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Unterleuten

Roman. Nominiert für die Shortlist zum 'Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels' 2016

(56)
Der grosse Gesellschaftsroman von Juli Zeh
Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben ausserhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit grossstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …
Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen grossen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?
Rezension
"Juli Zehs furchtlos vor jedem Klischee ins Herz der bundesrepublikanischen Wirklichkeit zielender Gesellschaftsroman ist ein literarischer Triumph." Denis Scheck / Der Tagesspiegel
Portrait
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Ihr Roman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg und ist mittlerweile in 24 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem "Deutschen Bücherpreis" (2002), dem "Rauriser Literaturpreis" (2002), dem "Hölderlin-Förderpreis" (2003), dem "Ernst-Toller-Preis" (2003), dem "Carl-Amery-Literaturpreis" (2009) und dem Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (2009). 2013 wurde sie mit dem"Thomas Mann Preis" für ihr "vielfälgiges Prosawerk" geehrt, 2014 mit dem "Hoffmann-von-Fallersleben-Preis" für zeitkritische Literatur. Juli Zeh lebt in Leipzig.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 640
Erscheinungsdatum 08.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-630-87487-6
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Maße (L/B/H) 222/146/50 mm
Gewicht 837
Verkaufsrang 13.170
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
56 Bewertungen
Übersicht
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Dorf, Tratsch, Überleben, Überschätzen, Sonnenuntergang und Wirklichkeit
von einer Kundin/einem Kunden am 28.06.2016

"Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals." Ein kleines Dorf in Brandenburg namens Unterleuten, Dörfler mit Vergangenheit der DDR, angekommen in der BRD, zugezogene Westler, Investoren, EU-Förderwahnsinn, Vogelschützer, eine Windparkanlage, die die Finanzen des Dorfs retten könnte, Seilschaften, Feindschaften, Tricksereien, ein nicht ganz geklärter Todesfall aus... "Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals." Ein kleines Dorf in Brandenburg namens Unterleuten, Dörfler mit Vergangenheit der DDR, angekommen in der BRD, zugezogene Westler, Investoren, EU-Förderwahnsinn, Vogelschützer, eine Windparkanlage, die die Finanzen des Dorfs retten könnte, Seilschaften, Feindschaften, Tricksereien, ein nicht ganz geklärter Todesfall aus 1991, Landflucht, jede Menge Ehekrisen, Geschlechter- und Generationenkonflikte, schrullige Dorfmenschen, Städter, die mit rosaroter Brille die Natur betrachten. So könnte man in Kurzform den Inhalt der Geschichte beschreiben, Stadt-Wessi trifft auf Ureinwohner-Ost. Unterleuten ist pleite, aber es besteht die Möglichkeit das Dorf zu retten, indem man mit Windkraft Steuereinnahmen erzielen könnte. Es entsteht ein Streit um den Bau. Die einen sind dafür, die anderen wollen die Natur retten. Alte Seilschaften werden ausgegraben, neue geschlossen. Uralte Freundschaften und Feindschaften, die über die Jahre hochgehalten wurden, werden benutzt. Anfangs meint der Leser, die eine Gruppe kämpft gegen die andere und eine von beiden wird gewinnen. Aber dieser subtile Roman geht ins Detail, in die Tiefe der einzelnen Protagonisten. Irgendwann ist dem Betrachter klar, es gibt keine Gruppen, hier kämpft gegen jeden, für sein kleines Universum, egoistisch, für Macht oder Geld. Es wird getrickst und gelogen, alte Wunden platzen auf, Männer prügeln sich. Es gibt den eingesessenen Kron, ein alter Kommunist, der zur Solidarität gegen den Windpark aufruft, Kron, der Macht ausspielt, ein Choleriker, der gern im Mittelpunkt steht, mit Enkelin Krönchen, die schon jetzt im Kindesalter die fiesen Charakterzüge des Opas zeigt. Sein Erzfeind Gombrowski will den Windpark, um Arbeitsplätze zu erhalten. Gombrowski, der damals die LPG leitete, diese nach der Wende in die Ökologica GmbH umwandelte, ein machtbesessener Typ, dessen Vorväter als Großgrundbesitzer die Ländereien besaßen. Arne Seidel, der Bürgermeister hat nur das Dorf im Sinn, der Diplomat. Seine verstorbene Ehefrau hatte als IM der Stasi einst das gesamte Dorf abgehört, was Arne erst nach ihrem Tod erfuhr. Georg ist zugezogen, der Vogelschützer aus der Stadt, Gegner des Windparks, weil dieser nicht in die Natur gehört, weil er nicht in seine Sicht des Landlebens passt. Georg, ein verkrachter Akademiker, Aussteiger, der im Dorfleben seine Erfüllung sucht, verheiratet mit einer ehemaligen Studentin, die für ihr Kind hier ein Nest bauen möchte, zurück in die Vergangenheit, einfach Mutti sein. Georg hat seine Dozentenstelle an der UNI gekündigt und ist nun verantwortlich für 32 geschützte Kampfläufer-Vögel. Nachbar Schaller, von Georg «das Tier» genannt, entwickelt sich zu seiner persönlichen Kriegsstätte. Schaller betreibt eine illegale Autowerkstatt und verbrennt täglich Gummireifen direkt auf der Grundstücksgrenze. Die Polizei bleibt tatenlos. Und dann haben wir die Pferdeflüsterin Linda Franzen, die für sich und ihr Pferd ein Zuhause sucht und plant mit Pferde-Seminaren für Manager ihr Geld zu verdienen. Sie erweist sich im Lauf der Geschichte als ziemlich hinterlistig. Ein Investor, der für lau gleich nach der Wende ein großes Stück Land ergatterte mischt auch noch mit. Einen Hauptprotagonisten gibt es nicht. Schicksale von Einzelnen, Inneneinsichten in die Protagonisten in ständigem Perspektivwechsel stricken diese Geschichte zusammen. Die Kapitel sind im Wechsel jeweils einer Hauptfigur zugeordnet. In gemächlichem Plauderton entwickelt sich ein Dorfgewitter, Blitze zucken, bis es zum Ende an allen Seiten kracht. Die Städter geben sich Illusionen hin. In einem Gespräch wird dem Bürgermeister geraten, auf der wundervollen Erde mehr auf Bio zu machen. Der weist darauf hin, dass nicht so viel wachse, außer dem Mais für die Biogasanlage und dass die Gesprächspartnerin bestimmt nicht wissen möchte, was man nach der Wende unter der Erde alles vergraben wurde … Obst vergammelt an Bäumen und darunter, während die Dörfler im Supermarkt einkaufen. Die Wirklichkeit von harter Landwirtschaft mit lauem Einkommen trifft auf rosa Brillen von Berlinern. «Er war nicht aufs Land gezogen, um zu erleben, wie der urbane Wahnsinn die Provinz erreichte. Er verzichtete nicht auf Theater, Kino, Kneipe, Bäcker, Zeitungskiosk und Arzt, um durchs Schlafzimmerfenster auf einen Maschinenpark zu schauen, dessen Rotoren die ländliche Idylle zu einer beliebigen strukturschwachen Region verquirlten.» Die Autorin zeigt auf Kommunikationsstrukturen im Dorf: Stufe eins für Zugezogene, Information, Stufe zwei, Fremde, die Vertrauen erlangen können, tiefere Information. Stufe 3, die Eingesessenen, die untereinander alles aushandeln, tiefe Information. Hier schuldet der eine dem anderen etwas, schiebt ihm etwas zu, sieht weg oder tritt auch nochmal drauf, um sich zu rächen. «Wenn sich Datenschützer in der Zeitung wegen Überwachung im Internet ereiferten, musste Kron regelmäßig lachen. Man musste nur ein handelsübliches Dorf besuchen, um zu verstehen, was der gläserne Mensch tatsächlich war.» Egoismus auf allen Seiten. Jeder greift nach dem dicksten Tortenstück, wobei auch große Geschütze aufgefahren werden und kein mieser Trick ausgelassen wird. Menschen demaskieren sich. Die Figuren sind plakativ überzeichnet. Aber das macht den Reiz aus, 600 Seiten des Dorflebens in aller Intensität als Leser mitzuerleben und macht einen guten Schuss Humor aus. Die jüngeren Männer werden als Looser dargestellt, der mürrische Vogelschützer, der es als Akademiker nicht geschafft hat, der langhaarige Informatiker, der Spiele entwirft, sich nicht traut, sich selbstständig zu machen, der den großen Wurf im Kopf hat, aber Angst vorm Scheitern hat. Krons Tochter, Ärztin, verheiratet mit einem Schriftsteller, der nichts auf das Papier bekommt. Die Frauen stehen letztendlich alle ihren Mann. Die Sprache ist einfach, mit viel Symbolik bestückt, immer in gekonnt erzählerischem Ton, keine literarische Meisterleistung. Ein gelungener Gesellschaftsroman über Nachwirkungen des geteilten Deutschlands, Dorfidylle, die keine ist, ein Sumpf mitten im Dorf, gemacht aus den eigenen Unzulänglichkeiten der Einzelnen, Eigennutz und Hinterfotzigkeit, ein voyeuristisches Vergnügen für den Leser. Willkommen auf dem Lande. Manchmal stinkt es gewaltig.

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Das ach so idyllische Leben auf dem Land
von einer Kundin/einem Kunden am 23.05.2017

Juli Zeh ist eine der intelligentesten deutschen Autorinnen. Spannend, sarkastisch, klug und kenntnisreich schreibt sie davon wie "Gemeinschaften" funktionieren. Was in diesem kleinen Dorf im Brandenburgischen passiert, kann man getrost auf die Weltbühne übertragen. Einzigartig. Ein Buch für alle Leser die eine gute Geschichte klug erzählt schätzen.

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639 S., die ich verschlang
von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 31.03.2017

Vorweg, Juli Zeh ist seit Jahren meine Lieblingsschriftstellerin, ich erwarte dementsprechend aber auch viel von ihrem jeweils neuen Roman. "Unterleuten" enttäuschte mich nicht! Es ist faszinierend, wie sich Zeh stets neu ausprobiert, wie sich ihre schriftstellerische Entwicklung vollzieht. Sie ist längst etabliert, aber der Geist der ganz jungen Autorin ist... Vorweg, Juli Zeh ist seit Jahren meine Lieblingsschriftstellerin, ich erwarte dementsprechend aber auch viel von ihrem jeweils neuen Roman. "Unterleuten" enttäuschte mich nicht! Es ist faszinierend, wie sich Zeh stets neu ausprobiert, wie sich ihre schriftstellerische Entwicklung vollzieht. Sie ist längst etabliert, aber der Geist der ganz jungen Autorin ist noch immer spürbar. In "Unterleuten" gelingt es ihr außerordentlich gut, die verschiedensten Handlungsstränge und Charaktere miteinander zu verquicken. Ständig wechseln die Lesenden den Blickwinkel, aber Zeh führt sehr, sehr gut. Das Ende überraschte mich - positiv! Es ist tragisch, aber gleichzeitig so humoristisch.

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