondern persönliche Erlebnisse, an denen uns die Journalisten teilhaben lässt.

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Überzeugend
von einer Kundin/einem Kunden am 13.08.2012
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Zugegeben, meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, als mein Lesekreis sich für dieses Buch als nächste Lektüre entschieden hatte. Biographien sind nicht wirklich mein Ding, und Wibke Bruhns, ich konnte nicht auf Anhieb sagen, wer sie ist. Aber gerade das ist so schön an Lesekreisen: Man liest auch mal... Zugegeben, meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, als mein Lesekreis sich für dieses Buch als nächste Lektüre entschieden hatte. Biographien sind nicht wirklich mein Ding, und Wibke Bruhns, ich konnte nicht auf Anhieb sagen, wer sie ist. Aber gerade das ist so schön an Lesekreisen: Man liest auch mal Bücher, die man sonst nie in die Hand genommen hätte. Und ich muss sagen, schon nach wenigen Seiten war ich überzeugt. Wibke Bruhns erzählt sehr unterhaltsam und mit Humor über ihr Leben. Und sie hat viel zu erzählen. Ich muss leider zugeben, dass ich über Politik nicht optimal informiert und auch nicht sehr an sie interessiert bin. Wibke Bruhns bringt die Politik aber sehr nah, indem sie viel über die Menschen und persönliche Erlebnisse berichtet. Ich habe beim Lesen einiges erfahren, was ich noch nicht wusste, oder was mir nicht so bewusst war. Und das finde ich gut. Jetzt freue ich mich, dass ich dieses Buch lesen ?musste?. Mittlerweile habe ich ?Nachrichtenzeit? schon ein paar Mal erfolgreich weiterempfohlen. Und das werde ich ganz bestimmt noch öfter tun!

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Anregung zum Nachdenken
von Werner Jaroschek aus Duisburg am 29.07.2012
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Bruhns, Wibke: Nachrichtenzeit Anregung zum Nachdenken Der Untertitel verwirrt: „Meine unfertigen Erinnerungen.“ Warum wartet Frau Bruhns nicht mit der Veröffentlichung, bis sie fertig ist mit dem Erinnern ? Oder distanziert sie sich vorsichtig von manchen Aussagen, weil sie mit der Beurteilung des Gestern noch nicht fertig ist? Beide Annahmen sind möglich.... Bruhns, Wibke: Nachrichtenzeit Anregung zum Nachdenken Der Untertitel verwirrt: „Meine unfertigen Erinnerungen.“ Warum wartet Frau Bruhns nicht mit der Veröffentlichung, bis sie fertig ist mit dem Erinnern ? Oder distanziert sie sich vorsichtig von manchen Aussagen, weil sie mit der Beurteilung des Gestern noch nicht fertig ist? Beide Annahmen sind möglich. Frau Bruhns ist Jahrgang 1938, Tochter eines Opfers des NS-Unrechtsstaates. Diesen Staat verabscheut sie mit recht, aber da ihre Familie anfangs diesem Regime nahe stand, hatte sie ein distanziertes Verhältnis zur eigenen Familie. Sie wurde Journalistin, war die erste Nachrichtensprecherin im Fernsehen. Hörfunk-TV- Zeitschriften waren Stationen ihres Lebens, die sie zu einer sehr bekannten Frau machten. Von Eins bis Sechzehn sind die Abschnitte nummeriert, denen sie jeweils einen das nachfolgende Kapitel einleitenden Text voranstellt.Das Buch folgt zwar das in den einzelnen Abschnitten der Chronologie des Lebens folgt, aber jeder Abschnitt berichtet über ein spezielles Thema. In den ersten drei Abschnitten erzählt sie von Kindheit und Jugend, äußerst lesenswert vor allem für die später Geborenen, Hier erfahren wir auch, wie sich allmählich dieses ‚schwierige‘ Kind Wibke zu einer Journalisten mit einem doch recht ausgeprägten Links-Touch entwickelte. Früh verstand sie es, durch gespielte Ohnmachten Situationen zu ihren Gunsten zu manipulieren. Diese Neigung zur Beeinflussung folgt sie auch ein bisschen in ihrem Buch. Denn die nötige Neutralität einer Nachrichtensprecherin hat sie hier nicht. Die Guten stehen links, die Nicht-Guten, die Nieten, die korrupten, in Intrigen Verwickelten stehen rechts. Hier wäre das Bemühen um Objektivität angebrachter gewesen. Brandt ist ihre Lichtgestalt, und da gibt es dann bei den Linken doch einen, dem gegenüber Skepsis angebracht zu sein scheint: Wehner. Ihr wurde eine Affäre mit Brandt nachgesagt. Hier dementiert sie heftig und vielleicht ausführlicher, als unbedingt nötig. Sie schreibt schließlich nicht für ‚Bild‘. Dass Brandt ein zu starkes Faible für Frauen hatte, versucht sie zu minimieren. Erfolg wird sie dabei nicht haben. Hoch interessant ist ihre Schilderung der Guillaumes-Affäre. Ihre Vermutung, Guillaume hätte lieber die Font gewechselt, könnte durchaus zutreffen. Eine recht zweischneidige Sache ist ihre Behandlung der Juden und Palästinenser-Frage. Was sie an Einzelschicksalen von Palästinensern berichtet, ist wirklich erschreckend. Aber der Leser läuft Gefahr, zu oberflächlich und zu ungerecht mit der Schuldfrage umzugehen. Die zu klären, ist vermutlich gar nicht möglich; aber für eine annähernd richtige Antwort bedürfte es einer gründlichen Analyse. Einzelschicksale verwirren hier nur Als Journalistin steckte Frau Bruhns vielleicht zu stark in der Gegenwart und zu stark beschränkt auf das Gebiet, in dem sie gerade tätig war: Mal Israel, mal USA. Und so ist man erstaunt zu lesen, wie wenig Ahnung sie von der Unterdrückung und materiellen Eingeschränktheit der Bürger in der DDR hatte. Etwas süffisant zitiert sie Kohls ‚blühende Landschaften‘, um einige Seiten später deren Vorhandensein zu bestätigen. Dass sie Frau Ranke-Heinemann für eine bedeutende und bewundernswerte Frau hält, sei ihr verzahne. Vielleicht hat sie deren Auftritte im TV nie gesehen. Trotz kleiner Einschränkungen ist das Buch sehr empfehlenswert, nur sollte der Leser kritisch sein.

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