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So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!

Tagebuch einer Krebserkrankung

(16)
Ich habe lernen müssen, auf dem Sofa zu liegen und nichts anderes zu tun, als Gedanken zu denken.
Wie weiterleben, wenn man von einem Moment auf den anderen aus der Lebensbahn geworfen wird, wenn der Tod plötzlich nahe rückt? Mit seinem Tagebuch einer Krebserkrankung lässt uns Christoph Schlingensief teilhaben an seiner eindringlichen Suche nach sich selbst, nach Gott, nach der Liebe zum Leben.
Im Januar 2008 wird bei dem bekannten Film-, Theater- und Opernregisseur, Aktions- und Installationskünstler Christoph Schlingensief Lungenkrebs diagnostiziert. Ein Lungenflügel wird entfernt, Chemotherapie und Bestrahlungen folgen, die Prognose ist ungewiss – ein Albtraum der Freiheitsberaubung, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Doch schon einige Tage nach der Diagnose beginnt Christoph Schlingensief zu sprechen, mit sich selbst, mit Freunden, mit seinem toten Vater, mit Gott – fast immer eingeschaltet: ein Diktiergerät, das diese Gespräche aufzeichnet. Mal wütend und trotzig, mal traurig und verzweifelt, aber immer mit berührender Poesie und Wärme umkreist er die Fragen, die ihm die Krankheit aufzwingen: Wer ist man gewesen? Was kann man noch werden? Wie weiterarbeiten, wenn das Tempo der Welt plötzlich zu schnell geworden ist? Wie lernen, sich in der Krankheit einzurichten? Wie sterben, wenn sich die Dinge zum Schlechten wenden? Und wo ist eigentlich Gott? Dieses bewegende Protokoll einer Selbstbefragung ist ein Geschenk an uns alle, an Kranke wie Gesunde, denen allzu oft die Worte fehlen, wenn Krankheit und Tod in das Leben einbrechen. Eine Kur der Worte gegen das Verstummen – und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an diese Welt.
Rezension
»Das Buch ist der Versuch, sich und die Krankheit von aussen zu betrachten, dadurch Autonomie zu bewahren. Das macht es lesenswert.«
Portrait
Christoph Schlingensief, geboren 1960 in Oberhausen. Seit Anfang der 80er-Jahre drehte Schlingensief Filme, mit der Deutschlandtrilogie (1989–1992) wurde er einer grösseren Öffentlichkeit bekannt. In den 90er-Jahren Hausregisseur an der Berliner Volksbühne. Ab 1997 verwirklichte er aktionistische Projekte auch ausserhalb des Theaters (u.a. die politische Kunstpartei »Chance 2000« und die Container-Aktion »Bitte liebt Österreich«). In Bayreuth inszenierte er 2004 mit »Parsifal« seine erste Oper. Seine Krebserkrankung im Jahr 2008 verarbeitete Christoph Schlingensief offensiv in seinem Buch »So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein« sowie in seinen Inszenierungen. Zudem entwickelte er die Idee für Remdoogo, ein Operndorf in Afrika, dessen Grundsteinlegung im Februar 2010 stattfand. Schlingensiefs letzte Theaterinszenierung »Via Intolleranza II« (2010) entstand in Zusammenarbeit mit Künstlern aus Burkina Faso. Am 21. August 2010 starb Christoph Schlingensief in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 256, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 30.09.2009
Sprache Deutsch
EAN 9783462300017
Verlag Kiepenheuer & Witsch eBook
eBook
Fr. 10.00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
10
4
2
0
0

Chaotisch genialer Künstler
von einer Kundin/einem Kunden am 21.05.2011

Der Autor schreibt hier ein Tagebuch während der Zeit seines Krebsleidens. Von Wutanfällen über kuriose Begebenheiten und wirre bis geniale Gedanken , ist hier alles vertreten. Der Autor, der leider an der Krankheit verstorben ist, war nicht überall gleich beliebt. Gerade deshalb, ist das Buch für jene die Ihn... Der Autor schreibt hier ein Tagebuch während der Zeit seines Krebsleidens. Von Wutanfällen über kuriose Begebenheiten und wirre bis geniale Gedanken , ist hier alles vertreten. Der Autor, der leider an der Krankheit verstorben ist, war nicht überall gleich beliebt. Gerade deshalb, ist das Buch für jene die Ihn interessant gefunden haben, oder nicht mochten, lesenswert.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Bewegend und berührend offen...
von einer Kundin/einem Kunden am 19.07.2011
Bewertet: Taschenbuch

Ich habe ihn schon immer gemocht, diesen bösen Buben Schlingensief - der bewußt provozierte! So nicht ganz einfach wie er sich im Leben gegeben hat, so verletzlich war er doch! Er beschreibt sehr direkt seine Wut und Trauer, ist witzig und mutlos und doch voller Hoffnung. Die ganze Bandbreite der emotionalen... Ich habe ihn schon immer gemocht, diesen bösen Buben Schlingensief - der bewußt provozierte! So nicht ganz einfach wie er sich im Leben gegeben hat, so verletzlich war er doch! Er beschreibt sehr direkt seine Wut und Trauer, ist witzig und mutlos und doch voller Hoffnung. Die ganze Bandbreite der emotionalen Gegensätze die in ihm toben legt er in seinem Buch schonungslos offen dar. Er hoffte und kämpfte bis zu letzt - leider hat er verloren... Ein Buch, vielleicht nicht nur für Menschen die ihn mochten!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!
von einer Kundin/einem Kunden am 21.04.2010
Bewertet: Buch (gebunden)

Als Christoph Schlingensief im Januar 2008 mit der Diagnose Lungenkrebs konfrontiert wird, ist der oft als " Rebell" titulierte Theater-und Opernregisseur gerade mal 47 Jahre jung. Ab diesem Zeitpunkt wird ihm das Diktiergerät zum ständigen Begleiter, dem er -tagebuchgleich- seine Auseinandersetzung mit der Krankheit, mit seiner Religiosität, aber auch... Als Christoph Schlingensief im Januar 2008 mit der Diagnose Lungenkrebs konfrontiert wird, ist der oft als " Rebell" titulierte Theater-und Opernregisseur gerade mal 47 Jahre jung. Ab diesem Zeitpunkt wird ihm das Diktiergerät zum ständigen Begleiter, dem er -tagebuchgleich- seine Auseinandersetzung mit der Krankheit, mit seiner Religiosität, aber auch seine Wut, Ängste und Hoffnungen anvertraut. Immer wieder geht es aber auch um seine Arbeit, von der er geradezu besessen zu sein scheint und mit der er noch soviel vor hat. Aus diesen Aufzeichnungen ist nun ein unsentimentales, für jeden Voyeurismus ungeeignetes Buch entstanden, in dem man all das nachlesen kann, was Christoph Schlingensief mit einer beeindruckenden Sprachenergie aufs Band gesprochen hat. Oft seit Bekanntwerden seiner schweren Erkrankung ist dem Autor vorgeworfen worden, diese sowohl in der Öffentlichkeit als auch auf der Bühne zu "inszenieren" worauf Schlingensief überzeugt mit einem Zitat J. Beuys reagiert, das sinngemäß besagt: " Nur die Wunde kann heilen, die man auch zeigt." Unter vielfachen Aspekten ist dieses Buch eine faszinierende Lektüre!

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