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Sterben

Roman

Das autobiographische Projekt - Karl Ove Knausgård 1

(22)
Das eigene Leben offen, schonungslos und radikal zum Gegenstand des Schreibens zu machen – dies ist das Konzept, zu dem sich Karl Ove Knausgård in einem furiosen Mammutprojekt entschlossen hat. Radikal ehrlich und mit unglaublicher sprachlicher Kraft nähert er sich in »Sterben«, dem ersten Roman einer sechsbändigen Serie, seinem schwierigen Verhältnis zum Vater, das ihn grundlegend geprägt hat.
Als dieser stirbt und er sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Während sie das Haus reinigen und die Beerdigung vorbereiten, kommen Erinnerungen hoch. Nach und nach entsteht so das Porträt eines Mannes, über den sich in der Kindheit das Gleichgewicht der Familie definierte und den die beiden Söhne unsäglich zu hassen lernten. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. Der Sog, der von Knausgårds direkter Art des Erzählens schon mit den ersten Sätzen ausgeht, macht seinen Roman zu einer faszinierenden und erschütternden Lektüre. Gerade weil er so radikal persönlich schreibt, gewinnt sein Text eine schmerzliche Allgemeingültigkeit. Selten ist in einem Stück Literatur so greif- und fühlbar geworden, was jeder Mensch ist: ein einmaliger und unerschöpflicher innerer Kosmos.
Portrait
Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren und gilt als wichtigster norwegischer Autor der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, autobiographischen Projektes wurden weltweit zur Sensation. Sie sind in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach preisgekrönt. 2015 erhielt Karl Ove Knausgård den WELT-Literaturpreis, 2017 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Er lebt mit seiner Familie an der schwedischen Südküste.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 576, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 21.04.2011
Serie Das autobiographische Projekt - Karl Ove Knausgård 1
Sprache Deutsch
EAN 9783641055080
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Originaltitel Min Kamp
Verkaufsrang 2.152
eBook
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Der Tod gehört unweigerlich zum Leben, und die Gedanken darüber verändern vielfach Sichtweisen.
von Thomas Fritzenwallner aus Wiener Neustadt am 12.02.2012

Was ist los mit unserem Verhältnis zum Tod? Einerseits ist er allgegenwärtig, Krimis usw mit all ihren Toten boomen; doch kaum gibt es reale Tote, werden sie sofort versteckt, verborgen gehalten. Eine essayistische Passage über die biochemischen Zustände, die ein Körper nach seinem Tod durchläuft und den traditionellen Umgang... Was ist los mit unserem Verhältnis zum Tod? Einerseits ist er allgegenwärtig, Krimis usw mit all ihren Toten boomen; doch kaum gibt es reale Tote, werden sie sofort versteckt, verborgen gehalten. Eine essayistische Passage über die biochemischen Zustände, die ein Körper nach seinem Tod durchläuft und den traditionellen Umgang damit bildet den Anfang des Buches; abgeschlossen wird es damit, dass Karl-Ove ein zweites Mal im Begräbnisinstitut seinen toten Vater aufsucht, um dessen Tod langsam tatsächlich glauben zu können. Auch wenn das Buch von Karl-Ove Knausgard erzählt wird - die größte Rolle spielt darin der Vater, wenn auch häufig nur als drohender Schatten. Es ist keine unbeschwerte, liebevolle Beziehung, die Vater und Sohn hier erlebt haben. Der Vater wird als allmächtig erlebt, als allwissend (woher weiß er, dass der Junge im Garten hinterm Haus verbotenerweise gelaufen ist, was er doch gar nicht sehen konnte?) und unberechenbar. Und es ist gerade die Tatsache, dass es auch gute Momente mit ihm gab, die ein eindeutiges Verhältnis so schwierig machen. Die Eltern trennen sich; der Vater geht eine neue Beziehung ein, hat noch einmal eine Tochter, aber vor allem beginnt er zu dieser Zeit zu trinken. Bis er sich schließlich bei seiner Mutter einquartiert und dort zu Tode säuft. Und nun ist er, Karl-Ove Knausgard, der eigentlich aufgrund des fehlenden Vatervorbilds für sich Bedenken hatte, dieser Rolle gerecht zu werden, selbst Vater dreier kleiner Kinder, mit allen Höhen und Tiefen. Als er so alt ist, wie sein Vater bei der Trennung war, beginnt er sich immer mehr mit ihm zu vergleichen, nicht nur, weil er ihm auch optisch so ähnlich ist. Er stellt auch immer stärker Charakterähnlichkeiten fest, mit denen er sich intensiv auseinanderzusetzen beginnt - und darüber dann zu schreiben beginnt, was nun in diesem Buch zu lesen ist.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Die Kraft der Sprache übt einen gewaltigen Sog auf den Leser aus
von einer Kundin/einem Kunden aus Ittigen am 22.10.2014

Karl Olav Knausgård weint und er und wir als Leser begreifen eigentlich nicht warum. Sein Vater ist gestorben, aber zu diesem hatte er sein ganzes Leben lang ein sehr schwieriges Verhältnis, das ihn und seinen Bruder grundlegend geprägt hat. Panische Angst erfasst ihn, als ihm plötzlich der Gedanke kommt,... Karl Olav Knausgård weint und er und wir als Leser begreifen eigentlich nicht warum. Sein Vater ist gestorben, aber zu diesem hatte er sein ganzes Leben lang ein sehr schwieriges Verhältnis, das ihn und seinen Bruder grundlegend geprägt hat. Panische Angst erfasst ihn, als ihm plötzlich der Gedanke kommt, sein Vater könnte noch leben und plötzlich zur Türe eintreten. Er geht noch ein zweites Mal ins Beerdigungsinstitut, um sich zu vergewissern, dass sein Vater wirklich tot ist. Ein Teil des Lebens, die Jugend von Karl Olav Knausgård, wird in diesem ersten Band einer mehrbändig angelegten Biographie „Min Kamp“ (insgesamt 6 Bände) aufgerollt. Zentrales Thema ist das Verhältnis zum Vater. Dieser Mann hat einen derartigen Schatten auf das Leben der beiden Söhne geworfen, dass die beiden ihn unsäglich zu hassen lernten. Als der Vater stirbt und Karl Olav sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Schön und subtil wird das Verhältnis der beiden Brüder zueinander geschildert, das einerseits sehr eng, aber gleichsam distanziert ist. Er möchte ihn einmal umarmen, aber er kann nicht. Was fasziniert so an einer Lebenserinnerung eines Menschen, den man nicht kennt? Das Buch wirkt einen eigentlichen Sog aus. Man wird in ganz alltägliche, keineswegs aussergewöhnliche Szenen so richtig hineingesogen. Nie hätte ich gedacht, dass so detailgenaue Beschreibungen derart faszinieren können. Diese Sprache hat Kraft ohne kräftig aufzutreten, ohne stilistische oder dramaturgische Effekte. Erzählt wird in ruhigem Fluss von Unspektakulärem, leichtfüssig und genau. Die sprachliche Kraft kommt von der radikale Ehrlichkeit und schonungslose Offenheit, vom unverfälschten Realismus, von der direkten Art des Erzählens, die weder narzisstisch ist, noch den Leser einem Seelenstriptease aussetzt. Was den Leser so anzieht und ihn hineintauchen lässt, ist der hohe Wiedererkennungswert. Paradoxerweise ist die schonungslose persönliche Art des Schreibens, die den Roman zu allgemeingültigen Aussagen führt. Wir kennen solche Situationen, weil wir sie auch schon in ähnlicher Weise erlebt haben, vielleicht ohne uns dies in dieser Radikalität zugestanden zu haben. Dieses Buch ist ein Leseerlebnis ersten Ranges. Ich freue mich auf die Lektüre der weiteren Bände.

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Vom Heranwachsen
von einer Kundin/einem Kunden am 29.06.2017

Im ersten Teil seiner 6teiligen Romanreihe erzählt Knausgard die Geschichte wie er, geprägt durch die Strenge seines Vaters, heranwuchs. Nach dem Tod des Vaters offenbart sich für ihn und seinen Bruder ein schreckliches Bild.

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