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Raum

Roman

(53)
Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiss, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es noch eine Welt da draussen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …
Rezension
"absolut fesselnd und intensiv", Westfälische Nachrichten, 22.08.2013
Portrait
Emma Donoghue wurde 1969 als jüngstes von acht Kindern in Dublin geboren. Sie studierte in Dublin und Cambridge. Nach einem Aufenthalt in London zog sie 1998 nach Ontario in Kanada, wo sie mit ihrer Lebensgefährtin und ihren beiden Kindern lebt. Emma Donoghue ist Autorin zahlreicher Romane und Erzählungen.
Armin Gontermann (1958-2013) hat sehr lange erfolgreich als Lektor und Programmleiter in Verlagen gearbeitet. Als Übersetzer hat er neben Stuart Neville unter anderem Tom Rob Smith und Emma Donoghue ins Deutsche übertragen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 12.11.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30129-9
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 187/121/35 mm
Gewicht 293
Originaltitel Room
Verkaufsrang 51.135
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
53 Bewertungen
Übersicht
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1
0

Ma? Wir sind in Raum oder?
von einer Kundin/einem Kunden am 18.10.2017

Jack feiert seinen 5. Geburtstag, zusammen mit seiner Ma. Zusammen in "Raum". "Raum" ist da, seit Jack sich erinnern kann. "Raum" ist alles, was er kennt. "Raum" ist sein Leben. Dann erfährt er eines Tages, dass "Raum" nicht alles ist. Dass es eine andere Welt gibt, eine Welt mit anderen Menschen, nicht nur... Jack feiert seinen 5. Geburtstag, zusammen mit seiner Ma. Zusammen in "Raum". "Raum" ist da, seit Jack sich erinnern kann. "Raum" ist alles, was er kennt. "Raum" ist sein Leben. Dann erfährt er eines Tages, dass "Raum" nicht alles ist. Dass es eine andere Welt gibt, eine Welt mit anderen Menschen, nicht nur ihn und seine Ma. Eine andere Welt. Draußen. Eine Welt, in die sie zurückkehren müssen. Zurückkehren, ohne dass "Er" es merkt. Zurückkehren, ohne dass "Er" es schafft, sie wieder einzusperren. Selten hat mich ein Buch so sehr gefesselt, so sehr zum Weiterlesen animiert wie "Raum" von Emma Donoghue. Dabei wollte ich es eigentlich nie lesen, da ich mir nicht sicher war, wie ich darauf reagieren, ob ich es verkraften würde. Nur den Klappentext anschauen. Nur die erste Seite lesen. Niemals das ganze Buch. Doch weit gefehlt. Die Geschichte von einer Frau und ihrem Kind, einem Jungen, die in einen einzigen Raum leben müssen, gemeinsam überleben müssen, ist so grausam, so traurig, dass man es eigentlich gar nicht wissen möchte, eigentlich gar nicht weiterlesen möchte. Aber man kann dem Ganzen nicht entkommen, schafft es nicht, sich dem Sog dieser brutalen Geschichte zu entziehen. Einer Geschichte, die, so grausam und herzzerreißend sie auch sein mag, trotzdem nur so vor Liebe und Mut strotzt, vor Hoffnung auf ein Leben in Freiheit. Hoffnung auf die Rettung. Eine Geschichte, so Nerven aufreibend, so überwältigend und dramatisch, dass streckenweise die Luft zum Atmen fehlt. Eine Geschichte, so wunderbar liebevoll geschrieben, dass man es einfach nicht schafft, das Buch aus der Hand zu legen, obwohl man sich doch die ganze Zeit über fragt, wieso man das eigentlich liest, wieso man sich das freiwillig antut. Eine Geschichte, die sich festsetzt, deren Bilder nie wieder verschwinden, deren Worte (Jacks Worte) man nie wieder vergisst. "Raum" ist bis zu diesem Zeitpunkt das einzige Buch, dass ich in nur einer Nacht gelesen habe, welches mich bis heute noch beschäftigt und mir einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Und ich denke, es wird es auch für lange Zeit bleiben.

Brilliert durch die Erzählperspektive
von Drachenfeuer am 16.09.2016

Die Vorstellung ist entsetzlich: jahrelang in einem Verlies gefangen gehalten zu werden, ohne Kontakt zur Außenwelt und mit mehrfachem Missbrauch durch den Entführer und Peiniger. In „Raum“ erzählt Emma Donoghue die Geschichte des fünfjährigen Jack, dessen gesamte Welt aus Raum, seiner Mutter und seinen Freunden im Fernseher besteht. Jack kennt... Die Vorstellung ist entsetzlich: jahrelang in einem Verlies gefangen gehalten zu werden, ohne Kontakt zur Außenwelt und mit mehrfachem Missbrauch durch den Entführer und Peiniger. In „Raum“ erzählt Emma Donoghue die Geschichte des fünfjährigen Jack, dessen gesamte Welt aus Raum, seiner Mutter und seinen Freunden im Fernseher besteht. Jack kennt nichts anderes als Raum. Raum besteht aus Tisch, Kommode, Zudeck, Fernseher und wenigen anderen lebendnotwendigen Einrichtungen. Durch Oberlicht kommt Licht aus dem Weltall in Raum, aber Jack weiß: Es gibt nur Raum und Weltall jenseits davon, und alles was er im Fernseher sieht, ist „nur Fernseher“, das heißt nicht echt. Gelegentlich kommt Old Nick, dann muss er sich in Kommode verstecken. Old Nick bringt Essen und Kleidung und gelegentlich ein Sonntagsgutti, doch ob Old Nick in echt oder nur Fernseher ist, weiß Jack nicht so genau. Als seine Ma zu seinem fünften Geburtstag Jack zu erklären versucht, dass es mehr gibt als nur Raum, beginnt für Jack sein vielleicht größtes Abenteuer: die Welt. Der vielleicht genialste Kniff dieses Romans ist seine Erzählperspektive: Der Leser erlebt die Geschichte aus den Augen eines Fünfjährigen, der in seinem ganzen Leben noch nie Kontakt zur Außenwelt hatte, ja, für den das Konzept einer Außenwelt so ungeheuerlich ist, dass er es zunächst gar nicht begreifen kann und als dumme, langweilige Geschichte seiner Ma abtut. Hinzu kommt das Tempus: Der Roman ist auf höchst subtile Art und Weise im Präsens erzählt; Kinder leben nun einmal im Hier und Jetzt. Noch einmal die Welt durch die Augen eines Kindes zu erleben, wünscht sich wahrscheinlich so manch ein Erwachsener. Die absolut überzeugende Sicht dieses Kindes jedoch ist etwas, das mit Sicherheit niemand so schnell vergisst. Sie geht unter die Haut und berührt den Leser im Innersten, verängstigt und verstört vielleicht auch ein bisschen. In jedem Fall jedoch arbeitet sie noch lange nach Beenden des Buches in einem. Es gibt Bücher, bei denen man mal hier ein paar Kapitel liest, mal da ein paar. „Raum“ hingegen kann man nicht mehr aus der Hand legen, hat man einmal angefangen. Es saugt einen förmlich in die Geschichte, ist vielleicht auch ein wenig voyeuristisch veranlagt. Ein bermekenswertes Detail der Geschichte ist auch, dass Jack viele Dinge, die er nur ein einziges Mal in seinem Leben kennt, ohne Artikel benennt. Er sagt nicht „der Raum“, sondern einfach nur „Raum“, als sei dies ein Eigenname für ein absolut einmaliges Ding, wie es auch jeden Menschen nur ein einziges Mal auf der Welt gibt. Es sind diese Details, die die Erzählung so unheimlich faszinierend machen. Jack versteht vieles nicht. Zum Beispiel auch nicht, dass seine Mutter unglaublich verzweifelt ist und unbedingt fliehen will. Dazu ist sie sogar bereit ihr eigenes Kind in Gefahr zu bringen, obgleich sie es gleichzeitig um jeden Preis vor Old Nick beschützen will. Jack versteht auch nicht beziehungsweise es kommt ihm gar nicht in den Sinn, dass seine Mutter eine wesentlich negativere Beziehung zu Raum hat als er selbst. Das leuchtet natürlich ein, er kannte immerhin sein Leben lang nichts anderes und weiß nicht, was er alles verpasst hat. Der Roman ist weniger eine Geschichte über die Gefangenschaft, als vielmehr die Beziehung von Mutter und Kind, deren ganze Welt sich umeinander dreht, als auch die Eingliederung eines Jungen in die Gesellschaft, der keinen anderen Menschen kennt als sich, seine Mutter und den Entführer, bei dem er sich nicht einmal sicher ist, ob er echt sei. Jack schnappt nur nebenher einige Brocken der Ärzte auf, die für ihn keine Bedeutung haben, durch die der Leser aber einen Blick auch von außen auf die Situation erhaschen kann. „Raum“ ist ein Roman, der einen auch nach dem Zuklappen der Buchdeckel so schnell nicht wieder loslässt. Seine Erzählperspektive macht ihn zu einem ungewöhnlichen und faszinierenden Roman, der in jedem Fall eine Empfehlung ist.

Sehr ergreifend
von Nalik am 26.07.2016

Jack lebt seit seiner Geburt in einem kleinen Raum, es gibt einen geregelten Ablauf und Jack ist soweit glücklich, denn er hat seine Mutter, die er über alles liebt und seinen Fernseher. Da Jack es nicht anders kennt ist für ihn nur alles im Raum real, was anderes kennt... Jack lebt seit seiner Geburt in einem kleinen Raum, es gibt einen geregelten Ablauf und Jack ist soweit glücklich, denn er hat seine Mutter, die er über alles liebt und seinen Fernseher. Da Jack es nicht anders kennt ist für ihn nur alles im Raum real, was anderes kennt er nicht. Das einzige was er nicht mag ist Old Nick, der Entführer, denn wenn er kommt, muss Jack immer im Schrank schlafen. Raum ist für mich ein sehr bewegendes und ergreifendes Buch. Es wird aus der Sicht von Jack erzählt und seine etwas ungewöhnliche Sprache ist am Anfang doch sehr gewöhnungsbedürftig. Jedoch fühlt man sich so auch in Jack hinein und mir ging es wirklich so, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, da ich unbedingt wissen musste, wie mit Jack weitergeht. Ein tolles Buch, das ich ohne Bedenken weiterempfehlen kann.


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